Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 1 (Nr. 1-26)

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Paul Rieth

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D’ Zäbn san eim lang wor'n, wann ma 's g'sebg'n batl

Auf oamal packen vier Schandarnr
Die Rittersleut ganz fest am Arm
Tuan's aus 'm Saal mit Extrapost —
Zwanzg Marlr'l Schtraf hat's a no kost!
Seitdem, da geh'n halt sie und er
Arif könne nobeln Tanzbäll mehr.

Bals d' fragst, so sagt er: „Geh, sei schtad!
Die Leut dort san mir z' dumm und z' fad!"

Die Moni aber und ihr Schwester
Dafür — die tanz'n um so fester
Am Liabst'n mit der Hotwolee,

Wo's noblich is, am Balparäh.

Da siechst 'as immer drin im Deitschen

Thiater drinna, die zwoa Pcit'schn —

Wenn sie net da markt — auf mei Wort! —
Da gang so Mancher wieder fort!

Die Große und die dicke Kloane —

So fesch, wie dö Zwoa tanzt ja Koane!

Und Kleiderln ham's und Huat und Schuha —
3 wann's halt zahl'n müßt, mir war's gnua!
I moan, der Vater Schlegclbacher
Zahlt's a net — ja, wer zahlt's denn nacher?

Der Cilli is am Balparäh
Die Hauptfach allaweil 's Souper,

Da kann's was leisten, da muaßt schbitzen —
Scho grad vom Zuaschang'n kriagt ma d' Hitz'n!

Zwoa Dutzad Austern zerscht — dös haut!
Und nacha an Fasan mit Kraut
Und Lachs niit Mayonnäs und Hummern,
Vom Schampes bloß die leiern Nummern
Koan andern mag's net gern, die Cilli,
Der deitsche nioant's, der war ihr z' billi,
Da saget's glei: „Geh zua, Herr Vetter,
Mir scheint's Du bist a rechter Fretter —
Kein Schaumwein kann i net vertrag'»!"
Doch's Herzerl kimmt no vor dem Mag'n
Und bal's verliabt is, der Krawat,

Na fragt's net lang, wos oana hat,

Na geht's, weil's gleich is, a amal
Zum Fuattcrn niit ins Bierlokal,
Paul Rieth: D' Zähn san eim lang wor'n
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