Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1867 — 1868

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Die Verfortigcr noch anderer Grabdenkmâ'ler haben es vorgezogen, die Riïckkehr von einer
glucklich beendigten Eber-Jagd zur Darstellung zu wà'hlen. Man sieht da wie die Jà'ger, welche
theils zu Pferd theils zu Fuss sind, von einigen Dienern bcgleitet werden, welche das erlegte
Thier entweder auf einem mit Ochsen bespannten Wagen nacb Hause fahren1, oder an einer
Stange, die sie auf ibre Schultern gclegt haben, aufgehà'ngt tragen2.

Aber auch ohne bestimmte Individuen im Sinne zu haben, haben die Kiinstler Eberjagden
in Werken anderer Art gebildet. Denn gcwiss bat Philostratos3 eins seiner rhetorischen Uebungs-
stilcke, an welchem besonders das bemerkenswerth ist, dass er sich aile eigentliche Jager zu Pferd
und nur die Diencr zu Fuss denkt, nicht nur mit Berûcksichtigung dcr Wirklichkeit, sondern
auch in mehr oder wcniger annahernder Uebercinstimmung mit Gemàlden, die er gesehen hatte,
ausgefiihrt. Zu Fuss hingegen sehen wir aile Personen, welche an den Eber-Jagden Theil
nehmen, die an einem Marmor-Sessel4, an einem Thongofàsse von der sogenannten Aretinischen
Fabrik5 und auf einem Spicgel6 dargestellt sind. An dem Sessel sind einige der Jà'ger mit Bogen
und Pfeil bewaffnet; auf dem Spiegel mit Aexten. Von den geschnittenen Steinen endlich, welche
jiinglinge oder Mànncr zu Pferd7 oder zu Fuss8 auf Eber Jagd machend darstellen, ist augen-

1 Dies sieht man an einem Sarkophag bei Bar-
toli: Adm. Rom. Tab. 25. = Causeus de la
Chausse: Rom. Mus. To. I, 2. Tab. 64. = Mont-
faucon: Ant. Expl. To. III. Pl. 179. = Roccheg-
giani: Race, di mon. Tav. 85.; auf einem Fragment
bei Venuti: Mon. Matth. To. III. Tab. 45. und an
dem Sarkophag-Deckel bei Lasinio: Campo santo di
Pisa Tav. 68. Vergleiche Seneca: Hipp. 76.

fertur plaustro
Praeda gementi.

2 Auf einem Sarkophag-Deckel bei Garrucci:
Mus. Later. Tav. 51, 1. Ob auch das Fragment eines
anderen Marmor-Reliefs (Marbl. of the brit. Mus. To. II.
Pl. 9.) von einem Grabdenkmal herruhrt, muss unent-
schieden bleiben.

3 Imag. 1, 27.

4 Gori: Mus. Etr. To. I. Tab. 181—185.
Willemin: Choix de cost. To. II. Pl. 101. Jnghi-
rami: Mon. Etr. To. VI. Tav. 115.

6 Caylus: Rec. d'ant. To. II. Pl. 119.

6 Inghirami: Mon. Etr. To. II. Tav. 89. Ger-
hard: Etr. Spieg. Taf. 173.

7 Dies findet sich auf einem Sardonyx der kon.
Sammlung in Berlin (Tolken: Verz. p. 345. N° 26.
Stephani zu Kohler's Ges. Schr. Th. III. p. 263.
und im Bull, liist.-phil. de l'Acad. des se. To. X. p.
173. = Mél. gréco-rom. To. I. p. 275. Panofka:
Gemm. mit Inschr. Taf. 2, 14.) und auf einem Stein,
von welchem Cades: Grosse Abdrucks. XLII, 158.
einen Abdruck giebt. Der Stein, von welchem ein
Stoschischer Schwefelabdruck (Raspe: Cat. N°2246.)
genommen ist, und ein Agat-Cameo der kon. Samm-
lung in Neapel (N° 60. der hiesigen Abdrucksamm-
lung) sind wahrscheinlich modem.

8 Man sieht dies auf einer Pastc bei Winckel-
mann: Pierr. gr. du feu Stosch p. 336. N°116.-
Tolken: Verz. p. 273. N° 163., auf einer zweiten
Paste bei Tolken: Verz. p. 273. N° 164. = Ca-
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