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NS-Frauen-Warte: die einzige parteiamtliche Frauenzeitschrift — 11.1942-1943

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https://doi.org/10.11588/diglit.2782#0310
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Das Ivort oom totalen
tirieg ift längst keine
blotze vokabel mehr für
unr. Ieder veutsche hat
begriffen, datz es in die-
jem tiriege, der in
seiner schrecklichen kia-
serei und in dem töd-
lichen hah und dem
vernichtungswillen un-
serer Eegner alle Gren-
zen der kNenschlichkeit
überstutet hat, um die
unabdingbare, die to-
tale «kütscheidung über
unser aller Leben geht
und um die ganze deut-
sche Zukunft, 5o ift es
gekommen, dah dieser
iirieg auch vor den vör-
sern und Städten der
heimat mit ihrer fried-
lichen Sevölkerung, vor
den Nirchen und iiran-
kenhäusern und tiultur-
denkmälern nicht haltgemacht hat. ver jüdische Saüismus im Lager der anglo-
amerikanischen helsershelser des blutigen Lolschewismus schickte die fliegenden
Meuchelmörder aus, die mit ihren Somben die deutsche heimat zu übersallen
begannen, um -ie moralisch« iirast der deutfchen volkes zu erschüttern und
schliehlich ;u lähmen. 5o kam es, üah neden den Zronten des tirieges, an denen
der deutsche Zoldat an beispiello; kühnen llaten und an schlichtem namen-
losen heldentum so Ungeheure; leistet, eine neue Zront entstand: die heimat-
ftont des Lustkiegsgebietes im westen und Nordwesten des Neiches.

was e; heiht, an dieser Zront zu stehen und auszuhalten, kann nur der er-
messen, der selber einmal eine Sombennacht mit allen ihren Schrecken, mit
ihrem zähen Nusharren und ihren ftillen heldentaten erlebt hat. Unter einer
ungeheuren seelischen Selastung ftehen die Menschen an dieser Front, denn in
den Sombennächten geht es um das Leben, das eigene wie das der Zrauen
und Ninüer und der tllten, geht es um die häuse'r und wohnungen, um alle
habe und allen Sesitz, die in einem arbeitsreichen Leden erworben oder von
den vätern überkommen sind, geht e; um alles, was dem herzen lieb und
teuer ist. ^

Manches Seispiel eine; stillen heldentums, ;u dem selbst Zrauen und Nnaben
in der Ztunde der Sewährung emporgewachsen sind, gibt e; aus dem Luft-
kriegsgebiet heimat. Zn der eiskalten Nüchternheit der Lrkenntnis, dah die;
alles durchgeftanden werden muh, haben die Menschen in diesen Gauen zähe
und verbissen ausgehalten, wehrten sich in den Sombennächten, so gut sie es
oermochten, oerkallten sich in die Trümmer ihrer bombardierten Städte,
rückten zusammen, halfen einander in der Zrontdewährung der grohen volks-

»il«n 8t»«irr«il«n M««m«r k»s«n in Luissckiksno-
n«n ang«f»NL«n unrl komml m»fk«nff«i »n 6i« d«troff«n«n
Voik»g«no»»«n rur V«st«iiung. -kufnadm«: V/«ltdii«1

^n k^ütt«f mit 8augiing«n *,js6 eus Ssstsnüsn cle« dk8V. Xieinkinclefvväscde susge-
geden, um üen noti*en«jigsr«n Seüssf ru 6ecksn. -^utnsdme: ^eltdiirl

kameradschast und waren stärker als die Schrecken des furchtbaren Luftkrieges
Sie hatten, ähnlich dem Zrontsoldaten, alles hinter sich gelassen, was mit ihrem
ftüheren Leben zusammenhing, und es war ihnen ja nicht mehr um die Sequem-
lichkeiten und Nnnehmlichkeiten des Lebens ;u tun, sondern um das Leden
selber.

varan sollte jeder und jede denken, die sich etwa mit den Linschrän-
kungen des persönlichen Leben; noch nicht absinden können oder denen die
Nrbeit in der totalen tftäfteansponnung als ;u anstrengend und unerträglich
erscheint.

Zn dem Lustkiegsgebiet wird den Teirorangriffen Trotz geboten, wird in den
ödmbennächten um das Leben, die häuser und alle habe gekämpft, wird in
der bombardierten Stadt zusammengerückt und weitergelebt — und wird
weitergearbeitet, denn die Nkenschen im westen und Nordweften wissen,


dah sie den deutschen Soldaten an der Zront nicht im Stich lassen dürfen! Nn
diesem Seispiel aber mögen alle in der heimat sich prüsen, ob sie selbst nicht
noch mehr an Nrbeit für den Sieg leisten und ein Mehr an innerer Sewäh-
rung erbringen können!

Sowohl um dem problem des stellenweise stark verringerten wohnraume;
zu begegenen, wie auch um unnötige Dpfer zu vermeiden, wi« auch um die
arbeitenden Männer oon der seelischen Selastung der ständigen Sorge um Zrauen
und Ninder zu befreien, ist man in gesteigertem Nlahe dazu übergegangen,
die Zrauen und iiinder des Lustkiegsgebietes in nicht luftgefährdete Gaue
;u oerbringen. vie mit dieser oft improoisierten Nkahnahme austretenden pro-
bleme zu lösen, ist «inmal die Nufgabe der Drganisation und der schlechthin
umfassenden Zürsorge, an der die partei mit ihrem ganzen Apparat und
insbesondere mit den Ginrichtungen der NSV. mahgeblich beteiligt ist. Zum
anderen ist e; die Nufgabe der grohen volkskameradschast, die es in dieser
Zeit der allgemeinen und totalen Lntscheidung im höchsten Sinn« zu de-
währen gilt.

Zn ntanchem Drt, in manchem haus gflt es enger zusammenzurücken, wenn
Zrauen und Ninder aus bombardierten Städten und aus dem Luftkiegsgebiet
aufzunehmen sind. Und e; ist die besondere Nusgabe der Zrauen, den GSften
ihre Lage;u erleichtern und das neue Zusammenleben mit Linfühlungsoermögen
und Tatt zu gestalten. Ls mag nicht immer bequem sein, auf einen Teil seines
wohnraume; ;u oerzichten oder seine Nüche mitbenutzen zu lassen. Ls ist nur
allzu menschlich, dah nicht jeder sich mit jedem verfteht, und es gibt manche
heimatlich« Verschiedenheit, manchen Unterschicd vom Westen zum Süden,
oom Norden zum Dsten des vaterlandes, es gibt — um ein der hausfrau
wesentliches Gebiet zu skeifen — manche verschiedenheit der Lrnährung und
der Lssenszubereitung und der allgemeinen Lebensgewohnheiten. Nlan darf
auch die Nlacht der lleinen vinge nicht unterschähen — aber e; geht jeht im
Nriege und bei den Mahnahmen, dem Sobenterror auszuweichen, nicht um
 
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