Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'année 1863 — 1864

Page: 105
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In der Mitte des Ganzen sieht man neben Dionysos Plutos gelagert, welcher sich jenem
Gott natürlich nicht als orgiastischem Weingott, sondern als dem Ordner gesitteten Lebens gesellt '.
Die Frau, welche zu Dionysos tritt und aller den Maenaden eigentümlichen Attribute entbehrt,
könnte daher sehr wohl, wie in unserem Bilde, Aphrodite als Vorsteherin ehelicher Zucht und
wohlgeordneten Familien-Lebens sein und derselbe Gedanke würde durch die Gans ausgesprochen
sein, die ganz wie in unserem Bilde von Eros im Vordergrunde eingefangen wird.

Auch dass Hephaestos von einem mit einer Fackel versehenen Satyr herbeigeführt wird,
würde sehr wohl in einen solchen Gedanken-Zusammenhang passen, da dieser Gott bekanntlich
eben so, wie Hestia, das Feuer des Familien-Heerdes repraesentirt2.

Endlich leuchtet ein, wie gut sich eine Composition dieses Inhalts zu einem Gegenbild der
auf der anderen Seite derselben Vase angebrachten Composition eignen würde, welche darstellt,
wie die Dioskuren und Herakles von Triptolemos in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht werden.

4. Terracotta - Statuette, in der Abbildung bis auf zwei Drittheile ihrer natürlichen Grösse
verkleinert;3. Eros, dessen Flügel zwar abgebrochen sind, jedoch deutliche Spuren hinterlassen
haben, steht mit einem kleinen Gewandstück bekleidet in ruhiger Haltung und reicht einem
Schwan oder einer Gans, die sich ihm vertraulich nähert, in einer Schale Trank oder Speise.

Ueber die diesem Kunst-Motiv zu Grunde liegenden Vorstellungen ist schon oben"1 ausführ-
lich gehandelt worden.

5. Etwas beschädigte Terracotta-Statuette, in der Abbildung bis zu zwei Drittheilen der
wirklichen Grösse verkleinert5. Ein mit einer Chlamys bekleideter Knabe, dessen Kopf mil
einem halb zerstörten Reifen verziert ist, sitzt auf dem Erdboden und sucht mit der Linken
eine Gans oder Ente festzuhalten; ein Kunst-Motiv, welches schon obene seine Erläuterung
gefunden hat.

6. Sehr wohl erhaltene Terracotta - Gruppe, in der Abbildung bis auf zwei Drittheile der
Grösse des Originals verkleinert. Sie ist schon vor mehreren Jahren in der Nähe von Kertsch

1 Compte-rendu de la comm. arch. pour l'année
1859. p. 105 ff.

2 Lobeck: Aglaoph. p. 971. Preller: Griech.
Myth. Th. I. P. 142.

3 Leber die Auffindung siehe Compte-rendu de
la comm. arch. pour l'année 1862. p. V.

4 Siehe oben p. 76.

5 Leber die Auffindung siehe Compte-rendu de
la comm. arch. pour l'année 1862. p. V.

6 Siehe oben p. 55.

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