Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'année 1880 — 1882

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Doeh wiirden wir uns unter dieser Voraussetzung wundern mûssen, dass der
Kiinstler nur Halbkugeln, nicht vollstandige Kugeln gebildet hat.

Wie die Leichname der Manner fast stets in eineui ungleich geringeren Maasse
mit werthvollen Schmucksachen ausgestattet sind, als die der Frauen, so wurde
auch der, mit welchem wir uns hier beschâftigen, ausser dem eben besprochenen
kostbaren Blâtterkranz nur noch mit zwei goldenen Schmuck-Gegenstânden verse-
ben aufgefunden: mit dem auf Tafel II N° 2 abgebildeten goldenen Ring, welchen
der Todte an der linken Hand trug, und mit der auf Tafel II N° 3 wiedergegebe-
nen goldenen Tçepovr}, welche ohne Zweifel zum Zusammenhalten seines Gewandes
diente.

Der erstere, welcher 6 Solotnik 71 Doli wiegt1, hat die einfache Form, welche
schon im vierten Jahrhundert v. Chr. neben der mit einem beweglichen Edelstein
verbundenen Bûgelform aufzukommen anfing und dièse allmâhlig fast vôllig ver-
drangte. Die Vertiefung des Schilds ist gegenwârtig nur mit einer Quantitât oxy-
dirten Eisens ausgefiillt und es kann daher nicht wohl einem Zweifel unterliegen,
dass urspriinglich in das Schild dièses Rings abenso, wie in das eines anderen
Rings von einer sehr nahe kommenden Form, welcher in dem Grabe eines Kriegers
das dem Ende des vierten Jahrhunderts v. Chr. gefunden wdrden ist2, ein Baetyl
als Amulet eingelassen war, der sich jedoch im Laufe der Zeit allmâhlig zersetzt
hat, und natûrlich ist hiernach auch ein Ring der in demselben Grabe ruhenden
Frau, der sich von dem in Rede stehenden nur durch seine Kleinheit unterschei-
det (Tafel III N° 11), zu beurtheilen.

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aÙT(3v vtvêfTdai orçXa, Toîç 8è Stà tyjv i£, aîrtâv
èpyaatav.

î Siehe oben p. 15 K° 17.

2 Compte - rendu de la comm. arch. pour l'ann.
1876. Pl. 2. N°3 und 4. p. Ml. Hierbei habe
icb nachzutragen, was ich a. a. 0. zu bemerken
vergessen habe, dass die kaiserliche Ermitage

schon frûher zwei im sûdlichen Russland gefun-
dene goldene Ringe von wesentlich derselben
Form besass, deren Schilde gegenwârtig ebenfalls
nur mit oxydirtem Eisen gefûllt sind, mithin ur-
sprunglich ohne Zweifel auch Baetyle als Amu-
lette enthielten. Der eine (N° 283) ist schon
im Jahre 1842, der andere (N° 229e) im Jahre
1852 bei Phanagoria gefunden worden.
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