Leo Hamburger <Frankfurt, Main> [Editor]
Sammlung Adolf Iklé, St. Gallen: Schweizer Münzen ; Versteigerung ... 15. Oktober 1928 und folgende Tage — Frankfurt, M., 1928

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Mit Herrn ADOLF IKLE in ST. GALLEN ist einer der letzten aus der Reihe
der grossen schweizerischen Münzensammler der vorigen Generation heimgegangen. Seine
Sammlung reiht sich würdig an die grossen Schweizer Sammlungen an, die ausnahms-
los durch mich im Laufe der letzten Jahrzehnte zur Auktion gekommen sind.

In verhältnismässig reifem Lebensalter hat Herr Ikle, der schon vorher Sammler auf
verschiedenen Gebieten War, sich der Numismatik, insbesondere der schweizerischen, zu-
gewandt, wobei er das Glück hatte in seiner Gattin eine Verständnisvolle und intelli-
gente Mitarbeiterin und Beraterin zu besitzen. Er tat dies mit dem gleichen Geschmack
und Eifer und mit jener Energie, die ihn auf allen Gebieten, denen er seine Tätigkeit zu-
wandte, zu grossen Erfolgen geführt hatte.

Herr l\le bevorzugte in seiner Sammlertätigkeit nicht nur die grossen Stücke, sondern
auch in gleichem Masse widmete er seine Aufmerksamkeit den vielen kleineren Selten-
heiten, die die Schweizer Numismatik in Fülle bietet, sodass er in Verhältnismässig kurzer
Zeit eine Sammlung gebildet hatte, die allen anderen bedeutenden schweizerischen Samm-
lungen ebenbürtig zur Seite gestellt werden darf. Im gegenwärtigen Katalog seiner Samm-
lung sind alle Kantone mit Seltenheiten an grösseren und kleineren Geprägen vertreten,
und natürlich ist die Serie der St. Galler Münzen, wobei eine Reihe von hervorragenden
Medaillen zu erwähnen ist, ganz besonders bedeutend und fast lückenlos. Dabei kam ihm
zustatten, dass er die komplette Serie der St. Galler Münzen der Sammlung Wunderly
übernehmen konnte. Das Unikum, der Stampfer'sche St. Galler Taler von 1564 (Nr.
1435 des Katalogs) bildete in dieser Serie das Hauptstück, und dürfte wohl auch das

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hervorragendste Stück in diesem an Seltenheiten reichen Kataloge darstellen.

Nachdem ich bereits im Jahre 1911 die schweizerischen Goldmünzen des Herrn Ikle
zur Auktion gebracht habe, hat mir Frau Ikle nun auch jetzt die Silbermünzen (nebst
einer Anzahl Goldproben der Helvetik) zur Auktion anvertraut, und indem ich den vor-
liegenden Katalog mit aller Sorgfalt in Bezug auf den Text und auch die Abbildungen
bearbeitete, glaubte ich damit einer Dankespflicht gegen den alten Freund genügen zu
sollen und zugleich der numismatischen Welt ein Denkmal und ein bleibendes Zeichen
der Erinnerung an den schweizerischen Numismatiker Ikle zu geben.

Für die St. Galler Münzen speziell hat sich Herr Ikle selbst in der bekannten Von
ihm publizierten, erschöpfenden Monographie das beste und dauerndste Denkmal gesetzt.

L.H.
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