Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1862 — 1863

Seite: 152
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seiner Form mil der des Sislruiri auch sein ZusammentrefFen mit dem Tympanon der Maenade
und den Floten des Satyrs in demselben Bilde hin1.

Der zweite Begleiter der in der Mitte des Ganzen thronenden Gôtlin liât leider von moder-
ner leberarbeitung wesentlich gelitten. Der Kopf scbeint ganz modem zu sein, eben so der
obère Theil der Brus! und ein Theil der Oberarme. Aber auch der uni die Lenden geknupfte
Scburz und die Beine sind bei der Ueberarbeitung schwerlich ganz unberiibrt geblieben. Giiick-
licher Weise sind dabei die Vorderarme nebst den von den Handen fest gehaltenen Inslrumenten
augenscheinlicb gar nicbt beruhrt worden und noch genau in demselben Zustande, wie sie ans
der Hand des alten Kiinstlers hervorgegangen sind.

Es isl nicbt zu verkennen, dass der Mann oder Jtingling im BegrifT ist einen Nagel, den
er in der Linken biilt, mit einem Hammer, den er mit der Becbten ergriffen bat. in die Arm-
lehne des Thrones einzuschlagen. Allerdings giebt es ungefahr dasselbe Bild, wenn Jemand einen
Geffenstand mit dem Meissel bearbeitet2 oder auch beim Schmieden- ein Stiick Melall durchbohren
wills. Allein an die zweite Handlung ist naliirlich hier gar nicbt zu denken und auch das wà're
iiberaus là'cherlich, wenn Jemand einen Thron der Ausbesserung oder Ausscbmiickung wegen mit
dem Meissel bearbeitete, wà'hrend dessen Besitzerin ibn eben eranimmt. Ueberdies passl dazu die
Energie nicht, mit welcher hier der Mann den Hammer schwingt, da beim Meisseln die einzelnen
Schlà'ge schneller auf einander folgen und weniger krà'ftig sind.

Athen. XIV. 636 C. und den Scliol. zu Arist.: Ran.
1305. vergleichen. Ein Klapper-Instruroent ganz un-
gewo'hnlicher Form, die jedoch auch von der hier
vorliegenden abweicht, glaûbe ich auch in der bakchi-
schen Scène einer Vase der kais. Sammlung in Wien
(Labprde: Vases de Lamberg To. I. Pl. 49. Elite
céraniogr. To. I. Pl. 48. Wieseler: Theatergebaude
Taf. 6, 5.) annehmen zu iniissen. Jedenfalls entbehrt
die bisher gewôhnliche Annahme eines Hephaestos
aller Wahrscheinlichkeit.

1 So sagt'. uni doch ein Beispiel anzulïïhren,
Ovid: Metam. IV, 391.

Tympana cum subito non apparenlia rancis
Obslrepnere sonis, et adunco tibia cornu
Tinnulaque aera sonanl.

Eben den Ausdruck: tinnulus aber gebraucht er an-
derwàrts voin Sistruni. Ex Pont. I, 1, 38.

Jaçtantem Pharia linnula sistra matin.

Auch kommt das Sistrum in Verbindung mil Floten,
Cymbeln und der Leier an zwei Votivhânden vor,
Gronov: Tlies. Ant. Graec. To. VU p. 510. Ant.
d'Ercol. Bronzi To. 1. p. XI. XXXVU.

2 Z. B. Zoega: Bassiril. Tav. 15. ftius. Borbon.
To. 1. Tav. 53. Panofka: Bilder anliken Lebens
Taf. 8. Jahn: Sitzungsber. der luin. siiclis. Ges. der
W.iss. 1861. Taf. 6.

:i Z. B Pistolesi: h. Vaticano descritto To. III.
Tav. 51.
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