Adamy, Rudolf
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg — Darmstadt, 1895

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BUTZBACH

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Nördlich vom Schlosse hat sich ein Stück vom Wall und Graben erhalten.
Ein zweiter Bau aus Fachwerk, welcher im Hofe dem Schlosse gegenübersteht und
die Jahreszahl 1688 trägt, entbehrt jeder künstlerischen Auszeichnung.
Die aus Wall und Graben bestehende ehemalige Befestigung des Ortes ist
an einigen Stellen noch sichtbar.


VH. BUTZBACH


,TADT, zwischen Friedberg und Giessen gelegen, wird in den Lorscher
Traditionen aus den Jahren 773 und 779^) und Z?p-
) ZGifvAzC/G 1307-) im Synodalregister von Würdtwein
genannt. 1304 und 1308 Anden wir Butzbach im Besitze der Grafen

von Hanau, 3) denen es zweifellos aus der Münzenbergischen Erbschaft zugefallen
war, die es aber spätestens 1317 an die Falkensteiner verkauften. Im Jahre 1321
erhielt Philipp IV. aus diesem Hause von König Ludwig IV. für das Dorf Butz-
bach Stadtrechte4) und 1349 erhöhte Karl IV. Johann und Philipp VII. von
Falkenstein den Zoll, den sie azu Butspach in ihrem Stettlein« bisher erhoben
hatten, x-damit sie Wege, Pruck und Stege in der Statt und auzzerhalb machen und
bessern sollen. <G) Nach dem Aussterben der Falkensteiner kam Butzbach, Stadt und
Burg, 1419 an die beiden Brüder von Eppenstein, die Begründer der Münzen-
berger und der Königsteiner Linie, welche 1433 alle ihre Allodial-, Feudal- und
Pfandgüter unter sich theilen, wobei die Stadt Butzbach jedem der Brüder zur
Hälfte zufällt. Von der Münzenberger Linie verkauften Gottfried X. und Johannes
1478 die Hälfte ihres Antheils, also ein Viertel, an den Grafen Philipp von Katzen-
elnbogen und Gottfried allein die andere Hälfte an den Grafen Otto I. von Solms-
BraunfelsH) 1479 kam der Katzenellenbogen'sche Antheil durch Erbschaft an
Hessen. Auch die Königsteiner behielten nicht lange ihren ganzen Antheil; denn
Graf Philipp verkaufte im Jahre 1479 die Hälfte desselben, also gleichfalls ein
4) Arch. I. S. 26 u. Wenck a. a. O. Bd. H. Urk.-B. S. 288.

6) Archiv. Bd. I. S. 531.

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