Kekulé von Stradonitz, Reinhard
Programm zum Winckelmannsfeste der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin (Band 57): Über Copien einer Frauenstatue aus der Zeit des Phidias — Berlin, 1897

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I.

Die weibliche Gewandstatue in den Königlichen Museen Nr. 83 ist, so viel ich
finden kann, zum ersten Mal abgebildet auf Tafel 80 in Ferners Segmenta nobilium
signorum et statuarum, deren Titelblatt die Jahreszahl 1638 trägt, wahrend der am
Schluss beigefügte Index mit der Jahreszahl 1653 bezeichnet ist. Aber schon im Jahr 1550
hatte Ulisse Aldrovandi die Statue gesehen. Er führt in den Statue di Roma, S. 198
der vierten Ausgabe von 1562'), einen Kopf der Faustina an „In casa di M. Paolo An-
tonio Soderini, presso al Mausoleo d'Augusto, e S. Eocco"; dann fährt er S. 199 fort:
„In casa di Mons. Francesco Soderini, ö al Mausoleo d'Augusto istesso. Qui e un Pasquino,
ehe abbraccia un Antheo morto da una ferita; e un' opra molto lodata da Michel' Angelo.
Vi e una statua intiera vestita, d' una Monaca Vestalo. Vi sono due torsi autichi" u. s. w.
In Perriers Verzeichnis wird die auf seiner Tafel 80 abgebildete Statue aufgeführt als
„maxima vestalis in aedibus Soderiuis". Danach kann kein Zweifel sein, dass die Statue
dieselbe ist, die Aldrovandi bei Francesco Soderini vorfand. Freilich nennt er sie „intiera"
und führt kurz darauf im Gegensatz zu ihr an: „Vi e un' altra Mouaea Vestale vestita,
ma non ha la testa, ne il braccio dritto, ne la mano sinistra", während die Tafel bei

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