Hugo Helbing <München> [Editor]
Ölgemälde und Handzeichnungen moderner Meister: aus süddeutschem Privatbesitze und aus anderem Besitze ; Auktion in München in der Galerie Helbing, 21., 22. Februar 1923 — München, 1923

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Gelegenheit, seine Technik und Farbenfrische auch auf diesem Gebiete zu zeigen. Dessen Sohn Hans
v. Faber du Faur hat sich auch die Schilderung des Pferdes zur Aufgabe gemacht, wie das Aquarell
„Pferderennen“ zeigt; die Diezschule kommt in seinem Bilde: „Mädchen mit Fuchspelz“ ganz gewaltig
zum Durchbruch, und darf dieses Bild wohl mit zu den beachtenswertesten Arbeiten dieses Künstlers
zählen. Seine Tochter und Enkelin von 0. v. Faber du Faur, Armgard, läßt mit ihrem „Früchtestill-
leben“ das eingehende Studium Cezannes vermuten, ein Werk von frappanter Wirkung unter Ausschaltung
jeglichen Effektes: Vier Linoleumschnitte zu Oskar Wildes „Salome“ könnten ob ihrer Kraft die Hand
eines Mannes zum Ursprung haben. Julius Fehrs „Botaniker“, erinnert unbedingt an Spitzweg, L.
v. Flesch-Brunningen „Im Hausgarten“, ein Bild von großzügiger Komposition, M. Gaisser „Alte Stube“,
„Holländisches Mädchen“ und „An der Brücke“, drei vor der Natur entstandene Studien von voll-
ständiger Bildwirkung, Herrn. Groeber „Mädchen mit Apfel“, in gewohnt schmissiger Art, Ed. v. Grützner
„Bruder Kellermeister“ und „Bettelmönch“,, das erstere aus dem Jahre 1899, vereinen alle die großen
Vorzüge und das ganze Können dieses Meisters in sich, B. Heldrich „Tegernseerin“, „Oberbayerischer
Holzknecht“, zwei Werke, die zweifellos direkt vor der Natur entstanden sind und Anmut und Urwüchsig-
keit unseres Bergvolkes in sich vereinen, A. Hermann „Rast“ und „Mädchen am Brunnen“, der Düssel-
dorfer Christian Heyden läßt bei seinem Bilde „Die Schützenbrüder“ seinen bekannten Humor zum
Durchbruch kommen, R. Hirth du Frenes „Die drei Geschwister“, Aug. Holmberg „Parkfest“, ein Bild
von hervorragender Komposition und ganz außerordentlicher kostümlicher, architektonischer und
farbentechnischer Leistung, man wird bei diesem Bilde unwillkürlich an Louis v. Hagen erinnert, Julius
Htither „Selbstporträt“, „Südliche Landschaft“, und „Siesta“ gaben dem Künstler Gelegenheit zur
vollsten Auswirkung seines gewaltigen Könnens, „Der Antrag“ von Georg Jauß erinnert unwillkürlich
an Matthias Schmid, „Der schnupfende Bauer“ entbehrt nicht des Humors, der Kindermaler E. Keyser
mit moderner „Adam und Eva“, Hugo Kauffmann „Schlafender Wirt“, ein Bildchen von bekannter
Humoristik, F. A. v. Kaulbach „Dame mit Hut“ wirkt monumental, A. v. Kellers „Akt in schwarzer
Maske“ weist alle Vorzüge dieses Künstlers auf und dürfte zweifellos in Paris entstanden sein, Hugo
König',.Holländerin im Garten“, R. Köselitz „Alter Förster“, W. Kray „Fischerknabe“, der Berliner
E. Klinisch vereint in seiner „Idylle“ technisches Können und Komposition in gleich hervorragender
Weise, A. Laupheimer „Dominikaner-Mönch“ in warmen Tönen gehalten, der Düsseldorfer E. Lukas
mit seinem „Marktplatz zu Thorn“, G. v. Max berührt mit seinen „Gedanken sind Kräfte“ das spiri-
tistische Gebiet, der Blick des Mediums verrät die Vereinigung mit überirdischen Welten; in dem „Kleinen
Weltbürger“ lernen wir den Künstler von einer sehr interessanten Seite kennen; die „Drei Parzen“ be-
titelt sich eine Pinselzeichnung, die offenbar zu einem nicht zur Ausführung gekommenem Bilde bestimmt
war, bei der aber die fehlende Farbe die Bildwirkung nicht stört, A. v. Meckel ist mit zwei großen
Bildern, „Der Bernina Wasserfall“, ein Werk von imposanter Schöpfung, einer „Abendstimmung von
der Adria“ und einigen zweifellos direkt vor der Natur gemalten Schilderungen des Lebens der Orientalen
und mit einer „Frühjahrsstimmung“ aus dem Schweizer Tiefland vertreten, diese Bilder haben dem
Künstler Gelegenheit gegeben, sein Können auf den verschiedensten Gebieten zur Entfaltung zu bringen,
Pius Messerschmidt mit seiner ,,Reisekutsche aus der Empirezeit“ hat hier ein Werk geschaffen, das
unwillkürlich an das in der Pinakothek befindliche Werk von Willi, v. Diez ähnlichen Motives erinnert,
die „Spielenden Kinder“ von A. Miiller-Lincke zeigen voll und ganz die Auswirkung der Schule Defreggers,
Paul Paede „Am Fenster“, H. Pellar „Der Zwergkönig“, H. Philipps „Vor dem Bade“ und dessen Frau
Philips-Weber „Mädchen in Gebirgstracht“ zeigen diese Künstler in ihren beliebten Motiven. Die
Chiemseemaler K. Raupp „Abend am Chiemsee“, dessen Sohn F. Raupp „Frauenwörth“ und „Hol-
ländisches Mädchen“, und J. Wopfner „Stürmische Landung“ und „Starnberger See“ geben ob ihrer
naturwahren Schilderung ihr Bestes, die Mädchen- und Frauenbildnisse von Th. Recknagel, von bekannt
lieblicher Auffassung, „Der Angler“ von Richard Riemerschmid und „Der Wanderer“ von Matthias
Schiestl sind hier gemeinsam zu nennen, da Auffassung und Technik dieses bedingen, Werke, die großes
Können bezeugen. Claudius Schraudolph der J., der Sohn des gleichnamigen Vaters hatte sich ursprüng-
lich der kirchlichen Kunst zugewandt, trat dann aber zu weltlichen Motiven über und dürfte wohl Liezen-
mayer, dessen Nachfolger in der Leitung der Stuttgarter Kunstschule er geworden ist, Einfluß auf ihn
ausgeübt haben, wenigstens läßt dieses das im Katalog enthaltene „Familienglück“ vermuten, Rud.
Seitz „Männliches Bildnis“, der Kleinmeister F. Simm mit einer Kostümfigur „Holsteinerin“ und einer
feinen tonigen „Herbstlandschaft“, H. Slevogt „Herrenbildnis“, ein Werk von vollkommenster technischer
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