Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 1 (Nr. 1-27)

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solviert hatte, anfangs in Vaters Geschäft
eingetreten, wozu er gute Eigenschaften mit-
brachte. Er reiste sogar öfters unb kam dabei
einmal nach Bagern. Dort lernte er den
„Parsifal" kennen, der ihn geschäftlich an-
regte. Er ging auf Grund einer Heirats-An-
nonce eine Neigungsehe (ohne Vergangenheit)
zu 150,000 Mark ein mit einer gewissen

„Blumenmädchen" aus „Parsifal", den sie
einst im Kino des Bruders sah, angetan,
und sie ging heimlich zur Bühne. Unter
dem Namen „Gigi Woodky" sang sie
einige Zeit in der Provinz sentimentale
Chansons. Eines Abends aber entdeckte
ein sehr hoher Herr im Parkett ihr reizen-
des Organ, und sie machte eine glänzende
Operncarriöre. Sie kam sogar bald in
die „Woche"!

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Negina Pulvermacher aus Mannheim
und trat aus Dankbarkeit zum Judentum
über. Nun gründete er eine Filmzentrale
für religiöse Werke und brachte „Ober-
ammergau", „Parsifal", „Lourdes", „Czen-
stochau" k. nach Amerika, wo er jetzt zu

den schönsten Hoffnungen berechtigt — für
seine Geschwister.

Amanda, die ältere Tochter, hatte nach
dem Ausspruch der Mutter, deren Liebling
sie war, „etwas Geistliches im Kopfe".
Sie schrieb sehr beliebte moralvolle Ge-
schichten für Kirchen- und Familienblätter.
Einmal erschien sogar ihr Porträt in einer
adligen Damenzeitschrift.

Nur der Spätling Olga fiel aus dem
Rahmen der Familie. Ihr hatten es die

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Willibald Krain: Illustration zum Text "Die Chronik der Familie Ruttke"
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