Fliegende Blätter — 74.1881 (Nr. 1849-1874)

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Sei bescheiden!

ist, dessen Ufer so herrliche Bäume beschatten, und
hoffte von dort aus ihr Werk nnbelanscht vollbringen
zu können. Allein sic hatte sich sehr getäuscht. Auf
der Brücke eilten zahlreiche Passanten hin und her,
viele Gaskandelaber gossen ihr Helles Licht herab, zwei
Wachmänner schritten nebeneinander auf und ab —
wie sollte da der geheimnißvollc Wurf gethan werden?

Die Hofräthin
schritt langsam
über die Briicke,
blieb ein paar
Mal stehen,
spähte nach den,
schwarzenNacht-
himmel empor,
ob er wieder so
erbarmungslos
sein und trotz
ihres Malheurs
auch noch ans
sie herabregncn
würde? und
schlug dann
einen dunklen
Seitenpfad nach dem Parke ein. Es galt nun, eine Stelle
zu finden, wo der Fisch dcponirt werden konnte, ohne
daß Jemand sah, von Wem. Das war nun wieder
nicht so leicht, als Frau von Köhler es sich vorgestellt.
Entweder waren es Promenirende, die sie abhielten,
ihr Packet in's Gebüsch zu legen, oder cs saß auf
einer Bank ein einzelner Schwärmer für feuchte Herbst-
abende , der sich die Wonnegefühle eines tüchtigen
Schnupfens angedeihen lassen wollte, oder ein Weiblein,
das seine Bettelkreuzer überzählte, oder ein Liebes-
paar , dem die innere Gluth den kühlen Lufthauch
nicht fühlen ließ, der durch die nassen Bäume strich.
So bummelte die unglückliche Frau eine geraume
Weile resultatlos umher — und plötzlich riß ihr
die Geduld. Dort schimmerte der Teich so einladend
herüber — was ließ sich nicht in diese Wassermasse
Alles versenken? — (Schluß folgt.)

Das Preisstück.

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Erziehungs-Resultat.

Die kleine 10jährige Ella (zu ihrem Onkel, der
ihr eine wohlgerechtfertigte Rüge ertheilt hat): „Was
willst Du denn überhaupt, Onkel — Dil kannst
ja noch nicht einmal ordentlich Physik und Astro-
nomie."

Belohnte Geduld.

Anna: „Ich höre, daß Du, Gottlob! jetzt
endlich auch heirathest; hast aber lange warten
müssen!" — Toni: „Dafür wcrd' ich aber auch
gleich die dritte Frau meines Zukünftigen".

Welches Drängen, welches Treiben!
Himmel! Welch' ein Dichter-Lenz!
Heute ist der letzte Abend
Für die Preisstück-Konkurrenz.

Und von allen diesen Stücken
Wird ein einiges aufgeführt.

Aber meist nur mit der Wirkung,
Daß der Autor sich blamirt.

_ v. Mris.

Sonderbarer Unterschied.

Fremder: „Was kann man haben?" — Kellner: „Kalbs-
braten, Schweinsbraten, Roastbeef, Rostbraten...." — Fremder:
„Was ist für ein Unterschied zwischen Roastbeef und Roastbraten?" —
Kellner: „Roastbeef ist fertig, Rostbraten muß erst gemacht werden."

Bittere Wahrheit.

Vater (zu seinem nach 12 Semestern im Examen glücklich durchge-
fallenen Sohn): „Wenn ich Dich nur lieber hätte Soldat werden lassen!
So viel Geld hättest Du mich doch nicht gekostet!" — Sohn: „Ganz

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Sei bescheiden!" "Das Preisstück"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Bechstein, Ludwig
Entstehungsdatum
um 1881
Entstehungsdatum (normiert)
1876 - 1886
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 74.1881, Nr. 1856, S. 59 Universitätsbibliothek Heidelberg
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