Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1862 — 1863

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nur darum als Barbare gedacht, weil die Handlung in Kleinasien vor sich geht. Wenn wir ilm
spà'ter1 als Skythen bezeichnet finden, so mag dies, wie schon von Boettiger2 bemerkt worden
ist, durcli die Riicksiclit auf atlische Sitte veranlasst worden sein.

Nur in dem Gemà'lde N° 1 ist der Gott, wie wahrend des Kampfcs3, von seiner Schwester,
Art émis, begleitet. Denn mit einigen Erklà'rern daran zu zweifeln, dass der Maler wirklich dièse
Goïtin im Sinne gehabt habe, ist gar kein Grand vorhanden, da diesclbe auch sonst die phry-
gische. Miitze trà'gt'' und Bogen und Pfeil, welche sic in den Hà'nden hait, eine geniigende Be-
stà'tigung jener Auffassung bieten3. Dass jedoeh auch in dem Gemalde N° A, wie Einige behaupten,
Artemis auftrète, ist.durchaus unwahrscheinlich, (la in der ausfiihrlichen Beschreibung Avellino's
keiner Figur gedacht wird, die sich so deuten liesse.

Auch Marsyas ist, wie bei dem Wettkampfe selbst0, in den Gemà'lden N° 4. fi. 7. S nicht
ohne seinen gewohnlichen Begleitcr, Liebling und Schiller Olympos gelassen7. In N° i steht
dieser trauernd bei Seite. In den librigen Gemà'lden llehl er den Golt um Gnade fiir seinen
Lehrer an.

Ausserdein finden wir den ungliicklichen Silen, wie in den Darstellungen des Streites selbst8,
in dem Gemalde N° 1 von zwei Satyrn und zwei Nymphen, in V 3 von drei Satyrn begleitet,
und in N° i ist die mànnliche Figur, welche den Gest des (x.tzçgx,cizzïj ïnacht9, ohne Zweifel
ebenfalls ein Satyr. -

Als Verwalter des Richteramts ist auf der Vase N° 2, wie schon oben 10 bemerkt worden

i Hygin: Fab. 165. «Itaque Apollo victurii
«Marsyan ad arborem religatiim Scylhae tradidil,
«qui eum membralim separavit». Damit vergleiche
niaii Plutarch: De sera num. yind. 10. Oégv qxialv

'ArcXXÔâMpOV TCOT£ JCtt/tOC Tbùç urvcuç opàv oXSî-

■2 Kleine Schr. Th. I. p. 21.

3 Sielie oben p. 117.

4 Stephani: Nimbus und Stralilenkranz p. 138.
Bull. Nappl. Nuova Ser. ïo. VI. Tav. 8.

o Der Bogen und der Pfeil des Artemis finden

sich ganz ahnlich gebildet z. B. auch in der Elite cé-
ramogr. Toi. II. Pl. 26. 3 6. 57.
o Siehe oben p. 114

7 Denn dass der angebliche mit phrygischer
Miitze und Stab versehene Midas des Gemaldes N° 7
nicht Midas, sondern Olympos ist, den wir schon oben
p. 115 mit einem Stab ausgeriistet gefunden haben,
bedarf kaum der Bemerkung, nachdem einmal nach-
gewiesen ist, dass Midas in dièse Sage eigentlich gar
nicht gehort.

8 Siehe oben p. 107. 108.
y Siehe oben p. 88.

10 Siehe oben p. 115.
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