Fliegende Blätter — 185.1936 (Nr. 4744-4770) = 92. Jahrg.

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„*30^ein Mann hustet immer im Schlaf. Das macht mir solche
Sorgens — „Das ist noch gar nichts I Meiner lächelt immer — das
macht mir noch viel mehr Sorgen."

Für Rundfunkhörer

Ein Mechaniker schrieb in unserem Wochenblatt aus: „Achtung!
Störungen an Rundfunkapparaten sowie Ambau von Geräten werden
sorgfältigst ausgeführt von Josef Rublinger, Ankere Turmstraße 3."

Gedankenlos

Ein junges Mädchen geht vorbei; der eine junge Mann bemerkt
zum anderen: „Reizendes Mädchen." Der andere: „Kunststück — mit
siebzehn Jahren ist selbst eine alte Großmutter hübsch."

Auf der Straße treffen sich Professor Grünlich und Lerr Stadel-
mann.

„Lange nicht gesehen," meint Professor Grünlich, „waren Sie verreist?"
„Rein, ich war schwer erkrankt."

„Krank, hm. And Trauer tragen Sie auch? Sagen Sie, Ihr Leiden
war doch nicht etwa tödlich?"

Kredit

Erika ist zum Krämer einkaufen gegangen.

„Was kostets?" fragt sie.

Der Krämer ist ein Schwerenöter und Erika ein hübsches Mädchen.
Also lächelt der Krämer:

„Einen Kuß."

„Schön," meint da Erika, „Oma kommt morgen vorbei und bezahlt."

„Ich Hab mir 'ne Kinokamera gekauft."
„Könnt ich nichts mit anfangen. Wissen

Sie, Sie haben mehr Szenen zuhause."

Schuldlos

Schimmelmann holt hin und wieder
Rat ein bei seinem alten Arzt, dem Dok-
tor Strubel; sein Magen macht ihm manch-
mal zu schaffen.

Gestern abend hat Dr. Strubel in einer
angenehmen Schlemmerstätte gesessen, und
Schimmelmann ist auch dort gewesen.
Schimmelmann hat den Arzt nicht bemerkt,
aber Dr. Strubel hat Schimmelmann ge-
sehen, und was diesem der Kellner gebracht
hat — darauf hat er gut aufgepaßt. Na-
türlich nicht aus müßiger Neugier, sondern
aus löblichem ärztlichen Interesse.

Richtig — was Dr. Strubel sich gestern
schon gedacht hat, tritt heute ein: er muß
sich zu Schimmelmann bemühen. Der liegt
im Bett und stöhnt und jammert, daß es
einen Stein erweichen könnte.

Aber Dr. Strubel bleibt hart. „Daran
sind Sie ja selbst schuld, mein Lieber! Sie
haben gestern abend einen Lummer ge-
gessen; nun müssen Sie die Folgen tragen."

Schimmelmann erschrickt ein wenig,
aber dann faßt er sich und zeigt ein mattes
Lächeln gekränkter Anschuld. „Nee, Lerr
Doktor, der Lummer ist nicht schuld da-
ran — — mir war schon vorher gar
nicht gut." — on.

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„Mein Mann ist so herrschsüchtig —"

„Sie sollten mehr Rückgrat zeigen, verehrte Freundin!"

Der Herr Profeffor

„Leute ist unser Lochzeitstag, Gregor!"
„Ansinn I Wir sind doch längst verheiratet I"

„Äören Sie mal, junger Mann: Sie
mißbrauchen mein Vertrauen auf uner-
hörte Weise. Wie können Sie meine
Tochter nach einem Tanzvergnügen mor-
gens um sieben nach Lause bringen?"

„Verzeihen Sie gütigst, aber ich muß
ja leider um acht schon im Büro sein."

Äerbert hat mit seiner jungen Frau
einen Nachmittagsspaziergang gemacht.
Jetzt sitzen sie noch ein Weilchen in einem
Kaffeehause.

Da führt der Zufall den Vetter Franz
her. Er setzt sich zu dem Ehepaar, und
man unterhält sich über gleichgültige Dinge.

Dann aber beschäftigt sich die junge
Frau mit einer Zeitschrift, und da kritzelt
Lerbert schnell etwas auf einen Zettel, den
er dem Vetter Franz zuschiebt. Der liest:
„Reich' mir doch unter dem Tisch zwei
Mark!" Er wundert sich, aber er tut es.

Dann zahlt man und geht weiter. Als
die junge Frau von einem Schaufenster
angezogen wird, flüstert der Vetter Franz
Lerbert zu: „Last du denn gar kein Geld
bei dir?"

„Bloß einen Lundertmarkschein! Wenn
ich den gewechselt hätte, dann würde meine
Frau jetzt noch Einkäufe machen wollen."

—on.

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Mein Mann ist so herrschsüchtig"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel Serientitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Kommentar
Herbert Lehmann

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsdatum (normiert)
1936
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild Digitales Bild
Rechtsstatus
CC BY-SA 4.0 CC BY-SA 4.0
Creditline
Fliegende Blätter, 185.1936, Nr. 4762, S. 290 Universitätsbibliothek Heidelberg
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