Grosse Berliner Kunstausstellung [Editor]
Katalog — Berlin, 1927

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VORWORT

Um einen Mittelpunkt und eine Vertretung für die
künstlerischen und kunstpolitischen Interessen der Berliner
Künstlerschaft zu schaffen, was sich zu einem Bedürfnis
sowohl bei den Künstlern als auch bei den staatlichen und
städtischen Behörden entwickelt hat, haben sieh die Künst-
lerverbände Berlins zu dem

„Kartell der vereinigten Verbände bildender Künstler

Berlins"

zusammengeschlossen.

Damit ging auch die Veranstaltung der alljährlichen
„Großen Berliner Kunstausstellung", die bisher in den
Händen des „Vereins Berliner Künstler" lag, an das
„Kartell" über.

Die Ausstellung 1927 wird also zum ersten Male unter
der Leitung des Kartells eröffnet. Im Rahmen dieser Äus-
stellung haben sich alle Künstler, ohne Rücksicht auf ihre
persönliche Einstellung zu irgendeinem „Ismus", in ge-
meinsamer Arbeit zusammengefunden.

Damit soll das Wirken der einzelnen
Gruppen im Interesse ihrer subjektiven*
künstlerischen Bestrebungen keinesfalls
untergraben werden. Jede einzelne Gruppe wird
weiter für ihre Ideen kämpfen und so zur allgemeinen Ent-
wicklung der Kunst beitragen.

An dieser Stelle nun zeigt sich der künstlerische
Kampf in kollegialer Gemeinsamkeit. Die verschiedensten
Anschauungen finden sich zu gemeinsamem Zwecke und
treten vereint vor die Oeffentlichkeit.

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