NS-Frauen-Warte: die einzige parteiamtliche Frauenzeitschrift — 11.1942-1943

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Der Sozialen Setriebsarbeiterin war aufgefallen, wie blatz, überanftrengt und
müde die sonst so frische und fröhliche Zrau Schmidt aussah. Zn ibrer Sprech-
stunde ersuhr sie, datz die Mutter von Zrau Schmidt, die bisher einen Teil der
hausarbeit gemacht und oor allem die biinder tagsüber gehütet hatte, plötzlich
erkrankt war und gepflegt werden mutzte. Nle hausarbeit blieb bis zum Sbend
liegen, und dazu kam die Sorge um die beiüen
kleinen Mädcl, um die sich die Nachbarin auch ^

nicht immer kümmern konnte. Oie SL. überlegte,
wie am schnellsten zu helfen war. „Jch schicke
Ihnen morgen die hanna, unser Zrauenhilfs-
dienstmädel. Oie wird sich einige Tage um
Zhren haushalt und die Ninder kümmern und
Jhnen mal einen Teil der gröbsten Arbeit bei-
seite schaffen.'

So kommt die krästige, frische hanna in der
kleidsamen blauen Tracht mit Lchürze, weihem
tiopstuch und der Srosche des Zrauenhilfs-
dienstes am anderen Morgen zur Zamilie
Schmidt. Sie arbeitet bereits ein ganzes Iahr
im Zrauenhilfsdienst und ist gewohnt, umsichtig
und rasch bei jeder neuen Krbeit zuzupacken.

Manchmal war sie jeden Tag in einem anderen
haushalt. Oa mutz man sich schnell zurecht-

klus den Oörfern am Rand de; bireises kommen vier Mädel. Sie sind in Ge-
meindestationen eingesetzt und arbeiten ähnlich wie hanna auf Knweisung der
Gemeindeschwester.oder üer hilfsstellenleiterin Mutter und kiind in den einzelnen
häusern, in denen hilse besonders dringend gebraucht wird. üluch von ihnen
will eine in einen sozialen Leruf gehen. Zwei, die verlobt waren, haben inzwischen

geheiratet, sind aber in der Lrbeit geblieben,
Wsuer weil ihre Männer als Soldaten drauhen sind.
va wird ihnen nach Bsendigung des Irauen-
hilfsdienstes zu dem Lhestandsdarlehen die nicht
zurückzahlbare Beihilfe von fünfhundert Mark
oom veutschen Zrauenwerk ausgezahlt, die als
eine klnerkennung für den Threndienst gilt, den
sie durch ihre zweijährige klrbeit im Zrauen-
hilfsdienst für Wohlfahrts- und birankenpflege
als Oienst an der volksgemeinschaft geleistet
haben.

tluch in den NSV.-Rindergärten helfen einige
Mädel. Man hat den zwei Tüchtigsten oonihnen
im letzten Sommer eigene Trntekindergärten
anvertraut, die sie ordentlich und gewissenhaft
leiteten. Oie jüngste der helferinnen in den
Nindergärten hat beim Lpielzeuganfertigen eine
besonders starke Legabung für die Werkarbeit

ln rler S!sUtmncIsis6lung, in US5 vieis bsmtststigs
^üttec lebsn, weccjen 6ie kiriclek' mocgens von üem
ssfsoenbilfsciienstmsclel rusammengebolt. kin immec
gföüecec's'fupp entstsbt von l'ücrul'üi'. disöec k^8V.-
Kinöefgecten ei-ceiclit ist. ^ufn.: l.iselotte pucpef

sinden iönnen, damit auch die Nrbeit von
einigen Ltunden der überanstrengten Mutter
schon eine spürbare Lrleichterung bringt. Sie
stammt aus einer kinderreichen Zamilie, in der
sie die früh verjtorbene Mutter vertreten muhte.

6ll; der ältere Lruder das oäterliche Geschäst
übernahm und eine junge Zrau ins haus brachte,
konnte hanna an einen eigenen Beruf denken.

Ver Zrauenhilfsdienst war der Nchtzehnjährigen
da al; die beste vorbereitung zum Leruf der haus-
halthelferin bei der NSV. erschienen, für öen sie
jich nach langem Überlegen entschieden hatte.

Llm nächsten Sonntag will hanna in die lireis-
stadt fahren. Oort treffen sich nachmittag; üie
zwölf Mädel vom Zrauenhilssdienst, die im lireis arbeiten. Oa wird sicher wieder
viel erzählt werden. Gerda und Zlse sind im lirankenhaus. vie zierliche Zlse ist
nach der Lehrzeit al; verkäuferin zum Zrauenhilfsdienst gekommen. Si« will
Säuglingsschwejter werden. Zwischen den vitrinen des Zuweliergeschäftes hat sie
gespürt, dah sie hier nie richtig zufrieden und glücklich sein würde, weil ihr das
Lebendige so sehr fehlte. Nun ist sie fast zwei Zahre auf der Säuglingsstation, und
die Lchwestern schätzen ihre zuverlässige Nrbeit. kluch Gerda wird in die Nusbil-
dung als Schwester gehen. Lie hat sich im Zrauenhilfsdienst, der im Nrankenhaus
die Unterstützung der Schwestern bei der versorgung der liranken, der Sauber-
haltung der Näume und all den oielen notwendigen kleinen handreichungen
oerlangt, um die Schwestern für ihre eigentliche pflegerische Nufgabe;u entlasten,
auch hauswirtschastliche Nenntnisse für ihren künftigen Berus erworbcn.

vas ffsuenbilfsöienslmsöel bilft öec Lieölefffsu
^ufnsbme: Ucsula Ostwslö

gezeigt und sich ;u einer Nusbildung auf diesem
Gebiet entschlossen. Lei den anderen heiht das
Lerufsziel liinderpflegerin oder liindergärtne-
rin. Oie älteste und reifste oon ihnen wird volks-
pflegerin werden.

5o hat der kleine Mädelkreis, derjedes viertel-
jahr einmal mit der Nbteilungsleiterin für hilfs-
dienst im Nreis zusammenkommt und von Lr-
fahrungen, Lrleben und plänen erzählt, seine
Wünsche und Ziele, zu denen ihnen oft erst im
Zrauenhilfsdienst der richtige Weg gewiesen
wurde. Linzclne haben sich gleich für ejnen be-
stimmten sozialen Leruf entschlossen und sind
üann schon nach einem halben Zahr in die
Lerufsausbildung gegangen. Nndere werden
auch an ihrem jetzigen Nrbeitsplatz bleiben.und
manche haben sich für einen Linsatz im Vsten gemeldet. Nus den verschieden-
sten Gegenden kommen sie, zwei Zahre übernehmen sie im Zrauenhilfsdienst
pflichten, für die es keine große Lntlohnung gibt, sondern neben freier ver-
pflegung, Unterkunft und Nrbeitsklcidung nur ein kleines Taschengeld. vatz
diese zwei Zahre ein reicher innerer Gewinn für die Mädchen sind, beweist
am besten ihre Berufswahl, bei der sich wie in diesem Nreis im Neich bei den
ausscheidenden Zrauenhilfsdicnstmädeln im Zahre lS42 74 o. h. einem sozialen
Leruf zuwandten. 5o hat der Zrauenhilfsdienst, der jetzt über fünf Zahre be-
steht, nicht nur über 12000 Mädel für dringend notwendige hilfeleistung bei
der pflcgerischen und sozialen Betreuung der volksgemeinschaft sür kurze Zeit
gewonnen, sondern auch einen grotzen Teil von ihnen für immer zu einem
sozialen Seruf geführt. Nn.neliese Sockemühl

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setrl, um ctie eckcsnkte öäuscin ru vect/eten. ^ufn.: l-iselotte pucper
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