Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Editor]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 3): M - R — Heidelberg, 1919

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Malterer.

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älteste von marines nammen miner mutter selgen geslehte einen andern korherrn desselben gotzhüses
kiesen der priester sie oder der in Jarfrist Priester werde, der auch derselben pfründe träger sie». Sein
wie auch seines Schwagers, des R.'s Johannes von Blumeneck, Vogtes des Gotteshauses St. Märgen,
Siegel sind abgefallen. Er ernannte 1383. 30. 4. Herrn Johans Slegellin, Conventualen dieses Klosters,
zum Träger der Pfründe. (Gren.-L.-A., St. Märgen, No. 200 und 201.) Martin wurde 1385. 12. 9.
mit der Stadt Mülhausen verglichen, mit der er Frieden halten wollte; 1385. 25. 11. kaufte er vom
Grafen von Fuerstenberg das Thal zu Gebräche. In der Schlacht bei Sempach 1386. 9. 7. fand der
Tapfere den Heldentod und deckte er mit seinem Körper den Leichnam seines geliebten Herzogs; er
wurde auf dem Schlachtfelde beerdigt. Seine Witwe Anna, Tochter des Grafen Walram von Thierstein
des Aelteren stiftete zu seinem Gedächtniß zwei Pfründen in der Stiftskirche zu Waldkirch, die St.
Oswalds und heilige Kreuz Kaplanei, und vermählte sich später an Eberhard Grafen von Neuenbürg.
Da sie nur vier Töchter geboren hatte, fiel die Herrschaft Kastelberg als erledigtes Mannlehen an das
Haus Oesterreich zurück.

Von den vier Töchtern wurde a) Margaretha 1390 mit dem minorennen Heinrich, Sohne
des Markgrafen Hesso von Hachberg, verlobt und sollte sie als Aussteuer 700 M. S. und 1j±
der Veste Heidburg erhalten; da aber der Bräutigam bald danach starb, vermählte sie sich
vor 1399 mit Caspar von Klingenberg, R., Hauptmann der Ritterschaft von St. Georgenschild 1407,
1429, f 1438/9, dessen Bruder Hans v. K. zu Twiel, R., 1388, f in der Schlacht am Stoß 1405. 17. 6.,
angeblich mit einer Sophia Malterer verehelicht gewesen sein soll. Die Eheleute wurden 1399. 27. 12.
durch den Grafen Eberhard von Wuerttemberg mit dem Markgrafen Hesso von Hachberg wegen des
Dorfes Eichstetten verglichen, welches sie 1416. 27. 8. dem Markgrafen Bernhard von Baden um
3000 fl. zu lösen gaben. Margaretha hatte damals kein Siegel und siegelte für sie ihr Oheim der Ek.
Dietrich von Blumeneck. b) Gisela, vermählt in erster Ehe an Walraff den Jüngeren Grafen von Thierstein,
f 1403. 22. 5., Witwer der Gräfin Anna von Fuerstenberg; II) an Berthold von Stauffen, R., 1421,
f 1450. Ihr Siegel 1421 zeigte die Schilde Stauffen und Malterer (zu vier Plätzen getheilt); sie lebte
noch 1432 und f nach dem Necrologium von Günthersthal am 20. August. Ebenda erwähnt 4. 2.

Gisela Malterin vermählte von Uesenberg (wohl eine Tochter Johanns
und der Gisela von Kaisersberg) und Lisa, Malterin, f 22. 6. Nach
der Zimmernschen Chronik hätte Martin nur drei Töchter hinter-
lassen, von denen eine einen Herrn von Tengen (was allerdings
durch die Ahnenprobe des Frischhans von Bodman, Schriften des
Vereins für Geschichte des Bodensees, XXV, p. 180 bestätigt wird),
eine andere einen Herrn von Creuz in Burgund geehelicht habe und
die dritte ledig gestorben sei (etwa obige Lisa?). Laut Regest 1417.
31. 7. (Mitth. der Bad. hist. Comm. 1885) gab Frischhans von Bod-
man, R. und Landvogt, seinen Mitgilten Heinrich von Homburg frei
gegen Graf Eberhard von Neuenbürg und die Frauen Anna von
Tengen, Verena von Tübingen, Gisela von Hattstatt und Margaretha
von Klingenberg. Hans, Heinrich und Konrad Grafen von Tengen
schuldeten 1438 ihrer Schwester Margaretha von Bodman 200 fl.
jährlichen Zins. Der ehrsame Herr Kunrat Malterer, 1436 Kirch-
herr in Sexau, 1454 Canonicus in Waldkirch, war vielleicht ein Ba-
stard Martins. Der Priester Rudolf M., Kaplan am Münster zu Frei-
burg 1452. 1. 2. ist wohl identisch mit dem Rudolf Malterer, welcher
1466/1 auf der Universität Freiburg immatrikuliert wurde. Sonst
kommt noch vor ein Hensli Malterer, dessen Witwe Katharina um viele Güte, die sie ihrem f Gatten
und ihrem f Sohne Hans erwiesen, 1381. 17. 7. ihrer Muhme Katharina, Tochter Güntherlins von
Endingen, das Haus zem Grate und 30 ß Gelds auf dem Hause zer Tannen in Freiburg schenkte.

Das Wappen, welches der R. Martin, abweichend von dem seines Vaters, schon 1365 führte, war
dasjenige der (1390 noch blühenden) von Feldheim: zu vier Plätzen g. ^ getheilt; H.: zwei ebenso
getheilte Büffelhörner; Hd.: ff: g. (Donaueschinger Wappen-Codex, fol. 133a; Wappenbuch des Konrad
Schnitt in Basel, fol. 86b; Ms. W. Buch des Kgl. Zeughauses in Berlin, pag. 406: von Veldheim,
Malterer). Die Hörner g. ff: g. getheilt im Codex Bueheler, fol. 42 a und ebenso, doch im g. Schilde
zwei ff: Querbalken, im Codex Reiber, fol. 144a Schochmann Malterer. S. Bueheler gibt fol. 178
noch eine Variante der Helmzier: ein bärtiger Mannesrumpf in g. ff: zu vier Plätzen getheiltem
Kleide und ebensolchem Spitzhute mit w. Aufschlage und zwei abfliegenden f): und g. Bändern,
darauf eine w. Kugel mit ff: Hahnenfederbusche: Malterer von Fryburg. Auf Siegeln habe ich diese
Helmzier nicht gefunden.

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