Schäfer, Georg
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Starkenburg: Ehemaliger Kreis Wimpfen — Darmstadt, 1898

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WIMPFEN A. B.

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gang ist erst 1774 entstanden; der Schlussstein der renaissancemässig gegliederten
Thorfahrt aber stammt von 1589 und trägt folgende Inschrift:

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Von nun 2tn 23iff g>n (£tt»igfett.

Ein Renaissance-Simszug von edler Formgebung vermittelt den Uebergang
vom Hausteinbau zum Riegelbau. Die im Hofraum längs den Geschossen hinziehenden
Gallerieen sind treffliche Leistungen der Holzarchitektur und wirken in hohem Grade

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Fig. 105. Wimpfen a. B. Grumlriss des Riegclhauscs Fig. 104.

malerisch. (Fig. 106.) — Das Eckhaus Nr. 251 a der Entengasse besteht im Erd-
geschoss aus gediegenem Quaderwerk als Unterlage der Fachwerkgeschosse. An
der Strassenfront wie an der Hofseite des Gebäudes ragen zahlreiche Tragsteine her
vor; sie dienten ebenfalls als Stützen von Holzgallerieen, von denen jedoch nur eine
einzige an der Innenseite erhalten ist.

Schliesslich sei das mit Nr. 291a bezeichnete Haus zur Krone in dem darnach
genannten Kronengässchen erwähnt. Am kräftig gegliederten Thorbogen steht die
Jahreszahl 1549 und im Schlussstein erscheint als Relief-Hausmarke eine gekrönte
Bretzel auf einem Schild. Darunter sieht man über einem Groteskkopf die Initialen
I. H. — Eine Bildernische in der Hochwand ist ihres skulpturalen Schmuckes beraubt.
— Nahe dabei erfreut ein gothisirendes Fenster durch feine Gliederung des in den
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