Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1864 — 1865

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welche den kleinen Asklepios von einer Ziege genährt vorführen1, und nur ein Mal sehen wir
selbst den kleinen Dionysos am Euter eines Thiers derselben \it saugen1; eine Vorstellung,
welche gewiss mit der nordafrikanischen Anschauungsweise, nach welcher Dionysos ein Sohn
des Amnion und der Amaltheia sein sollte3, im engsten Zusammenhang steht, da der Künstler
nicht unterlassen hat, den Kopf oder die Maske Ammon's hinzuzufügen.

wesentlich dasselbe Bild vorführen und unter Philipp I
(.Mionnet: Descr. To. V. p. 292. N° 63. Rev. num.
1844. PL 2, 8.), unter Otacilia (Mionnet: Descr.
To. V. p. 29.'}. N° 71), unter Trebonianus Gallus
(Mionnet: Descr. To. V. p. 295. N° 81.) und unter
Volusianus (Mionnet: Suppl. To. VIII. |>. 205.
N" 56.) geschlagen sind. Vaillant: Num. aer. Imp.
in colon, perc. To. II. p. 232. vermuthete, der Knabe
dieser Münzen möge jener Damaskos oder Askos sein,
von welchem die Stadt Damaskos ihre Gründung und
ihren Namen ableitete. Schon Eckhel: Doclr. Num.
To. III. p. 332. jedoch wies das Verkehrte dieser
Vermuthung nach und hätte nur vor Allem auch den
Manuel jedes Zeugnisses für das Säugen jenes Damas-
kos durch eine Hirschkuh hervorheben sollen. Wohl
aber erkannte Eckhel ganz ricMg, dass jene Münzen
vielmehr das gewöhnliche Bild des kleinen Telephos
wiederholen. Denn nicht nur sehen wir auf anderen
Münzen derselben Stadt, welche ebenfalls unter Phi-
lipp I (Mionnet: Suppl. To. VIII. p. 200. .V 32.)
und unter Otacilia (Mionnet: Suppl. To. VIII. p. 201.
N" .'Î7.) »cschlauen sind, das Bild des Herakles ange-
bracht, sondern durch Steph. Byz.: A^aT^cr w is-
sen wir auch, dass der Damaskos, welchen man als
Gründer der Stadl verehrte, aus Arkadien gekommen
sein sollte. Wie man also aus Rücksicht auf die in
Damaskos befindliche römische Colonie daselbsl zur
Zeit der Otacilia Münzen mil dem Bilde der Wollin
schlug, welche Romulus und Benins säugt (Mionnet:
Descr. To. V. p. 293. N" 70.), so setzte man zu
derselben Zeil aus gleicher Rücksicht auf die griechi-

schen Bewohner jener Stadt auf andere Münzen das
Bild des von einer Hirschkuh ernährten Telephos. Allein
De Wilh', welcher überaus »lücklich war, sehon bei
Vaillant eine Erklärung in seinem Geschmack zu
linden, hat sich in der Bev. num. 1844. p. '■> — 27.
bemüht, dieselbe gegen Eckhel in Schutz zu nehmen,
ohne das Geringste beizubringen, was hallbarer wäre,
als das von Vaillant Gesagte, und Panofka glaubte
in der Thal in dem erwähnten Sardonyx der kais. Er-
mitage eine wichtige, neue Stütze dieser Meinung be-
funden zu haben. Denn offenbar kann da der beige-
fügte Name nicht, wie auf den Münzen, den Präuenrt
anzeigen und es ist nicht wohl zu bezweifeln, dass er
vielmehr als Erklärung der Darstellung selbst aulzu-
fassen ist. Vor Allem jedoch erhebt sich die Frage,
ob der Stein se-ine Entstehung nicht etwa einem Stein-
schneider des vorigen Jahrhunderts verdankt, der sich
eben die Münzen von Damaskos nebst der von Vaillant
gegebenen Erklärung derselben zum Muster genommen
hatte. Ich halte diese Annahme für die allein zulässige,
da das Bild sowohl, als auch die Inschrift zwar ziem-
lich gewandt geschnitten, aber weit davon entfernt sind,
die geringste Gewähr für ihren antiken Ursprung zu
bieten und vielmehr ganz dem gewöhnlichen Siil dès
vorigen Jahrhunderts entsprechen.

1 Kokille: Mein. delF Inst. arch. To. II. p. I2."i.

2 Musée Napol. To. II. PI. 2'.). Wieseler :
Denkm. Th. II. N*° 411. Compte-rendu de la coiiiiu.
arch. pour l'ann. 1861. p. 20.

3 Diod. III. 68. tpjfdi 'V cjv a;j.;j.'.>vz ßafft-
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