Bertuch, Friedrich Justin; Bertuch, Carl
Bilderbuch für Kinder: enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Früchten, Mineralien ... alle nach den besten Originalen gewählt, gestochen und mit einer ... den Verstandes-Kräften eines Kindes angemessenen Erklärung begleitet (Band 10) — Weimar, 1821

Page: 65
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7 -i ■ vtttt Bd. X. No. 22,
Amphibien. XLlli>
MmE R K W ÜR D IG E A M P H I B I E M

Fig. 1.. Die gesternte-Warn-
Eidechse;
(Tupinambis steïlatus.)
Das Geschlecht der Tupinambis, Warrt-
Eidechsen oder Monitors, ist nach den Cro-
codilen dasjenige unter den Sauriern, welches
die grössten Arten enthält. Ihr Schwanz ist
von der Seite zusammengedrückt, daher sie)
auch zum Leben im Wasser bestimmt z.U seyn.
scheinen. Die Meinung, dass sie vor den Cai-
mau's durch ein Zischen warnten, ist AnlalVge-
wesen, ihnen den allgemeinen Namen Wavn-
Eidechse zu geben. Ein paar Tupinambis ha-
ben wir schon srüher in unserra Bilderbuche
kennen gelernt.
Der gesternte Tupinambis ist ein, präch-
tiges Thier, das seinen .Namen von den zier-
lichen, weissen Schuppen hat, die in runden
Sternfiguren seinen 'Rücken besetzen. Seine
Hauptsärbe ist oben last schwarz, am Bauche
aschgrau. Er wird in Bengalen, in Süd-Asri-
ka und Amerika gefunden. Seine gesammte'
Länge beträgt über süns Fuss, wovon die Hälste
auf dem,, Schwanz kommt,
Fig. 2. Die Làcepedische Warn-
Eidechse.
(Tupinambis Cepedianus.)
Ihre Farbe ist oben lichtbraun, unten hell-
rostsarben, Hals und isoiper oben mit schwar-
zen, und mit rostrolhen Punkten besetzt Aus
jeder Seite des Körpers zeigt sich eine Längs-
salte, die sich bis gegen den Hals verläust.
Der Schwanz ist von der Länge des Körpers.
Die gesammte Länge dieses Thierchens ist 12
bis 15 Zoll. Sein Vaterland ist unbekannt.
Daudin benannte es dem Grasen Lacepède zn;
Ehren, der ein vortresfliches Werk über die
Reptilien geschrieben hat.

Diese Art hat

Fig. 3- •• Ç& ge&treiste SchneH-
Eidechse.
.(mV. ' , ■ j
( Tachydromus sexlineatus)..
___je'Art 'haï ihren Namen von, ihrem
schneHen Laufen. Der "Körper erscheint, wie?
aus 25 Ringen, jeder aus 12 bis 14 quadrati-
schen, dachziegelartigliegenden Schuppen ge-
bildet. Der Schwanz ist dreimal so lang, als
der Körper, und besteht aus 140 ähnlichen'
Ringen. Die ganze Länge beträgt 12 Zoll. Die
Farbe des Körpers ist [lerlenmuttevsarben; doch
kennt man dieses Thier nur nach einem
Exemplar in Weingeist, und es ist zu vermu-
then, dafs es im Leben weit prächtiger ausse-
he. Sein Vaterland, ist unbekannt. —
■ ■
Fig. 4. Der Agaraa von Neu-
holläcd.'
(Agama Jacksoniensis).
Dieses von Peron mitgebrachte Thier, hat
einen Schwanz zweimal so lang, als der Kör-
per. Der Rücken ist schwarzbräunlich mit hel-
leren Flecken, der Bauch gelblich grau. Es
ist einen Fuss lang.
Fig. 5. Der grosse Kamm-Anolis.
(Anolius cristatus.)
Die Anolis unterscheiden' sich von den Le~
guans dadurch, dass sich am vorletzten Finger-
glied ihre Haut erweitert', so dafs sie sich
sicherer an verschiedenen Flächen anhesten
können. Ausgezeichnet ist der gewaltige Kröps
der schlasfen Kehlbaut, den sie aufblasen kön-
nen, und auch, dafs' sie, wie das Chamäleon,
die Farbe nach Assekten und Leidenschaften
verändern.
Der Kamm- Anolis ist in Amerika zu Hau-
se, zumal auf Jamaika und den übrigen Antil-
len. Er hat etwa einen Fufs Länge. Auf der
vordem Hälste des- Schwanzes trägt er einen
Kamm. Seine Farbe ist schwärzliches Aschblau.
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