Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1876 — 1879

Page: 178
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/crpetersbourg1879/0222
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Trotzdem will ich, ohne das in Rede stehende Gefäss selbst gesehen zu haben,
mein Urtheil darüber nicht abschliessen und nur das sagen, dass es vorläufig das
ohne allen Vergleich Wahrscheinlichste ist, dass wir es da mit einer Maenade oder
einem anderen Mädchen der Wirklichkeit zu thun haben, welches auf einem Ziegen-
bock reitet.

Allein selbst wenn es gewiss wäre, dass der kleine Dionysos gemeint sei, wel-
cher Urtheilsfähige würde selbst dann auch nur für einen Augenblick auf den
Gedanken kommen können, mit Hülfe dieses Gefässes beweisen zu wollen, dass so-
gar an zwei anderen kleinen Gefässen der kaiserlichen Ermitage von ähnlicher Art1
derselbe kleine Gott dargestellt sei?

Ziegenbock. Wenn wir hingegen Attis zwei Mal
Bach Frauen - Art auf einem Hahn reiten sehen
(Compte-rendu de la comm. arch. pour l'ann. 1873.
p. 46.), so ist dies ohne Zweifel dadurch veran-
lasst, dass die alte Anschauung diesen Jüngling
in Folge seiner Entmannung geradezu dem weib-
lichen Geschlecht zuzuweisen pflegte. Lukian:
De dea Syria 15.'Atty)ç 8è yâvoç jxèv AuSo; tjv,
npüioc, 8è Ta öpyiä t« èç P4yjv èSioà^aTO. xai Ta
<t>p'jy£; xai AuSoi xai £ajj.oôpax£; £raT£>i5u<7iv,
'Att£co TiàvTa £p.adov ' cö; yap p.tv V] Piï) izipz,
ßiou [xèv àvûpy)bu aTCEuaOo-aTo, [j.opcpY]v Sè ÔY]-
Xbjv ijixei^aTo xai tcrfrtfîoi Y^vaocYJtvjv èveSusaTO
xai uàa-av yfjv cpoiTtcov opytà T£ £ti£T£À££ xai
Ta £Traô£v àmr]y££to xai Pâyjv y]£[2ev.

1 Stephani: Ant. du Bosph. Cimm. Pl. 71,
4. Compte-rendu de la comm. arch., pour Faim.
1870. Pl. 5 3. Erst nachträglich habe ich durch
genaue Vergleichung beider Exemplare in jeder
Einzelheit festgestellt, dass sie mit Hülfe der-
selben Form angefertigt sind, was von um so
grösserem Werth für uns ist, als sie sich auf diese
Weise da, wo sie mehr oder weniger beschädigt

sind oder gleich ursprünglich nicht scharf genug
ausgeprägt waren, einander gegenseitig ergänzen.
Ausserdem muss ich bedauern, dass ohne meine
Schuld keine der beiden Abbildungen in allen
Einzelheiten so genau ausgeführt ist, wie es zu
wünschen wäre. Namentlich sind in der Abbildung
des ersten Gefässes die am Original deutlich sicht-
baren acht schuppenartigen Verzierungen, welche
im Innern der Muschel die übrigens nicht-ausge-
führten einzelnen Riefeln abschliessen, so wie die
das Haupt der sitzenden Person umflatternden
vier Bänder und vier grossen Schleifen, je zwei
auf jeder Seite, gar nicht zu sehen. Die Abbil-
dung des zweiten Gefässes hat nur die vier Schlei-
fen, aber nicht die vier Bänder weggelassen, die
Zahl der wirklich vorhandenen schuppenartigen
Verzierungen aber mehr als verdoppelt und ihre
Anordnung, so wie ihre Form, die der Zeichner
gar nicht verstanden hat, ganz willkiihrlich ver-
ändert. In der That sind an beiden Gefässen nur
acht schuppenartige Verzierungen, vier an jeder
Seite des Kopfs der reitenden Person, sämmtlich
nur in einer Ileihe nebeneinander und am ausser-
loading ...