Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1875 — 1878

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Schnitt und Formen der Buchstaben lassen keinen Zweifel daran übrig, dass
diese Inschrift eben so, wie sieben andere von mir schon früher besprochene1, aus
der Zeit des.Paerisades I stammt, der von Olymp 107, 4 bis 117, 3 oder 349 — 310
v. Chr. in Pantikapaeon herrschte. Ob die in den beiden ersten Zeilen ursprüng-
lich im Genitiv genannten beiden Haupt-Namen die der Weihenden oder die der
Dargestellten waren2, muss zwar unentschieden bleiben; doch ist mir das Letztere
wahrscheinlicher, da sich auf der Oberfläche der Basis zwei Vertiefungen vorfinden.

2. Von besonderem Interesse ist auch eine zweite von Herrn Tomasini in
Kertsch dargebrachte Inschrift, welche an der Vorderseite einer oberhalb und an
beiden Nebenseiten beschädigten Basis von weissem Marmor angebracht ist3. Die
gegenwärtige Höhe des Blocks beträgt 11 Verschok (0,49 Mètre), die Breite 11
Verschok (0,49 Mètre) und die Dicke T/.2 Verschok (0,33 Mètre). Die Inschrift ist
in schönen grossen Buchstaben abgefasst.

................... [Ttßeptov 'IouXiov 2aupo[jt.&pjv, u'.ov]

• ^Z(|)IAOKAIEAPAKAIcJ)| . [ßacr&e&x; T^ouTcopi-]

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• . Tßl A^T E ... to]v tôiov eùepY£Tï)[v.

£V] T(3 8px I[T61.

Das Jahr 394 der bosporischen Aera entspricht dem Jahre 98 der christlichen
Zeitrechnung. Der bosporische König also, der durch diese Inschrift geehrt werden
sollte, war der Sauromates, welcher den uns erhaltenen Münzen zu Folge von 94
bis 124 n. Ohr. regierte4.

1 Ant. du Bosphor. Cimin. Inscr. N° 2 — 6.
Compte-rendu de la comm. arch. pour l'ann.
1865. p. 206 — 208. Auf denselben Paerisades
und seine Brüder bezieht sich auch eine sehr
wichtige, neuerdings in Athen aufgefundene In-
schrift. Siehe X^ziov To. VI. 1877. p. 152.

2 Siehe Franz: Elem. epigr. p. 331 f. Benn-

dorf: Die Metopen von Selinunt p. 35.

3 Compte-rendu de la comm. arch. pour l'ann.
1874. p. XV.

4 Ueber die übrigen Inschriften, welche des-
selben Königs gedenken, siehe Compte-rendu de
la comm. arch. pour l'ann. 1862. p. 22 ff.
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