Münsterbau-Verein <Freiburg, Breisgau> [Editor]
Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — 12.1916

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Relief von der Brüstung der Schnewlinkapelle.

Das Grab eines französischen Offiziers
im Freiburger Münster.

Eine Erinnerung aus dem Dreißigjährigen Krieg (1638).

Von

Hermann Herder, zur Zeit im Felde.

jwei Freiburger, die der jetzige Weltkrieg
in die Champagne führte, haben dort
zufällig eine Erinnerung an Freiburg
gefunden, die siewegenihresZusammen-
hangs mit dem Münster auch in den
„Freibürger Münsterblättern"- kurz bekannt geben
möchten, nachdemzuerstin
der Feldzeitung „DerCham-
pagne-Kamerad" ' darüber
berichtet worden ist.

Im Tal der Aisne liegt
4 km nordöstlich Vouziers
und 1 km vom Ufer des
Flusses entfernt am sanft
abfallenden Rande eines
Höhenzuges in lieblicher
Gegend das Dorf Vandy.
Die Geschichte dieser Ge-
meinde läßt sich bis ins
frühe Mittelalter zurück-
verfolgen und der Besitz
der Gutsherrschaft Vandy
hat im Laufe der Jahrhun-
derte zwischen verschie-
denen adligen Häusern ge-
wechselt, als deren be-
kanntestes die Familie von
Apremont oder Aspremont
zu nennen ist.

1 3. Kriegsjahr, Nr. 49, vom
19. November 1916.

Kirche in Vandy.

Das Geschlecht der von Apremont gehörte zu den
ältesten und berühmtesten Adelsfamilien des alten
Lothringer Landes. Ein Ritter von Apremont hat den
deutschen Kaiser Friedrich II.auf dessen Kreuzzug 1228
ins Heilige Land begleitet; eine Reihe von Angehörigen
des Hauses waren Bischöfe von Metz und Verdun

und gehörten als solche
den deutschen Reichsstän-
den an; namentlich aber
gingen aus dem Hause
d'Apremont eine Anzahl

tüchtiger Kriegsmänner
hervor, unter ihnen Jean
d'Apremont, von dem hier
die Rede sein wird. Die

„Herrschaft Aspremont"
kam 1466 durch Heirat an
Graf Emich VII. von Lei-
ningen und seitdem prangt
ihr Name und Wappen
unter den Titeln und im
Schild diesesgräflichen und

fürstlichen standesherr-
lichen Hauses bis auf den
heutigen Tag.

Mitten im langgestreck-
ten Dorfe Vandy steht mit
stumpfem Turm, wie er
für die alten Kirchen der
Champagne und der Ar-
dennen charakteristisch ist,
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