Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1861 — 1862

Page: 90
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/crpetersbourg1862/0106
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
90

Zwei Darstellungen der Hochzeit von Iason uncl Medeia hingegen sind eben so gewiss, wie
namentlich die Hinzufiigung der Juno Pronuba beweist, ganz aus romischem Geiste hervor-
gegangen

Uebcrdies war es bei deri Rômern in der Zeit der Kaiser eine weit verbreitete Silte,
an den Grabdenkmâlern die Hochzeit derer abbilden zu lassen, welchen jene Denkmà'ler er-
richtet wurden, und die Kù'nstler wahlten dann nicht selten den Moment des HandscMags zur
Darstellung2.

Endlich verdicnt hier ein ganz ahnliches, auf einer Lampe3 angebrachtes Bild hervorgehoben
zu werden, da hier die Braut den Brà'utigam an der Handwurzel (èizl xapTcw) anfasst * und neben

lung Hrn Canipana's durch eigene, genauere Unter-
suchung der Originale kennt. Wie es sich mit dem
geschnittenen Steine bei Lippert: Dactyl. Suppl. II,
394-. (vergieiche Wieseler: Denkm. Th. I.N°171.)
verhâlt, là'sst sich ohne Renutzung eines besseren Ab-
drucks nicht endgù'ltig ents< heiden. Doeh ist es sehr
boachtenswerth, dass die kaiserliche Ermitage einen
vollkommen genau entsprechenden geschnittenen Stein
besitzt, als dessen Yerfertiger sich in der beigefiigten
Inschrift Brovvn nennt.

1 Es sind zwei Sarkophag - PJatten, von denen
die eine der kais. Sammlung in Paris angehort (Cla-
rac: Musée de sculpt. Pl. 199.N° 373. Guigniaut:
Rel. de Tant. Pl. 187'er. N° 6466.), die zweite von
W inckelmann: Mon. Ined. N° 90. bekannt gemacht
worden ist. Allerdings hat Winckelmann in dem
zuletzt genannten Relief vielmehr die Hochzeit der
Glauke und Iason's zu erkennen geglaubt. Allein die
Uebereinstimmung mit der zuerst genannten Darstel-
lung là'sst wohl keinen Zvveifel daran iibrig, dass Me-
deia gemeint ist. Uebrigens vergieiche man die oben
p. 80 angefùhrten Worte des Euripides.

2 Als Beispiele konnen folgende Grabdenkmâler
dienen:

a. Bartoli: Admir. Rom. Tab. 56. Montfaucon:

Ant. Expl. To 111. Pl. 131. Gall. Giust. To. II.
Tav. 68.

b. Bartoli: Admir. Rom. Tab 58. Montfaucon:
Anl. Expl. To. III. Pi. 130.

c. Bartoli: Admir. Rom. Tab. 65.

d. Bartoli: Admir. Rom. Tab 82.

e. Guattani: Mon. Ined. 1784 p. 43. Tav. 2.

f. Guattani: Mon. Ined. 1785. p 60. Tav. 2.
Pistolesi: Il Vat. descr. To. X. Tav. 97.

g. Guattani: Mem Encycl. To. Y. p. 33.

h. Cavaceppi: Race. To. I. Tav. 35. Marbles of
the brit Mus. To. X. PL 10.

i. Visconti: Mus. Pio-Glem. To. VII. Tav. 13.
Inghirami: Mon Etr. To. VI. Tav. J, i.

k. Lasinio: Scult. del campo santo Tav. 25.

1. Lasinio: Scult. del campo santo Tav. 101.

m. Gori: Inscr. Etr. To. II. Tab. 24. Auf diescm
Relief sind zwar die Hânde der beiden betref-
fenden Personen zerstô'rl; es kann aber keincm
Zvveifel unterliegen, dass sie urspriinglich in
einander gelegt waren.

3 Passeri: Lucern. To. I. Tab 3 7.

4 Dass sie dies mit der linken Hand thut. ist
gewiss nur ein Versehen des Verfertigers.
loading ...