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20

„Die Kunstauktion“

Pariser BCunst

seit Cezanne

11€

des Holzschnitts in Frankreich

H irtenmädchen

Das

von Todes chini

Pablo Picassos

neue graphische Arbeiten

Wi

Cezanne“ (Editions Chroniques du Jour, Paris, 1929)

Unter dem Titel „Seit Cezanne in Paris“
hat die Galerie Flechtheim in Berlin
eine Ausstellung moderner französischer Gra-
phik und Plastik eröffnet, die alle Räume aus-
füllt und noch in ein voluminöses Depot sich
fortseist, selbst die „Siegesallee“ des schmalen

geneigten Radikalismen, das
der künstlerischen

Furopa überhaupt, Pablo Picasso, der in
Paris lebende spanische Künstler, hat einige
graphische Blätter im Pariser Verlag Marcel
G u i o t (4, rue Volney) erscheinen lassen, die

Dc.r erfolgreiche Führer der modernsten
Kunstbewegung in Paris und Frankreich, ja

Unter
■Denzel
1 1150
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k- Dü

Prägung! Und mündet hier doch schließlich
alles in dem Preis der Schönheit!
Im Eingangsraum: Rodin mit sehr schönen
Aguarellen. Dann folgt ein Kabinett, das in
seiner Einheitlichkeit sehr stark wirkt, mit Ar-
beiten von Degas mit Toulouse-Lautrec, —
dann Räume mit Matisse, Rouault und van
Gogh — Picasso und Braque, — Cezanne und
Seurat, — im lebten Saal Maillol und Renoir.
Das sind die Haupfgruppen, zwischen die dann
zahlreiche dii minores eingeschoben sind, die
eine wünschenswerte Senkung zwischen den

Ganges hat sich zur Abwechslung mit Zeich-
nungen und Aguarellen bedeckt. Eine überaus
fesselnde Schau! Die großen Namen der
Rodin, Cezanne, Picasso, Seurat, Braque,
Derain gewinnen durch ihr nahes Nebenein-
ander eine Lebendigkeit und eine Pointierung,
die man gerade bei Persönlichkeiten schößen
muß, deren Nimbus durch die historische Tra-
dition und die einhellige ästhetische Be-
wertung schon allzu fest umrissen worden ist.

großen, mächtigen Wellen und Wogenkämmen
bedeuten.
Sicherlich ist hier nicht alles und jedes
gleichwertig, manches von Cezanne etwa hätte
wohl fortbleiben können. Exquisite Dinge von
Seurat stellen dann aber, auf einer Wand
gruppiert, die Balance wieder her, — wunder-
schön offenbaren diese überaus delikaten
Zeichnungen die Genialität dieses Mannes.
Ihre Reihe ist wohl der Höhepunkt dieser Aus-
stellung. Vielleicht, daß die Zeichnungen
Braques ihr das Gleichgewicht halfen. Neben
frühen Aquarellen sind hier einige heroisch-
große Arbeiten ausgestellt, in denen die
andere Seite französischen Wesens zu einer
ganz modernen Formulierung gebracht worden
ist, — einen weiblichen Akt haben wir bereits
in unserer vorleßten Nummer reproduziert.
Die Plastik kommt natürlich weniger um-
fänglich zu Wort, wie die Graphik. Immerhin
sind auch hier manche Dinge, die an sich schon
die Ausstellung rechtfertigen würden, — wie
der herrliche Kopf des Herkules von B o u r -
delle, P. Gargallos edler Torso eines
Torero, — Modiglianis Kopf, — Henri
Laurens’ Abstraktionen. Und dann natürlich
die schönen Reihen von F onzen M a i 11 o 1 s
und D e g a s’.
Im ganzen muß man sagen, daß diese Aus-
stellung in vielfach erstaunlich guten Doku-
menten das imposante Schauspiel der mo-
dernsten Kunstentwicklung in Paris allseitig
entfaltet. Sie ist voll lebendigster Spannung
und so anregend, wie kaum eine andere zu
dieser Zeit. Dr. E. v. Sydow

Das von uns hier abgebildete Ge-
mälde eines jungen Hirtenmädchens, das sich
im Besiß der Kölner Galerie M a 1 m e d e
und Geißendörfer befindet und von
Prof. Hermann Voß in Berlin als ein Werk

Giacomo Francesco Cipper, gen. Todeschini, Hirtenmädchen
Leinwand, 74 : 59 cm
Malmede & G e i & s e n d ö r f e r , K ö 1 n a. Rh.
Giacomo Francesco Cipper, dit Todeschini, Jeune bergere
Toile, 74: 5g cm
Malmcde & Geissendörfer, Cologne

A. Renoir, Drei Badende
aus W. George: „Le Dessin fran^ais de David ä Cezanne
(Edition» Chroniques du Jour, Paris, 1929)
A. Renoir, Trois Baigneitses
D'aprös W. George: ,,Le Dessin franpais de David ä C '

In diesem Sinne ist es auch zu begrüßen, daß
van Gogh und Odilon Redon, deren Kunst ja
nicht eigentlich pariserisch ist, in die Reihe der
großen Franzosen eingefügt worden ist, —
ein paar solcher van Goghs zwischen Matisse
und neben Picasso sind schon lehrreicher als
lange theoretische Auseinanderseßungen über
die Unterschiedlichkeit von nordischer und
französischer Artung. Ein Unterschied übri-
gens, der immer schärfer sich aufdrängt, je
länger man in dieser Schau sich aufhält, —
wie einheitlich ist bei allen persönlichen Unter-
schieden der Temperamente und bei allen
epochalen Schwankungen des jeweiligen per-
sönlichen Entwicklungsganges doch im großen
und ganzen diese pariserische Kunst! Wie
herrscht hier, selbst bei abseitigen und zu
Revolutionen
Prinzip der Kunstform,

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Nr. 1, 48
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Archäologisch er
Fund auf ICos

H. Dau-mier. Festmahl der Götter
Moderne Galerie Wertheim, Berlin, Voßstraße
H. Daumier, Festin des dieux
Moderne Galerie Wertheim, Berlin, V o ß Straße

Entwicklung der Holzschneider in ihren Werken
besser zu folgen, ein chronologisches Re-
pertoire der Holzschnittwerke des 19. Jahr-
hunderts herzustellen. Dies Verzeichnis ist so
vollständig wie möglich hergestellt und nennt
das Format, den Namen des Verfassers, den
Erscheinungsort, die Namen der Illustratoren
und Holzschneider. Auch wurde das Werk so
registriert, daß man es von den Namen der
Künstler und von den Daten ausgehend be-
nußen kann. Sehr wichtig ist es für den Be-
nußer, zu wissen, daß die Holzschnitte, die als
Proben der Holzschnittkunst beigefügf sind,
von Originalplatten, die noch existierten, ab-
gezogen worden sind. Die Namen der Eigen-
tümer der Holzstöcke sind erwähnt worden.
Einige wenige Vignetten aus dem Anfang des
19. Jahrhunderts zeigen allerdings die An-
merkung „Reproduktion“. Bei diesen wenigen
Reproduktionen handelt es sich um Wieder-
gaben nach den Drucken, da die Platten nicht
mehr aufzufinden waren. Die Kapitel- und
Schlußvigfietten sind von Holzstöcken ge-
druckt worden, die aus dem Besiß der Revue
illustree stammen. Das Frontispice ist ein
Lichtdruck nach einer romantischen Platte, die
von Morice geschnitten wurde: „Der Tag eines
Holzschneiders".
Beim Durchblättern des Buches und beim
Betrachten der Illustrationen wird man keines-
wegs durchweg von der künstlerischen Be-
deutung der Holzschnitte entzückt sein. Aber
einige Einsicht wird einem klar machen, daß
gerade die Anführung auch künstlerisch nicht
bedeutender Holzschnitte hier keineswegs
kritiklos geschehen ist, und daß diese Holz-
schnitte für die Entwicklungsgeschichte der
wirklich hohen Holzschnittkunst, die uns als
Ergebnis interessiert, technisch oder stil-
geschichtlich von größter Bedeutung sind. Die
außerordentlich exakte und brauchbare Arbeit
wird sicher in Deutschland viele Liebhaber
finden. Es muß noch betont werden, daß die
ausgezeichnete Einleitung eine Geschichte der
Entwicklung
darstellt.

Jahrg. III. Nr. 49 vom 8. Dezember ljd ißpo- HJ

von Todeschini erkannt wurde, bildet eine be-
sonders charakteristische Arbeit dieses inter-
essanten Künstlers. Von Geburt Deutscher und
seines Namens Cipper, lebte Giacomo Fran-
cesco Todeschini während der ersten Hälfte
des 18. Jahrhunderts in Italien und verriet in
seinen Gemälden, die das Genrehafte und
Psychologisierende der nordischen Barock-
kunst mit späten Nachklängen an den carra-
vaggesken Expressionismus verbinden, eine
starke persönliche Note. Unser Bild stellt vor
dunklem Hintergründe die Halbfigur eines
strickenden Hirtenmädchens mit lächelnd dem
Beschauer zugewandfem Blicke dar. Das
Kolorit ist von besonders harmonischer und
w'armer Wirkung, wodurch dem Werk, unter-
strichen durch die schelmische und grazile
Haltung der Dargestellten, ein besonders
intimer Reiz verliehen wird.

„X-,
vor und man ist in archäologisch interessier’
Kreisen aufs Höchste gespannt, die neu 9e
fundenen Kunstwerke wenigstens im Bilde z

sehen. W’enn sich die Meldung bestätigt, <
handelt es sich um einen der wichtigsten
chäologischen Funde aller Zeiten. ,
Dr. H. lt.-St. IRo”1’

von höchstem Interesse sind. Denn sie N
präsentieren als ausgewählte Dokument^
schönster Art seine verschiedenen Epochen, 1
denen er führend gewesen ist, —- außer o®
frühesten, blauen Periode. Seine kubistiso1
Zeit ist vertreten durch das Bild eines ManneS'
die dann anschließende, unter Ingres Einflu|
stehende Art durch „Die drei Grazien“, A3
die nächsten Perioden, in der er vielfach *e
liehe Figuren mit groß gerundeten Kontore
malte und zeichnete, deutet „Die Quelle“. A3
der Gegenwart stammt die „FraucngrupPe J :üerer
Man mag zweifeln, welches Blatt man bevor' un(^
zugen sollte — das wechselt ja entsprechen .
den persönlichen Neigungen, aber es sehe”1
nicht zu bezweifeln, daß sich Picassos außer'
ordentliches Formtalent in all diesen Arbeite’’
in gleicher Intensität bewährt. Für einen Freu”
seiner Kunst ist hier die schönste Gelegenhe’
gegeben, sich seine Entwicklung in Musterbe1'
spielen gegenwärtig zu halten. 5-

Seitdem vor nunmehr fast dreißig JahreF
Prof. Rud. Herzog das Asklepiosheiligtum 33
der Insel Kos freigelegt hat (die Kosten trU0
das Deutsche Reich und die württembergisch3
Regierung), hat die anmutige Insel immer 1ITI
Blickpunkt des archäologischen Interesses 9C'
standen. Der Krieg unterbrach natürlich ’j!6
Fortseßung der Ausgrabungen, aber seit 31
Insel 1912 in italienischen Besiß Übergang
ist, hat die Sopraintendenza per le antichit3
belle arti sich der Insel mit besonderer Lie3
angenommen. Das ungeheure Kastell 3C
Rhodosritter ist von den türkischen ZutafeI1
befreit worden und die antike Stadt, der^r
topographischer Plan uns überliefert ist, w'3'3,
unter Leitung von Prof. Majuri, Dr. JacoP|C
und Luc. Laurinsich in gutem Tempo wei’c
ausgegraben.
In diesen Tagen kam die Nachricht, v°r'
einem geradezu einzigartigen Fund. Bei (t'
Ausgrabung eines in der Nähe des Theaier5
gelegenen halbkreisförmigen Gebäude5’'
welches recht gut erhalten ist, stieß man ,n
einem vermauerten Raum auf ein ganzes Laö^
antiker Statuen: 24 überlebensgroße Statue
und vier Statuetten. Das Gebäude, um das e%r|ln s<a
sich handelt, war wahrscheinlich ein 5<?^Vsfen Pr
Odeion, d. h. ein kleines gedecktes Theate ^ij w(jr
und es stammt aus der ersten Kaiserzeit. P1 Uten Qi
neu gefundenen Statuen rühren keineswed >Vej|en j
von diesem Bau her, sondern reichen in 4 fzielen,
klassische und hellenistische 'irnterget
hinauf und nur ein Teil von ihnen 15 'aumie
römisch. Sie sind durchweg von vorziiÖ" ti erster
licher Arbeit und überlebensgroß. Elf daV0lllecht" (b
sind völlig intakt. Es hat den Anschein, 315 issari
ob die Statuen in einem Augenblick der G^'^d Gemi
fahr, vermutlich Kriegsgefahr, in den end3” W 7900
Raum, in dem sie gefunden wurden, ein<3e'"’iH (Nr. 1
pfercht worden sind. Die kleinen Statuette^ orflands
sind Weihegaben an Ceres, Venus und As0 n
clepios. Wir wissen, daß sämtliche olympis^ / CIT
Gottheiten auf Kos ihre Kulfstätte hatten m'°
somit kann man nicht ohne weiteres 5agen’
woher diese Statuetten stammen. 4
Bekanntlich ist Kos die Heimat des 9r0^
Hippokrates, der dort in der Mitte des
vorchristlichen Jahrhunderts geboren wur3 |en
und bis gegen 377 dort lebte. Sein Andenke^ y
ist immer noch im Volk lebendig und eine ”r indische
alte Platane auf einem freien Plaß bei eine Oq .
türkischen Brunnen trägt heute noch sein3 «eiter jm
Namen. Es ist also kein Wunder, daß “'hif 5200 i
glücklichen Entdecker (vorläufig allerdinfl^ ß|r. 547,
ohne wissenschaftlichen Anhaltspunkt) in ei”6 ’lumenm«
der gefundenen Statuen, die zweifellos ei”3 *hd „Blicl
Porträtstatue eines bärtigen Mannes ist, W 3500 1
Heros der Heilkunde zu erkennen glauben. ^le'er d
der liegt noch kein photographisches Matef|3^ h inT
ürsten (
100 M.
1 e r s „Ki
5 : 68 ur
■’00 M.
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