Münsterbau-Verein <Freiburg, Breisgau> [Hrsg.]
Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — 1.1905

Seite: 90
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Kleine Mitteilungen und Anzeigen



Item er sol auch kein grab uftun und dovongon
an andre werk, bei seinem eid.

Item wan er grebt, es sein spöt oder frü, so sol
er dovon nit gon, unz ein leicht in grund versorget
wurt.

Item die stein, so dem bau Unser Frauen geben oder
vervallen sein, sol er ufheben und füren an die ort als
in der Schaffner uf der hutten bescheidet. Dovon sol
im ein Schaffner us der bitt geben von einem fudrichen
stein II Schilling pfennig und was aber minder stück
sein, sol sein Ion zu den pflegern stön.

Item wan man an die glocken schlegt und stürmet,
sol er zu Unser Frauen hus laufen und do warten, ob
der Schaffner sein notturftig wer, zuvoran wan es in der
stat brennet.

Dann folgt von neuerer Hand hinzugefügt:

Die pfleger haben geordnet, was stein nu hinfur in
der kilchen ufgehept werden, soll durch den meister uf
der hutten gescheen, und sol man von einer steinfur
uf[zu]heben und zu vergraben XII Schilling IUI pfennig
geben; es gehört dem greber II Schilling IUI pfennig, dem
Werkmeister V Schilling und [sollen] Unser Frauen ouch
V Schilling bezalt werden.

Item von einem XVIjörigen menschen und darüber
III Schilling IUI pfennig, so der greber in nit holt. Da-
von gehört dem sigristen I Schilling. Wan in aber der
greber holt, so ist es IUI Schilling IUI pfennig.

Item von einem XIIIIjörigen menschen III Schilling,
dem sigristen X pfennig.

Item von einem Xlljörigen II Schilling VIII pfennig,
davon dem sigristen VIII pfennig.

Item von einem Xjörigen II Schilling IUI pfennig,
darvon dem sigristen VIII pfennig.

Item von einem VIII jörigen XXII pfennig, darvon
dem sigristen IUI pfennig.

Item von einem VI jörigen XX pfennig, darvon dem
sigristen IUI pfennig.

Item von einem IUI jörigen XVIII pfennig, darvon
dem sigristen IUI pfennig.

Item von einem IIIjörigen menschen XV pfennig,
darvon dem sigristen III pfennig.

Item von einem IIjörigen und trunder, ouch von
der schindelladen VIII pfennig, bedarf dem sigristen
nichts darvon geben.

Item der greber soll alle greber bis uf die II jar
messen lassen und dem sigristen darvon geben zu Ion
I pfennig.

Item wan ein neuer prister sin erste

messe wil singen uf dem chor, so muß derselb

prister dis hinoch geschriben richten und

usgeben.

Item Unser Liben Frauen bau umb die Ornament
und andre gezierd und glocken darzulihen, ein pfund
pfening.

Item den lutknechten und den sigersten zu luten
und von der orgel zu treten, segs Schilling pfennig.

Item den lutknechten ein suppen uf den turn.

Item dem kilchherren ein pfund pfening für das
opfer.

Item den vierherren idem ein par hentschu oder
idem ein Schilling pfening darfür.

Item dem Schaffner uf der hutten ein Schilling
pfening.

Item dem custos fünf Schilling pfening.

Item dem Organisten fünf Schilling pfening.

Item dem Schulmeister fünf Schilling pfening.

Item den chorschulern idem II pfening.

So muß er uf denselben tag den imes geben, wie
andern geladen gesten: dem kilchherren, den vierherren,
Unser Frauen Schaffner, den ministranten, dem custos,
den sigersten, dem Schulmeister, dem contor, den chor-
schulern.

Item uf denselben tag gat Unser Liben Frauen bitt
nit, es wer dan ein vierhochzit, das man doch nit noch
sol Ion, das solich erst meßsingen uf solich tag [gehalten
werde,] das Unser Liben Frauen schaden bring.

Kleine Mitteilungen und Anzeigen.

L. L. Maldoners Bericht über das Freiburger Münster 1754.

er fleißigste Geschichtsschriftsteller Frei-
burgs und des Breisgaus im 18. Jahrhun-
dert war Leonhard Leopold Maldoner,
-mA vorderösterreichischer Registratur, von
1749 bis zu seinem Tod am 16. Oktober
1765 fürstbischöflich baslischer Kammerrat und Archi-
var1. Im Jahre 1754 vollendete er sein noch un-
gedrucktes Hauptwerk, eine „weitschichtige Beschrei-

1 Näheres über ihn bei P. Albert, Die Geschichtschreibung
der Stadt Freiburg i. Br. in alter und neuer Zeit. Freiburg i. Br.
1902. S. 61—65.

bung des Breysgaus", unter dem Titel: „Brisgoviae
veteris et novae, d. i. des alten und neuen Breisgau
Sammlungen von Stiffter, Gotteshäuseren, Clösteren,
Stätten, Schlössern, Flecken, Dörffern und Land-
schafften." Die Stadt Freiburg mit ihrem Münster,
ihrer Universität und ihren vielen Klöstern nimmt
darin naturgemäß den breitesten Raum ein (Bd. 1,
Bl. 219—553). Charakteristisch für seine Zeit wie
für seine Person ist seine ebenso schwunglose wie
trockene Geschichte und Beschreibung des Münsters
(Bl. 391—398), die hier eine Stelle finden mag.
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