Adamy, Rudolf
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg — Darmstadt, 1895

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KREIS FRIEDBERG


Lehenträger einzogen und 1572 an den Grafen von Hanau verkauften, von dem
es 1756 an Hessen-Kassel überging, dem es bis 1866 verblieb. In diesem
Jahre ging Dorheim als Tbeil des von der Provinz Oberhessen umschlossenen
ehemaligen kurhessischen Besitzes auf Hessen-Darmstadt über.
Die heutige ein durchaus schlichter Bau, gehörte ehemals der
reformirten Gemeinde. Von einem früheren Bau, der an derselben Stelle ge-
standen, sind nur noch die unteren Mauern einer Sakristei oder Kapelle vorhanden,
welche den im vorigen Jahrhundert (1728) aus Holz und Schiefer erbauten Thurm
tragen.
Von den drei Glocken stammen die beiden grösseren aus dem 18. Jahr-
hundert. Die grösste trägt die Aufschrift: Gos mich Philipp Ludwig Henschel in
Nauheim vor die Gemeinde Dorheim im Jahre 1738 ....
Auf der mittleren steht: Gos mich Benedic und Johann Georg Schneide-
wind zu Frankfurt Anno 1742.
Die dritte Glocke ist t8ßp von Ph. H. Bach in Windecken gegossen.
Das Schloss in Dorheim gehört dem Grafen von Sohns-Rödelheim. Es ist
ein schlichterSteinbau; über dem Sturz derEingangsthüre befindet sich die Jahres-
zahl 1775. Der früher das alte Schloss umgebende tiefe Graben ist noch vor-
handen, jedoch trocken gelegt; auch ist von der alten Mauer, die letzteren in
weiterem Umkreise umzog, noch ein Stück mit den Resten zweier runder Eck-
thürme erhalten.

IX. DORN-ASSEN HEIM


(FARRDORE, kommt im Mittelalter urkundlich vor mit den Bezeich-
nungen HAzvvzzz/zcWz ( i 273), /Vzrrz/z - dAzvirvzdrvzzz (1367). Zur ful-
dischen Mark gehörig, war der Ort zur Hälfte Fuldisches, zur
andern Wormser Lehen. *) Die erstere war mindestens seit 1396
im Besitze der Herren von Kleen^), nach deren Aussterben sie durch eine Erb-
tochter an die Herren von Frankenstein kam. 3) Auch die andere Hälfte besassen
die Herren von Kleen; diese ging aber nach deren Aussterben zunächst auf Caspai
Lerch von Dirmstein und Philipp Wais von Fauerbach,0 1393 an die von Schönburg,
1667 an die von Schönbornund endlich an die Rau von Holzhausen überT)
1803 kam das Dorf an Nassau und 1866 an Hessen-Darmstadt.
Zu dem Centgerichte zu Bingenheim scheint der Ort sich bloss bis gegen
das dritte Viertel des 16. Jahrhunderts gerechnet zu haben. Von da an erschienen
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