Krieger, Albert ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden (Band 1) — Heidelberg, 1904

Seite: IX
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Vorwort. IX

Anregungen an den Bearbeiter herantraten, die, wenn sie auch nicht mehr
für alle Teile gleichmäßig nutzbar gemacht werden konnten, zum Teil
doch beachtenswert genug erschienen, um fernerhin verwertet zu werden,
selbst auf Kosten einer gewissen Gleichmäßigkeit, die niemanden von
Nutzen gewesen wäre. So hat, um nur ein Beispiel zu nehmen, erst im
Jahre 1888, nachdem die Vorarbeiten schon drei Jahre gedauert hatten,
die Historische Kommission beschlossen, daß urkundliche Belege für Fluß-
und Bergnamen, soweit dieselben weiterhin vorkommen würden, Aufnahme
finden sollten.

Über die Einrichtung des Werkes dürfte wenig zu sagen nötig sein.
Für die Einordnung der Namen war die heutige Form maßgebend. Bei
den Ortsnamen folgt unmittelbar auf dieselbe die Angabe, zu welcher Ge-
meinde u. s. w. der Ort heute gehört. Der in Klammern beigesetzte Name
bezeichnet den Amtsbezirk. Wo keine Gemeinde angegeben ist, bildet der
Ort eine selbständige Gemeinde, wo die Angabe des Amtsbezirks fehlt,
ist der Ort selbst Sitz des gleichnamigen Bezirksamtes.

Auch die Orte, für welche keine urkundlichen Belege aufzufinden
waren, sind in das Wörterbuch der Vollständigkeit wegen aufgenommen.

Die Schreibung der modernen Ortsnamen wurde in der Hauptsache
der offiziellen Schreibweise, wie sie in den Publikationen der verschiedenen
Staatsbehörden vorliegt, angeschlossen, so sehr dieselbe auch zum Teil
einer Bevision bedürftig schien. Ausnahmen wurden in verschiedenen
Fällen gemacht. Insbesondere wurden, soweit es anging, die Begeln der
in den Schulen, eingeführten Rechtschreibung auch auf die Schreibweise
der Ortsnamen angewendet. Es versteht sich von selbst, daß die bisher
gebräuchlichen Formen dann als Verweisungen eingereiht wurden.

Der Titel des Werkes ist nach G. Stoffels Topographischem Wörter-
buch des Ober-Elsasses (2. Auflage, Mühlhausen 1876) gewählt, das
auch sonst teilweise als Muster gedient hat. Ob er sehr glücklich ist,
mag dahin gestellt bleiben. Das eigentliche Wesen des Werkes bezeichnet
er jedenfalls nicht vollständig. Doch dürfte kaum ein passenderer zu
finden sein.

Die Vorarbeiten zum Wörterbuche wurden von der Kommission seiner-
zeit Dr. Ed. Heyck und dem Unterzeichneten übertragen, beide damals
Hülfsarbeiter am großh. General-Landesarchiv in Karlsruhe; doch trat
ersterer schon nach Verlauf eines Jahres, als er seine Stelle am Archive
aufgab, von der Arbeit zurück, welche von dem Herausgeber allein weiter-
geführt wurde. Die erste Lieferung von 10 Bogen gelangte im Jahre 1893
zur Ausgabe.

Vielfache Unterstützung ist dem Werke während der langen Reihe
von Jahren, die seine Vollendung in Anspruch nahm, von verschiedenen
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