Adamy, Rudolf
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg — Darmstadt, 1895

Page: 245
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OSTHEIM

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untern Raume mit rippeniosen Kreuzgewölben überdeckt; ein rundbogiges Fenster
deutet noch auf romanischen Einfluss hin; die Bogenöffhung nach dem Langhause
zu ist jedoch bereits spitzbogig. Das zweite Stockwerk des Thurmes ist achteckig
und hat Fenster mit spätgothischem Maasswerk, an der Südseite ein solches, bei
dem das Maasswerk dem Füllungsstein des Bogens bloss andeutungsweise einge-
meisselt ist. Der Helm des Thurmes, der am Fusse von vier fünfeckigen Thürmchen
begleitet ist, ist gleichfalls achteckig, aus Holz hergestellt und mit Schiefer bekleidet.



Unter der nördlichen Empore heisst es innerhalb eines Blätterkranzes :
//. Ab/^7* .%%%7273 Ab//^7' 61%7'2.sVM73
Av7'^f72 A'^72772fA^7* 7/JO.
Die Orgel, deren Gehäuse gleich dem in Hoch-Weisel ist, trägt die Jahres-
zahl 1754. Auf der Emporenbrüstung vor der Orgel findet sich in deutscher Schrift:
9tubn?i§. €an6$rajf. ' Sie ftüjft $u bijjet 0r$el ) 75 gulben.
Hierüber befindet sich das grosse hessische Wappen.
Unter den kirchlichen Gefässen ist ein vortrefflicher gothischer Abendmahls-
kelch von typischer Gestalt (Taf. IV Nr. i), dessen Fuss aus dem Sechspass entwickelt
und dessen Nodus zwischen den rautenförmigen Zapfen mit den Buchstaben IHESVS
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