Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>; Schultz, Alwin [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 310
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jbksak1888/0340
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
3to

(foi. 497a) Wie durch ainen fursten zwischen dem weyßen kunig und der geselschaft

von den pauren ain rachtigung gemacht ward.

in seinen herzen ain sonder vertrawen zu derselben geselschaft von den (fol. 497 b) pawren und setzet vil trost
10 zu inen, wo er bekriegt solle werden, sy wurden ime getreuen beystand thuen. Und als er des weisen
kunigs furnemen bericht ward, trueg er fursorg, der weiß kunig wurde durch sein furnemen die bemelt
geselschaft hart bekriegen und swerlichen verderben, und leget sich ein, ainen frid zu machen, und handlet
mit dem weisen kunig so vil und ermanet ine auch so hoch, das zwischn dem weisen kunig und der vor-
gemelten geselschaft von den pawrn ain entliche rachtigung gemacht ward. Wiewol derselb fürst in derselbn
15 rachtigung grossn vleyss und ernst het, so kam ime doch dieselb sein trew, auch sein vleyss, so er von
wegn der vorgedachten geselschaft von den pawrn gehabt het, hernach nit zu guet, dann dieselb gesel-
schaft von den pawrn hielten ime nit guetem (!) glauben, deshalben er umb sein land und leut kam, und
darzu wurde er gefangen und muesset (fol. 498 a) bis in seinen tod gefangen ligen.

(foi. 499a) Wie der new und drit plab kunig bey der grawen geselschaft so vil prac-
ticieret, das sy dem jungen weyßen kunig wider abfielen.

5

ls nun dem jungen weisen kunig kundschaft kam, wie sein hauptman durch sein selbs
verwarlosung ubereilt und erschlagen were worden, emphieng der weiß kunig ainen
zorn darab und nam ime entlichn für, den krieg selbs gegen derselben pawrengeselschaft
zu treibn und sy hertiglichn zu bekriegen, und schicket darauf nach seinem haupt-
geschutz. Nun was ain mechtiger fürst, der stieß mit seinem land an die geselschaft von
den pawren und was dem weisen kunig in sonderhait verwandt; er trueg auch in gehaim

(fol. 498 ^) bringt liier den Holzschnitt Seite 280.

n der zeit, als der jung weiß kunig den krieg wider die geselschaft von den pawrn fueret,
het der plab kunig mitler zeit bey der grawen geselschaft so vil gehandlt, das sy dem
jungen weisen kunig widerumb abfielen. Der weiß und plab kunig waren auch also
gegen ainander erzürnet, das sy an drey endn gegen ainander heer machten. Also

schicket der weiß kunig seiner hauptleut ainen mit etlich tawsend man zu roß und fueß
Ja auf die graw abgefallen geselschaft, der dann dfeselb geselschaft mit krieg angriff etc.
loading ...