Fliegende Blätter — 185.1936 (Nr. 4744-4770) = 92. Jahrg.

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Allerlei Bescherungen «•»*«** *o*inf.„

Bastian, der Lauseigentümer, wohnt im ersten Stock, unter ihm
sein Mieter Laubach.

Bastians sitzen gerade bei ihrem Weihnachtskarpfen, da schallt ein
ungewohnter Lärm an ihre Ohren: unten bellt ein Lund; man könnte
sogar sagen, er kläffe.

„Nanu, wo kommt denn der Lund her?" wundert sich Frau
Bastian. Aber sie findet auch gleich die Erklärung: „Den Lund wird
wohl Laubach seiner Frau zu Weihnachten geschenkt haben."

„Wird wohl so sein," meint Bastian. „Aber eigentlich-"

Doch dann läßt er den Satz unbeendet, da er gerade mit einer Gräte
zu tun hat.

Erst ein paar Stunden später, als er noch mal vor's Laus geht,
spricht er aus, was sich an das „eigentlich" anschließen sollte. Da
führt nämlich Laubach auf der Straße einen Lund an der Leine,
einen schottischen Terrier, der noch sehr ungebärdig ist.

„Eigentlich, Lerr Laubach," sagt also Bastian, „hätten Sie doch

erst meine Einwilligung haben müffen, wenn Sie einen Lund halten
wollen. Das steht doch ausdrücklich im Mietsvertrag."

„Ich weiß, Lerr Bastian, ich weiß!" flüstert Laubach. „Geben
Sie Ihre Einwilligung nicht, ich bitte Sie! Ich kann diese Sorte
Lunde nicht ausstehn, aber meine Frau hat ja durchaus solch einen
Köter haben wollen."

Feibusch hat im letzten halben Jahr sehr karg leben müssen; sein
Magen hat es verlangt, und der Arzt hat es befohlen. Aber es sind
alle Aussichten da, daß er nun bald wieder auf dem sogenannten
Damm sein wird.

Er ist also ganz vergnügt am Weihnachtsabend. And er kriegt
noch mehr Beranlaffung, vergnügt zu sein, als nun die Gattin ihm
ihre Geschenke ausbaut. So reich ist er noch nie bedacht worden.
Da liegt eine mollige Lausjacke, da ist eine Pelzmütze, die er sich
schon lange gewünscht hat, weil sein Schädel leider ziemlich kahl ist,
da ist eine noble Brieftasche — — na, und noch manche andere
nette Kleinigkeit.

Zeichnung von s. Krank

Sicherung „Weihnachten feiert man doch im engeren Familienkreise-warum habt ihr denn so viel Leute eingeladen?"

„Vater war dafür, Onkelchen! Er hat gesagt: wenn wir unter uns sind, gibt's zu leicht Krach."

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Sicherung"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel Serientitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Traub, Gustav
Entstehungsdatum
um 1936
Entstehungsdatum (normiert)
1931 - 1941
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild Digitales Bild
Rechtsstatus
CC BY-SA 4.0 CC BY-SA 4.0
Creditline
Fliegende Blätter, 185.1936, Nr. 4769, S. 402 Universitätsbibliothek Heidelberg
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