Adolph E. Cahn <Frankfurt, Main> [Editor]
I. Sammlung Z. in D., Münzen und Medaillen des Mittelalters und der Neuzeit, darunter hervorragende Serie von Fulda; II. Spezialsammlung von Münzen und Medaillen von Elsass und Lothringen (Katalog Nr. 58) — Frankfurt a. M., 1927

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Straßburg — Offcnburg.

1672 Eisenbahn Straßburg—Hagenau. Eröffnung 1864. Med. v. Oudine.

Kopf Napoleons III. 1. Ks. Schrift. 51 Mm. Bronze Vorzüglich.

1673 Belagerung von Straßburg 1870. Med. aus d. Kupfer d. Münsterdachcs.

Ks. Stadtwappen. 40 Mm. Vorzügl.

1674 Einzug Kaiser Wilhelms I. 1877. v Schwenzer. Thronender Kaiser.

Ks. Stadtgöttin mit Schilden. 60 Mm. Bronze. Vorzüglich.

1675 Nohheim. Königlicher Denar um 1200. Auf breiter Bank thront der König,

1. blickend, mit Kreuz u. Lilienzepter. Ks. Dreitürm. Kirchengebäude, im
Portal ein Rad. Fd. v. Gemar. Ähnlich Nessel, Straßb. 106. 0,6 Gr. Sehr schön.

Tafel 26

Die ehemals königliche Stadt Molsheim ging erst 1307 endgültig in den Besitz des
Bistums Straßburg über. Dieses hatte schon früh dort eine Münze, aber um 1200
ist eine vorübergehende königliche Prägung dort noch möglich.

1676 Bischöflicher Denar. 12. Jahrh. Brustb. d. Bischofs 1. mit segnender R. u. Stab.

Ks Kirchengebäude mit Rad in Portal. Nessel 103 var. Umgelegte Ecken.
0,6 Gr. Schön.

1677 Variante des vorigen auf breiterem Schrötling, auf d. Gewande Kreuz u. 3 Ringel.

Glatter Rand. Nessel —. 0,57 Gr. S. g. e.

1678 Denare der i.Hälfte des 13. Jahrh. Ähnlich d. vorigen. Aufgehämmcrter Rand.

3 Var. Sehr schön. 3

1679 Altorf. Bischöfl. Straßburger Münzstätte im 13. Jahrh. Denar nach 1250.

Brustbild d. Bischofs 1. mit Krumm- u. Kreuzstab. Ks. Kirchengebäude,
darüber 2 Halbmonde. Nessel —. (Vgl. S. 172, 5.) 0,35 Gr. S. g. e.

Daß diese, nur im Funde v. St. Leonhard vorgekommenen Denare mit Halbmond aus
Altorf stammen, hat Nessel a. a. O. mit Recht angenommen.

1680 Kestenliolz. Bischöfl. Straßburger Münzstätte. 13. Jahrh. Denar. Brustb. d.

Bischofs 1. mit Krumm- u. Kreuzstab. Ks. Löwe 1. schreitend. Nessel, Straßb.
148. Fd. v. Marbach bei Colmar. 0,5 Gr. Sehr schön.

Diese bis jetzt nur im Funde v. Marbach vorgekommenen Löwenpfennige, können schon
wegen ihres hohen Gewichtes nicht, wie Nessel will, von Biscbof Konrad v. Lichten-
berg (1273—1299) stammen, der die ganze Rückseite einnehmende Löwe auch kein
Familienwappen sein. Der Marbacher Fund ist spätestens um 1260 vergraben. Der
Löwe ist offenbar das Münzzeichen der südlichsten bischöfl. Münzstätte, also wohl
Kestenholz.

1681 Sclilettstadt. Reichsmünzstätte 1216—1220. Kaiser Friedrich II. Ge-

kröntes Brustbild r., ein Zepter haltend, hinter ihm ein Kugelkreuz. Ks.
Turmgebäude. Unediert. S. g. e.

1682 Jakob Oechsell, Notar u. kaiserlicher Rat. Raitpfennig 1555. <s> WAPP ® IACOB

® N • P • Wappen, darüber I5 A 55 • Ks. VON & SCHLETTSATT &
FIE & FE • Helm mit Helmzier. E. u. L. 1. 23 Mm. Kupfer. Sehr schön.

Tafel 26

1683 Ensheim. Medaille 1674. Sieg Ludwigs XIV. Kopf r. Ks. Victoria, im Abschn.:

AD ENSHEMIUM / N OCTOBRIS / M • DC • LXXIV • E. u. L. S. 264, 8.
Berst. S. 15. 41 Mm. Bronze. Alter Schlag. Vorzüglich.

1684 Oflfenburg. Reichsmünze in der Ortenau im 13. u. 14. Jahrhundert,

zum Münzgebiet von Straßburg gehörend. Kaiser Friedrich II.
Denar um 1220. Gekr. Brustbild 1. mit Doppelkreuz u. Blütenzepter Ks.
Engel 1. mit Kreuz über Kelch. Nessel —. 0,9 Gr. Vorzüglich. Tafel 26

Demnächst wird eine Arbeit über die Reichsmünze zu Offenburg mit eingehender Be-
gründung der Zuweisung dieser Typen erscheinen. J. C.
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