Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Die Kunstauktion: internat. Nachrichtenblatt des gesamten Kunstmarktes — 3.1929

DOI issue:
Nr. 49 (8. Dezember)
DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.47052#0591
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext

Mirg. III, Nr. 49 vom 8. Dezember

1929

„Die Kunstauktion“

21




Berlin, Nachb. 3. Dez. 1929
IV q r b. in Nr. 46, S. 2)
Die Versteigerung der Galerie eines Wiener
Sammlers bei Pud. Lepke fand für die an-
landige Qualität der holländischen Klein-
geister ein kaufwilliges Publikum, so daß bei
Mattem und raschem Auktionsverlauf beinahe
'amtliche Bilder, bis auf ganz verschwindend
Wenige kleine Stücke, zu erstaunlich guten
Weisen verkauft wurden. Von dem ausländi-
chen Kunsthandel beteiligten sich aktiv vor
Mlem einige Pariser Händler und J. Goud-
Mikker-Ämsterdam. So gingen die wenigen
[■alienischen Gemälde hauptsächlich ins Aus-
Knd: Tintoretfos Bildnis eines älteren
Jannes (Nr. 34, 67 : 58 cm) für 17 000 M. nach
^aris, Guardis Häuser nach der Feuers-
dunst von 1789 (Nr. 36, 21 : 36 cm) für 13 500
Mark an Goudstikker. Ausgezeichnete Preise
^zielten entsprechend die Niederländer: so
'ahlte ein Pariser Händler für Terborchs
■Kuhstall“ (Nr. 16, 58 : 60 cm) 20 800 M., Goud-
Mikker für desselben Künstlers Herrenbildnis
*Nr. 1, 48 : 35 cm) 13 500 M. Für 18 500 M. kam
'rouwers Bauernszene (Nr. 21, 37:44 cm)

if, dar"1
len ar'
Rom)

Galerie eines
Wiener Sammlers

nach Rotterdam, für 17 000 M. Ochter-
f e 1 d s reizendes Bild „Kavalier und Dame“
(Nr. 13, 37 : 31 cm) an einen deutschen Samm-
ler. Beachtenswert waren ferner Preise wie
13 500 M. für Brekelenkams Schneider-
werkstatt (Nr. 3, 60:75 cm), von 14 000 und
11 000 M. für Jan Steens Vorleser (Nr. 4,
33 : 37 cm) und Damenbildnis (Nr. 7, 32 : 25 cm)
oder von 13 000 M. für A. van Ostades
Häusliche Szene (Nr. 17, 34:40 cm). — Die
„Anima dannata“ von Bernini (Nr. 37) ging
für 7200 M. nach Wien, die Kaminuhr mit der
Bronzefigur eines Nashorns (Nr. 39) für
7600 M. nach Kopenhagen, der französische
Frauenkopf um 1480 in be-
malter Terrakotta (Nr. 42) für
3000 M. an Frau H. Feist. Für
die Porträtbüste A. V i 11 o -
r i a s (Nr. 44) zahlte man
6000 M., für die paduanische
Kleinbronze einer schreiten-
den Löwin (Nr. 43) 3000 M.,
für die Aubusson-Garnitur
Louis XVI, bestehend aus
Sofa und vier Sesseln
(Nr. 40), 10 500 M.
Die Liste sämtlicher
Preise siehe auf Seite 4.
D.

Möbel und

Tapisserien

sie rC'

Gemälde

neuerer Meister

Mit einem Gesamtresultat von etwa 190 000
mk schloß die Versteigerung der Gemälde
Kerer Meister aus ausländischem Museums-
vife und aus der Sammlung Lüth-Berlin, die
26. November bei Rudolph Lepke in

Berlin, Nachb. 26. Nov.
(V o r b. in Nr. 46, S. 2)

Arbeite1
n F
legenhe1
usterbe*'
S.

.kumenie
gehen, *"
ufeer
bisiiscb
Manne»-
5 Einfl"f|
n“.
ch weib
Konture"
le“. A"?
grupPe
n bevor':
□rechend
; schein1

A. Feuerbach, Kindergruppe
Ausstellung „Meisterwerke deutscher Malerei“
Gialerie Abels, Köln
A. Feuerbach, Groupe d'enfants
Exposition „Chef d’oeuvres de la peinture allemande“.
Galerie^Abels, Cologne

Smlg. Gräfin
d’Andigne +
Paris, Nachb. 27. Nov.
(Vorb. in Nr. 47, S. 5)
Ende November wurde
mit beträchtlichem Erfolg der
künstlerische Nachlaß der
Gräfin d’Andigne durch M«
Lair Dubreuil und B a u-
d o i n unter Assistenz der
Experten M.M. Mannheim
und M. G. B.-L a s g u i n ver-
steigert. Das Gesamt-
ergebnis überstieg mit
rund 182 000 M. nicht un-
wesentlich die Schäfeung. Vor
allem brachten die Möbel und
Bronzen hohe Preise.
Von den Tapisserien ergaben die bei-
den großen, figurenreichen Arbeiten des
18. Jahrhunderts (Nr. 119, 120) freilich ein Re-
sultat, das sich erheblich unter dem Schäfeungs-
preis hielt. Bei dem ersten Stück, das ein
Abenteuer Don Quichottes darstellt, wohl Arbeit
der Gobelins, 350 : 615 cm, zahlte Rappeport
Pere 15 500 M. (statt des Schäfeungspreises
von 30 000 M.), und für das zweite Stück, eine

stammten, gab Rosenthal 7033 M., — für Nr. 87,
ein großes Kanapee, z. T. aus der gleichen
Epoche, Br. 182 cm: 6917 M. — Die Klein-
möbel brachten Preise, die angesichts
mancher Bedenken als sehr hoch bezeichnet
werden müssen. So stieg Nr. 99, ein Tisch
mit Einlegearbeit und Bronzegarnitur, sign.,

Amsterdam, Nachb. 21.—22. Nov.
(Vorb. in Nr. 44, S. 1)
In Fortsefeung unseres Berichtes aus Nr. 48
über die unter Leitung von Direktor M e n s i n g
stattgehabten Herbstauktionen sind hier die
wichtigsten Preise der zweitägigen Auktion
von Handzeichnungen und Handschriften wie
Miniaturen anzuführen. Das Interesse für die
Haupfstücke war, wie auch die Preise deutlich
genug beweisen, außerordentlich stark,

sowie für Nr. 107, einen ovalen kleinen Tisch,
dessen Epoche nicht angegeben ist: je 4167 M.,
und für Nr. 94, ein Bureau Louis XV mit
Bronzegarnituren, sign. J. Denizot, Br. 67 cm:
4350 M.
Den ausführlichen Preisbericht
geben wir später.

II. Teil
beanspruchte die erstere Sammlung mit den
Haupiblättern von Dürer, Rembrandt, Rubens
usw. natürlich die stärkste Beachtung. 52 700
Mark für die Dürer studie zum Rosenkranz-
fest (Nr. 9) dürfen immerhin als ganz außer-
ordentlich hoch bezeichnet werden. Diesem
Preise folgten mit 23 800 und 23 400 M. Rem-
brandts Federzeichnung des „Hohe-
priesters“ (Nr. 25) und das doppelseitige
Studienblatt von Rubens (Nr. 26), das wohl,
neben der schlafenden Ariadne (Nr. 27), die
13 000 M. erbrachte, als einzige vollwertige
und hochkünstlerische Arbeit des großen
Barockmeisters anzusprechen war. So konnten
denn auch die übrigen, Rubens zugeschrie-
benen Blätter wie die Studien einer Susanna
im Bade (Nr. 28), eines Franziskus (Nr. 29),
eines Panthers (Nr. 30) und zweier Juden
(Nr. 31) nur 6800, 3400, 4250 und 3200 M. er-
zielen. — Dagegen waren äußerst beachtens-
wert und der hohen Qualität und Seltenheit
dieser Blätter entsprechend die 17 340 M. für
Burgkmairs Kreidezeichnung eines
Mannes in Halbfigur (Nr. 4), 15 470 M. für
P o 11 a j u o 1 o s Herkules und Antäus (Nr. 24),
12 750 M. für V e r o n e s e s Bildniszeichnung
einer jungen Frau, 8800 M. für Giovanni Bel-
linis Pieta (Nr. 2), 8300 M. für M a b u s e s
„Esther und Ahasver“ (Nr. 12) und 6800 M.
für Wolf Hubers Altarentwurf (Nr. 14). Von
iialienischen Blättern nennen wir ferner die
Madonnenzeichnung " eines florentini-
schen Meisters um 1475 (Nr. 18) mit
3400 M. und die kleine Federzeichnung eines
Kastells von Tizian (Nr. 35) mit 2800 M., —
von deutschen Zeichnungen das Liebespaar
des Hausbuchmeisters (Nr. 20) und
Ambergers Skizze zum Altar in Sanct
Ulrich in Augsburg (Nr. 41) mit je 5100 M., —
von französischen Arbeiten Watteaus
„Jägerin“ (Nr. 38) mit 3570 M., und von Werken
niederländischer Meister van Dycks Feder-
zeichnung der Gefangennahme Christi (Nr. 8)
mit 4400 M., M a e s’ alte Frau (Nr. 17) mit
2700 M. und die Patinir zugeschriebene
Federzeichnung eines Kastells (Nr. 23) mit
4250 M.

Herbstau ktionen bei Frederik Muller,

3 Jan"
jtuin
den
»ergisd
nmer 1

sses
rlich

lt, d
it, w
Jacopi'
□ weil

ltichitä
er Lie‘
teil

Geißelung Christi
Stoffrelief, 33 : 40 cm — Mittelrhein
Hermann Sonnthal, Köln
Flagellation de J esus-Christ
Rel ef a’etofle, 33 : 40 cm — Bas-Rhin
H er mann Sonnthal, Cologne

3;^;iaD c h u c h s Sägemühle (Nr. 103, 82:59 cm)
jertef hif 3200 M. und Lenbachs Bildnis des
ge" iirsten Czatoryski (Nr. 101, 122 : 82 cm) mit
. zu ‘l00 M. Die beiden Fassungen von Trüb-
jers „Kampf der Lapithen“ (Nr. 149 und 150,
« 5:68 und 61 :50 cm) erzielten 2200 und
•'iOü M.

der Spifee;
Schreitender
177, 93 : 69
_ _ _ Achenbachs
indische Fischerboote“ von
O0: 126 cm) mit 5700 M.,

fünften M J1 500 M.
ndenK-" v
eine ij
:i eine"1

es folgten
Mann in
cm) mit
„Hol-
1862 (Nr. 180,
-* ■ pn \MU • lzo enu 11111 J-uu ivi., Slevogts
sein1 lejfer jm f-rühlingswald (Nr. 152, 66:49 cm)
daß tjü 5200 M., T h o m a s „Luna und Endymion“
lerdinö \|r 147, 112 : 83 cm) mit 5000 M., Corinths
in ein1,'lumenmädchen von 1894 (Nr. 174, 83:57 cm)
|os ei"e •bd „Blick in das Paradies“ von 1919 (Nr. 175)
ist, de" Kit 3500 und 3000 M., Defreggers Karten-
:n. Le1'Kieler (>jr 142 g, 41:52 cm) mit 3300 M.,
Materi3 c h u c h s Sägemühle (Nr. 103, 82:59 cm)
ssiei
teu l
3ilde

Theater5
ebäude5-
man 1,1
es La9er
Statue"
> _ i
" aa og.'Crhn statfand. Trofedem die durchschnittlich
\er^sten Preise für die französischen Bilder ge-
'rDie^hlt wurden, konnten doch auch die sehr
•e11’ eg5 üten Qualitäten deutscher Gemälde der
neS" di" 'veiten Jahrhunderthälfte ansehnliche Preise
n in zeit fielen, ohne die das ausgezeichnete Ge-
il e A Dmfergebnis nicht zustandegekommen wäre,
nen 1 ’aumier rangiert mit dem höchsten Preis
vorzüö n erster Stelle: für seinen „Schrei nach dem
f davo" echt“ (Nr. 170) wurden 15 500 M. bezahlt,
rein, <i' ‘ 1 s s a r r o s Landschaft (Nr. 178, 64:79 cm)
der Gc'rid Gemüseernte (Nr. 179, 31 : 49 cm) kamen
u enfle"lKf 7900 und 4600 M., Courbets Wasser-
ein9e' Ml (Nr. 176, 75 : 94 cm) auf 7500 M., Coro t s
atuette"!orflandscliaft (Nr. 154, 32 : 45 cm) auf 6000 M.,
jnd A5' royons Aufbruch zur Arbeit (Nr. 159,
moisd1" ®: 98 cm) auf 5200 M. und die Hügelland-
ir n von Diaz (Nr. 151, 57:88 cm) auf
‘ sagen-’00 M. -
Unter den deutschen Bildern stand
—oße" ’ e n z e I s Knabenbildnis (Nr. 153, 41 : 31 cm)
an ’ ““ 1
de'iebermanns
Jen Dünen (Nr.
Ö00 M., Andreas

Den ausführlichen Preisbericht
Kehe auf Seite 4.

Wesentlich größeres Interesse fanden die
Möbel. Hier wurde Nr. 90, ein Salonmobiliar
mit Louis XV-Tapisserie-tlberzügen, (bei einer
Schäfeung von 20 000 M.) für 21 000 M. Herrn
Rosenau zugeschlagen. — Für Nr. 88, zwei
Fauteuils, die z. T. aus der Regence-Zeit

Oeben, von 1667 M. auf 10 867 M., — Nr. 97,
ein kleiner Toiletten-Tisch, sign. Landrin, auf
9683 M. — Für Nr. 96, einen kleinen vier-
eckigen Tisch mit Marketerie, Louis XVI, sign.
Dester, Br. 40 cm, gab Fabre 5000 M., — für
Nr. 104, ein Bureau mit Marketerie von Dubut,

Bei den illuminierten Handschriften
stand das Münsterer Evangeliar des
XII. Jahrhunderts an erster Stelle: für dieses
kostbare Stück (Nr. 5) wurden, nicht zulefet
wegen des einzigartigen Einbandes mit dem
Elfenbeinrelief der Kreuzabnahme, 40 800 M.
bezahlt. 32 300 M. brachte das italienische
Manuskript der Werke Petrarcas aus der
zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts (Nr. 36),
je 22 100 M. das französische Manuskript des
Gilles de Rome aus dem 13. Jahrhundert
(Nr. 9) und Guillaume de Guillevillcs
„Pelerinage de la vie humaine“ in einer fran-
zösischen Handschrift um 1470 (Nr. 38), je
17 000 M. das italienische Graduale des
Quattrocento (Nr. 23) und das flämische
Livre d’H e u r e s derselben Zeit (Nr. 41), je
15 300 M. die Decretalien Gregors IX.
mit der großartigen signierten Miniatur von
Niccolö da Bologna (Nr. 16) und das italieni-
sche M i s s a 1 e vom Ende des 14. Jahrhunderts
(Nr. 19), 12 900 M. die Horen aus Chartres
(Nr. 40). Die beiden wahrscheinlich aus der
Werkstatt des Vespasiano in Florenz
stammenden Handschriften, Boccaccios
Amefo (Nr. 26), aus dem wir in Nr. 44,
S. 2, eine Seite abgebildet hatten und
der kurz vor dem Kriege vom Besifeer für
5000 italienische Lire erworben wurde, sowie
das Aelianus-Manuskript (Nr. 27) kamen auf
11 900 bzw. 12 900 M.
Ausführlicher Preisbericht S. 4.

Brüsseler Arbeit, 280:485 cm, mit Bauern-
szenen vor weiter Landschaft, gab Collede-
boeuf im Auftrage eines Privatsammlers
14 500 M. (bei einer Schäfeung von 16700 M.).

während der Bestimmung nach nicht un-
zweifelhafte Blätter abfielen.
Unter den Handzeichnungen, deren
Material aus zwei Privatsammlungen bestand.

Helene Marre, Mandolinen-Spielerin
Smlg. M. Grumbach, Paris
Ausstellung Salon d’Automne, Paris
Helene Marre, La Mandoliniste
Coll. M. Grumbach, Paris
Exposition Salon d’Automne, Paris
 
Annotationen