Schnorr von Carolsfeld, Ludwig; Rudolph Lepke's Kunst-Auctions-Haus <Berlin> [Editor]
Sammlung Darmstädter, Berlin: europäisches Porzellan des XVIII. Jahrhunderts ; Versteigerung: 24. bis 26. März 1925 (Katalog Nr. 1933) — Berlin, 1925

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414- KAFFEEKÄNNCHEN MIT DECKEL. Schlanker, einförmiger Körper auf einge-
zogenem Ringfuß. Hoher, oben erweiterter Hals, gebogenes Ausgußrohr mit Fisch-
schnauze, am Ansatz grinsende Satyrmaske. Henkel in Form dreier Rocaillebögen mit
rehefierten Blattauflagen. Gewölbter Deckel mit Pinienknauf. Hals und Deckelrand
in Oziermuster. Auf der Leibung zwei farbigeLandschaftenmit Schäfer-
szenen in goldenen, mit Purpur abgesetzten Barockkartuschen, flankiert
von geflügelten weiblichen Hermen und bekrönt von Fruchtkörben. Zwischen den Kar-
tuschen bunte Blumenbuketts an goldenen Kelchgehängen und kleine Insekten. Auf
dem Ozierrand von Hals und Deckel Purpurblumen, auf der Deckelwölbung bunte
Blumenzweige. Vergoldung an Henkel und Ausguß mit Purpur abgesetzt, Ränder und
Knauf vergoldet.

Meißener Porzellan, um 1745. Marke: Schwerter. Bayreuther Hausmalerei, vielleicht
von J. F. Metzsch, um 1750. H. 17,4 cm.

Tafel 92.

415. TEETASSE NEBST UNTERTASSE. Schalenform mit 3-förmigem Henkel, außen
aufgelegte Mumezweige. Die Mumezweige in Braun, Eisenrot, Grün, Blau und Violett
bemalt. Im Boden der Untertasse farbiges Blumenbukett mit feinem Gezweig. An den
inneren stark vergoldeten Rändern Bordüre aus fächerartigen violetten Palmetten und von
Goldstreifen umsäumte, wellig bewegte und farbig gemusterte Felder, aus deren Buchten
bunte Blumenzweige wachsen. Henkel und Ringfuß vergoldet.

Meißener Porzellan, um 1745. Marke: Schwerter. Bayreuther Hausmalerei, vielleicht
von J. F. Metzsch, um 1750. H. der Tasse 4,6 cm, Durchm. der Untertasse 13 cm.

Tafel 94.

416. KLEINE DECKELDOSE. Gerade, unten abgerundete Wandung, auf eingezogenem
Ringfuß; gewölbter Deckel mit spitzem Pilzknauf. Auf der unteren Leibung drei frei
im Grund stehende Landschaften mit Burgen am Meer in glanzloser, z. T. radierter
Purpur maierei, auf dem Deckel drei purpurne Rosenzweige. Als Rand-
bordüre feine Goldspitzen aus Rankenwerk und Kalligraphenschnörkeln, da-
zwischen ' (bei der Dose) drei Affen als Architekten und Bildhauer, am Deckel eine
dozierende Frauenfigur und zwei geflügelte Putten.

Meißener Porzellan. Marke: Merkurstab. Malerei, namentlich der Bordüren, in der Art des
Franz Mayer, Preßnitz, um 1760. H. 8,2 cm.

Tafel 92.

417- FLACHER TELLER, bemalt in Eisenrot, Grün, Manganbraun und
Schwarz. Im Boden Rundfeld mit zwei Komödianten und zwei Damen, die
trinkend und scherzend auf Grasbänken um einen Steintisch im Garten sitzen; im
Hintergrund eine bekränzte Bacchusherme und Tuchdraperie, seitlich Baumkulissen, im
Vordergrund ein Korb mit Obst. In der Kehlung goldenes Bandelwerk. Auf
dem Rand vier bunte Blumensträuße.

Meißener Porzellan. Marke: Schwerter. Bemalung von Franz Mayer in Preßnitz,
um 1765. Durchm. 21,5 cm. Rand leicht bestoßen. — Vgl. das bezeichnete Stück in der ehem. Sammlung
Lanna, verst. Lepke 1911, II. Teil, Nr. 1091.

Tafel 92.

418. TEETASSE NEBST UNTERTASSE. Koppchen ohne Henkel. Bemalt in Eisenrot,
Grün, Gelb, Grauschwarz und Manganbraun. Auf der Tasse drei figürliche Darstellungen
auf isolierten, mit Blumenstauden besetzten Grassockeln: Eseltreiber, sitzender Vogel-
fänger, stehende alte Frau mit zwei toten Vögeln in der Hand. Im Boden der Unter-
tasse: Fluß mit befestigter Stadt im Hintergrund, zwei Fischer mit Netz und liegender
Flußgott im Vordergrund. Goldspitzenbor clüren.

Meißener Porzellan. Marke: Schwerter. Hausmalerei von F. J. Ferner, um 1750. H. der
Tasse 4,7 cm, Durchm. der Untertasse 12 cm.

Tafel 94-

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