Bertuch, Friedrich Justin; Bertuch, Carl
Bilderbuch für Kinder: enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Früchten, Mineralien ... alle nach den besten Originalen gewählt, gestochen und mit einer ... den Verstandes-Kräften eines Kindes angemessenen Erklärung begleitet (Band 10) — Weimar, 1821

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Säugeihiere. CL Bd. X. No. 2r.
M E R K W Ü R DIGE BEÜ T E L TU I E R E.

Fig. !.. Der Koala.
(Phascolarctos koala.)
Der Koala ist ein neuentdecktes Beutel-
thier aus Neuhblland, von der Grösse eines
mittleren Hundes, mit langhaarigem, dicken»,
aschgrauem Pelz, vorwärtsgerichteten Ohren
und schwarzer Na.se. Er kommt, in Rücksicht
des Gebisses, dem Känguruh, in Beziehung
auf die Körperbewegung aber, einem jungen
Bär nahe. Das Weibchen trägt sein Junges
auf dem Rücken, wie die Abbildung zeigt.
Das Thier klettert gut auf Bäume, wozu die
Stellung der Zehen der Vorderfüsse, wovon
?wei, gegen die drei übrigen, sich, wie bei'in
Chamäleon, bewegen, behülFlich ist.
Fig. Z. Das bärenartige .Reu--
telthier.
(Didelphis iirsina).
Dieses Beutehhier hat seinen Namen von
der Aehnlichkeit, den man in Gestalt, Be-
wegung und Lebenswehe, zwischen] ihm und
dem Bär wahrnehmen kann. Ber Pelz be-
steht aus langem, grobem, schwarzem Haar,
wml nur an der Schulter sinden sich ein" Paar
■weisse Flecken. Die Vordersüsse haben sünf,
die Hintersüsse vier Zehen. Bei Tage schläft
uns Thier, des Nachts geht es seinem Frasse
nach, der in kleinen Thieren, und wahr-
scheinlich auch Fischen besteht.

Es ist auf van Diemens-Land einheimisch,
wo es in Wäldern lebt und sieh Höhlen
gräbt.

Fig.- 5»

Das hmidsItÖpfige Beu-
telthier.

(Didelphis cjnocephala).
Diese Art Beutelthier ist ebenfalls in van
Diemens-Land zu Hause, in dessen gebirgig-
sten Theilen es fleischfressend lebt. Es hat
ziemlich' die Gestalt eines Hundes, zumal
was den Kopf anlangt. Die Farbe ist gelh-
Iichbraun, aus dem Rücken dunkler, und aus
dem Kreuze mit schwarzen Qüeerstreisen ge-
zeichnet. In seinem inneren Baue, kommt
es aber mit den Beutelthieren überein. Es
Hat ein besonders wildes, bösartiges Ansehen.
Im Ganzen ist es jedoch nur wenig bekannt,,
da man nur zwei Exemplare gesangen hat,
und beides Männchen,
Fig. 4. Der weisse Plialarrger.
(Phalangista alba).
Dieser weisse Phalanger ist eine Abart
vpn der Art Beutelthiere, welche im ersten
Bande unseres Bilderbuchs, No. 97. Fig. 8,
abgebildet ist. Der Pelz ist gelblich wc-iss von
Farbe, und der Schwanz ein vollkommener
Wickelschwanz.
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