Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 5.1900, Band 1 (Nr. 1-26)

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Otrey (München)

Gesinnnngstüchtig

„Weißt Du: mir sind die Leute die liebsten, die ein ordentliches Rückgrat haben, -
denn die bekommen über kurz oder lang einen Tritt und dann avanciere ich!"

Ein Berliner Verleger Namens I e a n -
not Martinelli gibt ein „Illustrier-
tes Dichter- und Künstlerbuch"
heraus, in das jeder, der 10 Mark be-
zahlt, mit Porträt, Biographie und sogar
mit Gedichten diskrete und liebevolle
Aufnahme findet. Damit ist es endlich
auch den Aermsten ermöglicht, sich einen
Dichternamen zu machen und dermal
einst in die Literaturgeschichte von Ri-
chard M. Meyer einzugehen. Jeder, der
10 Mark zahlt, wird von der Firma ge-
wissenhaft als Liliencron gebucht;
wer 20 Mark zahlt, natürlich als „D o p -
pellillencron."

Herausgeber: Dr. GEORG HIRTH; verantwortlicher Redakteur: F. von OSTINI; G. HIRTH’s Kunstverlag, verantwortlich für den Inseratenteil: G. EICHMANN, sämmtlich in München,

Druck von KNORR & HIRTH, Ges. m. beschr. Haftung in München.

ALLE RECHTE VORBEHALTEN.

„Ems ist noth"

Der Herr Pfarrer hat Bibel-
sprüche erklärt, unter andern: auch
die Bedeutung des Wortes „Eins
ist noth" betont. Zum Schluß hört
er die Kinder ab, ob sie auch alles
gut behalten haben.

— „Also, Kinder, was ist dem
Menschen am meisten noth? Nun,
wer streckt den Finger?"

— Der kleine Hans, dessen
Vater ein „Alldeutscher" ist: „Eine
starke deutsche Flotte, Herr
Pfarrer!"

Nr. 21 (Redaktionsschluss. 9 Mai 1900)

1900

?ur gefk. lKeachtung!

Deinnächst gelangen mehrere Son>
der-llummern der „Tugend "zurAus>
gäbe:

No. 2S(Datum 23. Juni) erscheint als

Sutenbergvumnier,

No. 27 (Datum 1. Juli) als

XTbeater-nutrim er,

mtt Beiträgen der ersten Bühnen
Künstler und Künstlerinnen.

Die Goetbebuncl-Nummer

der „Jugend" erscheint Ende Juli.

Bestellungen auf diese Sonder-
Nurnmern nehmen schon jetzt alle
Buchhandlungen und Zeitungs-Expe-
ditionen, sowie der Unterzeichnete Ver-
lag entgegen.

München. 8. fiirtlvs Verlag.

Pump mir Moos
und sei mein Freund

Rußland beabsichtigt, wie-
der eine Anleihe bei den fran«
zösischen Geldleuten aufzuneh-
men und erhofft dazu die Hül-
fe der französischen Regierung.
Zur Förderung der Sache hat
der Zar dem Präsidenten eine
Karte von Frankreich aus Marmor und
Edelsteinen geschenkt.

Daher schreibt sich das Sprichwort:
Er wirft mit dem Edelstein
nach dem Löwenstein.
Alexander Otrey: Gesinnungstüchtig
[nicht signierter Beitrag]: Pump mir Moos und sei mein Freund
[nicht signierter Beitrag]: "Eins ist noth"
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