Gasser, Anna; Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Forschungen in Ephesos (Band 12,1): Die korinthische und attische Importkeramik vom Artemision in Ephesos — Wien: Schindler, 1990

Page: 89
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Der Typus der Lekythos ist wohl eine Variante von
Ures Typus P (6th and 5th Century, 54), das Motiv
auf der Schulter ein stilisierter Palmettenfries.
Keine genauere Zuordnung möglich; wohl nicht früh
zu datieren.
Vermutlich erstes Viertel des 5. Jhs. v. Chr.
All. Fragment des Fußes einer vermutlich schwarz-
gefirnißten Lekythos 75/K776, Tafel 5;35
Aufbewahrungsort: Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Attisch.
Firnis: Schwarz.

H: 1,3cm; Dm des Fußes: 6,5cm.
Profilierte Außenkante und Standfläche tongrundig
belassen, sonst schwarz gefirnißt. Auf der Unterseite
geritztes H. Der Fuß ist weit ausladend, jedoch nicht
scheibenförmig, sondern abwärts geschwungen.
Fundort: O-Profil (27m östlich AOK), Abhub bis
-0,30m, Ifm. 7-8 südlich ASK.
Das Fußprofil liegt in der Mitte zwischen Ures Ty-
pen k und n (6th and 5th Century, 41, Abb.4).
Keine genaue Zuordnung möglich, wohl nicht früh
zu datieren. Möglicherweise vom selben Gefäß wie
A10!

2. Andere geschlossene Gefäße

A12. Wandfragment eines großen geschlossenen
Gefäßes, wohl einer Amphore 82/K79, Tafel 35
Aufbewahrungsort: Sdcuk, Grabungshaus.
Ton: Attisch.
Firnis: Schwarz, Purpur aufgesetzt.
H: 3,9cm; B: 4,4cm.
Teil des Unterleibes einer mit einem Peplos beklei-
deten Frau. Am oberen Rand des Fragments noch
Teil des purpurn aufgesetzten Gürtels zu sehen.
Durch Ritzung ist das Stoffmuster angegeben: Ka-
riert; in den Karos kleine Kreise.
Fundort: N-Profil (41m nördlich ASK), Abhub bis
0,00m, Ifm. 20-21 östlich AOK.
Die Zeichnung erinnert an Frauengewänder des
Exekias. Vasen des Exekias und seines Kreises
(inklusive der „group E“): Beazley, ABV, 132-149,
686f.; ders., Paralipomena, 54-62; ders., Addenda,
15-18. Gleiches Gewandmuster z.B. auf einer Am-
phora des Exekias in Boston, CVA 1, Tff.29-32
(Beazley, ABV, 144, Nr.4).
Drittes Viertel des 6. Jhs. v. Chr., um 540?
A13. Wandfragment einer Amphore 77/K253, Ta-
fel 36
Aufbewahrungsort: Selfuk, Grabungshaus.
Ton: Attisch.
Firnis: Schwarz.
H: 7,3cm; B: 8,6cm; Wandstärke: 6-7mm.
Gefirnißt; rechts leeres tongrundig belassenes Bild-
feld (nach Pinselstrich bei Rechtshänder).
Fundort: O-Profil (30m östlich AOK), Abhub bis
-0,03m, Ifm. 6-7 südlich ASK.
Keine Zuordnung oder Datierung möglich!
A14. Zwei Teile einer Oinochoe 72/K42, Tafel 36
Aufbewahrungsort: Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Attisch, creme-weißer Überzug.
Firnis: Schwarz.
a. H: 6,8cm.
b. H: 7,8cm.
a: Mündung und Hals mit Teilen des Henkels und
der Schulter; b: Fuß und Teil des unteren Gefäßkör-
pers; beide Teile jeweils aus mehreren Fragmenten
zusammengesetzt.
Rechts vom Henkelansatz fehlt ein Stück der Klee-
blattmündung. Im weißlich überzogenen Bildfeld auf

dem Streifen am Hals: Waagrechtes Linienpaar, dar-
unter versetzte Stäbe, darunter Abgrenzungslinie zur
Schulter. Auf der Schulter oben Zungen, als seitliche
Begrenzung des Bildfeldes vertikaler Streifen aus
versetzten Punkten, gegen das Bildfeld von zwei
vertikalen Linien gerahmt. Vom Motiv nur Rest ei-
nes Zweiges mit punktförmigen Blättern erhalten.
Mündung und Hals innen gefirnißt. Der flache Fuß-
ring setzt unten nicht unmittelbar am Gefäßboden an;
den Übergang bildet ein kurzes, leicht konisch an-
steigendes Mittelstück.
Fundort: N-Profil (3,5m nördlich ASK), Abhub bis
-0,58m, Ifm. 9-10 östlich AOK.
Oinochoe aus der Werkstatt des „Athena-painter“
(Beazley, ABV, 524ff., 704f.; ders., Paralipomena,
262ff.; ders., Addenda, 62ff.).
Nach der Form gehört unser Exemplar zu den in
ABV, 526ff. unter IV zusammengefaßten („shape I,
dass A“).
Um 500 v. Chr.
AIS. Fragment einer kleinen Pelike (oder eines klei-
nen Kännchens, eventuell auch einer kleinen Kalpis)
71/K26b, Tafel 36
Abgebildet im Vorläufigen Grabungsbericht 1973 (Anz AW
111), Tf.13.
Aufbewahrungsort: Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Attisch.
Firnis: Schwarz, Weiß aufgesetzt.
H: 3,2cm; B: 3,2cm.
Innen oben gefirnißt. Außen tongrundiges Bildfeld,
von doppelten Punktreihen, gerahmt von Linien, be-
grenzt. Im Bildfeld Kopf und Brust eines Satyrn, das
Gesicht fehlt zum Großteil. In Weiß aufgesetzt:
Waagrechte Linie über dem Bildfeld, der Bart des
Satyrn und je ein Band auf Kopf und Brust.
Fundort: SO-Sondage 2/71, Niveau unter dem gelben
Boden (ab ca. -0,30m), Ifm. 5-6 östlich AOK.
Das Fragment stammt vermutlich von einem kleinen
Gefäß ohne abgesetzte Schulter. Die Zeichnung ist
einerseits sorgfältig mit viel aufgesetztem Weiß de-
koriert, die Ritzung selbst andererseits flüchtig: Die
Ohren sind an der Spitze nicht geschlossen, der Platz
zwischen Haaransatz und Bart ist viel zu klein, sodaß

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