Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1875 — 1878

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Grundformen dem Kopf der Münze ohne allen Vergleich näher steht, als alle übri-
gen uns erhaltenen Köpfe des höchsten Gottes, ja so nahe, wie es überhaupt als
möglich erscheint, wenn wir beachten, dass wir es einer Seits mit einer kleinen
Münze des fünften Jahrhunderts v. Chr. und anderer Seits mit einem überlebens-
grossen Marmor-Kopf des zweiten Jahrhunderts n. Chr. zu thun haben.

Das Haar des Kopfs und des Barts zeigt beide Male im Allgemeinen genau
dieselbe Länge, dieselbe Fülle, dieselbe Gliederung in zahlreiche einzelne Locken,
denselben Grad lebendiger Bewegung dieser Locken, denselben glatten Scheitel,
dem jedes Emporsträuben über der Stirn fremd ist, und würde an beiden Köpfen
einander noch ähnlicher sein, wenn nicht an dem Marmor-Kopf alle Spitzen der
einzelnen Locken abgebrochen, auf der Münze hingegen gemäss einer auch sonst
nicht unbekannten Neigung der Stempelschneider gerade ganz besonders minutiös
durchgebildet wären. Ein anderer geringfügiger Unterschied zeigt sich darin, dass
der Stempelschneider das ganze Ohr, der Bildhauer nur den oberen Theil dessel-
ben von den überhaupt nur mässig langen Haaren bedeckt dargestellt hat.

Ausserdem ist der Mund an beiden Köpfen in gleichem Maasse geöffnet. Die
Erhöhung auf dem Nasenrücken ist beide Male genau dieselbe, und wenn die Nase
selbst auf der Münze augenscheinlich länger, als an dem Marmorkopf ist, so wurde
schon bemerkt, dass an dem letzteren die Spitze derselben vom Kestaurator selbst
im Verhältniss zu den übrigen Theilen des Kopfs etwas zu kurz gebildet zu sein
scheint.

Eben so sind die Augenbrauen an beiden Köpfen in völlig gleichem Maasse
hervorgehoben und auch in Betreff der Höhe der Stirn würden sie eben so vollstän-
dig übereinstimmen, wenn der Stempelschneider nicht gerade in der Mitte derselben
ein paar Locken gewiss stärker betont hätte, als das Original.

Wenn das Auge der Münze weit grösser ist, als die des Marmor-Kopfs, so
röhrt dies offenbar nur daher, dass der Verfertiger der Münze nach einer auch
sonst nicht seltenen Gewohnheit der Stempelschneider seiner Zeit dasselbe selbst im
Verhältniss zu den übrigen Theilen des von ihm selbst dargestellten Kopfs entschie-
den zu gross gebildet hat.

Endlich ergiebt sich natürlich aus allen diesen Einzelheiten, dass die Formen
dieses Marmor-Kopfs ganz eben so rein von jeder Annäherung an die des Löwen
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