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NS-Frauen-Warte: die einzige parteiamtliche Frauenzeitschrift — 12.1943-1944

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https://doi.org/10.11588/diglit.2780#0200
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(§ck>on mnnckrr, drr durck trn rücksicktslosrn Dvmbrntcrror in dcn großcn
Städren oder auck auf trn Bauernhöfen sein Hab und Kut vrrlor, bat sick
wobl di« Frage -orgelegt, wie einstmals der große Bedarf an HauSrat aller
Art bcfriedigt werden soll. Diese Frage keute löscn zu wollen, wäre cin vor-
riligcS Untrrsangeni richtigcr ist eS, si« so zu stellen: WaS können wir selbst
dazu tun, um unserc Notlag« zu vcrbessern? Ganz abgcseben davon, daß
durck Selbstbilfc materiellrr Nutzen entstckt, gibt
sie auch einc innere Lcfriedigung und ein gur Teil
der LebenSfreude zurück. Wer also kein Bctt, kcinen
Tisch und keincn Stuhl mehr hat, gehe daran, sich
selbst cinen zu zimmern. DaS ist gar nichl so schwic-
rig, wie es zunächft den Nnsckein hat. AilcrdingS muß
man dcn Maßstab der policrten Möbel auS edlen
Hölzern gänzlich beiseite legen. Umquartiert« auf dem
Land oder auch bombengcschädigte Landvolkangchörige
müssen mit dem Matcrial fürlieb nebmcn, was auf dem
Lande sowicso vorhanden ist, das sind Rcisig, Stroh,

Knüppelkolz, Kisten, Abfallholz der vcrschiedensten
Ari usw. Auch bei dem Handwerkszeug ist manchcr
Bebelf nötig, denn statt der nicht unbeschränkt zur Ver-
fügung stehenden Eisennägcl muß man auch Holznägcl

daß anderer Hausrat zur Zeit in den Mengcn, wic er gebrauckt würde, cinfach
nicht zu beschaffen ist. Wcr sich aber schon einmal Gedankcn übcr dic gewaltigen
Aufbauarbeitcn gcmacht bat, die unser nach der siegreichen Beendigung dieseS
KricgcS harren, der wird sich klar darübcr sein, daß wir dicsen HauSrat zwar
nicht in der durch die KricgSverhältnisse bedingten Weisc weitcr bcrzustellen
brauchen, daß wir aber auS dcn heutigen Selbsthilfemaßnahmen lerncn, und
auf dicsem Wege wieder zu einer betont bäucrlichcn
Cinrichtung und Gestaltnng der ländlichcn Wohnungen
zurücksinden wcrden.

Wcr einmal cin BehelfSheim geschen hat, daS von
seinem Besitzer mit Licbe und Sorgfalt mit derartigen
selbstgcfertigten Gegcnstanden auSgestattet ist, dcr wird
ihm einen gewissen naturvcrbundencn Stil nicht ab-
sprcchcn können. Zweckmäßig und dauerhaft, zeigt
diescr HauSrat doch Linic, und die Bequcmlichkcit und
Behaglichkeit dieseS HeimeS lcidc» in keiner Wcise.
In dicscm Heim ist alleS echt und wakr und wirk-
lich so, wic cs dastcht, wie eS auSsicht. NichtS ist
davon käuflich zu crwccben oder am laufenden Band
hcrzustellcn, sondcrn --die Persönlichkeit dcS BesitzcrS
und sein Geschmack sprechcn aus jcdem cinzelnen Stück.

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verwenden können, und
statt deS HobelS zum
Glätten vvn Bank- «nd
Tischflächen genügt ein
Stein, mit dem man mit
Hilfc von Sand die Ober-
fiäche auSreichend glatt
bekommt.

All diese Kniffe und
Hinweise wollen aber ge-
lrrnt sein, weil man
sonst sehr »iel Ieit und
Material mit «rfolglosen
Versuchen »ergeudet und
darübcr «ntcr Umständen
auch dic Lust serlieren
kann. DeShalb kat das
ReichSministcrium für Cr-
nährung und Landwirt-
schaft auf Anregung und
aach Urheberschaft der Bauschule für Raumtechnik und Raumgestaltung der
ReichSbauptstadt in Zusammcnarbeit mit dem ReichSnährstand unter Leitung
der Bauschule laufend vienvöchigr Lebrgäng« in Wriezen Oder durchgefübrt,
in denen den Teilnebmerinnra dir cinfachstcn Grundbegriffc handwerklichcr
Arbeit gezeigt werden. Maa isi überrascht, wena maa fieht, «ie auS Knüppel-
holz und Strobgeflecht ein zwar rinfacher, aber bequemer Lehnstuhl entsteht und
«ie «i» auS dem glrjcheu Matcrial hergrstellteL 'Lett di« Matratze durchau«
aicht vermissen läßt. Maa wead« aicht ei», daß diese Art z« wohncn, zu primitiv
sei. Cia Möbelstück, daS mit Liebr und Hingabe »oa dem Besitzer selbst ge-
bastelt wurd«, hat schon dadurch eiara besonderen Wert, ganz abgeschen davon.

Wer aber kein Behclfs-
heim einzurichten braucht,
kana dicscn HauSrat cben-
sogut alS Ersatz für an-
dere Möbclstücke verwen-
den, die im Laufe des
Gebrauchs ersetzt wcrdcn
müssen. Einmal mit
handwerklichen Kniffen
»ertraut, können abcr auch
Reparaturcn ausge-
führk werden, für die
untcr den beutigen Dcr-
hältnissen kaumcin Hand-
wrrkcr zu bekommcn ist.
Und .wie schön ist eS,
wenn man sich eia paar
Klammern, cia paar
Schöpf- oder Rührlöffcl,
Quirle, Wäschetrockner
u. a. selbst anfrrtigen kann. Tausend Kleinigkeiten sind cs, die hcute vielfach
in der Winschaft und gerade auf dcm Bauernbof fehlen — Möglichkeiten der
Ersatzbeschaffung bzw. deS CrsatzeS durch selbstgefertigten HauSrat wcisen die
genannten Scbrgängc, di« in den letztcn Wochen nun auch in dcn Landes-
bauernschaften auf der Kreis- und Dorfebenc angelaufcn sind. Ob Umquartierte
oder Laadfrauen, daS gilt gleich. Wo Not ist, muß geholfen werdcn und wird die
entsprechcnde Unterweisung erteilt. Gutc Dienst« leistet dabri die Fibel für Selbst-
hilfemaßnahmen auf dem Lande „Wir helfcn uns selbstl", die über dir eigentlich«
Anlritung zur Anfcrtigung »icler praktischer Dinge jedem noch mancherlei An-
regung zum eigenen Gestalten geben wird. I. Genthc

ädb. L: ZoidrtyoL^cnctzt« tsttol ls voc-

ctsr von i-i«rirL<^i«it

in Ssvnnkotrlcxn, ;

clsL Oiättvn uncl cii« ishte forrngstrong

^trd. 7: viorsr prsiciirck« ^s-

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