Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Seite: 25
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URKUNDE 196 (1. August 770 — Reg. 530)

Schenkung des Ruoding im nämlichen Dorf (Geinsheim), im 2. Regierungsjahre
Karls des Großen, unseres Herrn, des Kaisers (richtig: Königs),

unter Abt Gundeland

In Christi Namen mache ich, Ruoding, zu meinem Seelenheile dem heiligen Märty-
rer Gottes Nazarius, dessen Leib im Kloster Laurfesham = Lorsch) ruht, eine fromme
Spende. Ich schenke, ganz und ungeteilt, unter dem heutigen Tage eine Wiese in

Gemminesheim (Geinsheim nö. Oppenheim/R.). Ich übergebe und übertrage sie in
der Absicht, daß sie von heute an und für alle spätere Zeit jener Stätte beziehungs-
weise ihren Sachwaltern jederzeit zur Mehrung ihres Nutzens gereiche. Geschehen im
Kloster Laurfesham — Lorsch) am 1. August (770). Handzeichen des Ruoding, der
diese Schenkung tätigte und deren Feststellung veranlaßte.

URKUNDE 197 (18. Juni 767? — Reg. 346)

Lütfrid verkaufte dem Herrn und Abt Gundeland eine Wiese
in demselben Dorf (Geinsheim)

Der ehrwürdige Abt Gundeland kaufte auch im nämlichen Dorf, nämlich in
Gemminisheim (Geinsheim nö. Oppenheim/R.) von einem gewissen Lütfrid eine
Wiese, welche eine Länge von 69 und eine Breite von 7 Ruten hatte (ca 7x70 —
1:10). Sie stößt auf einer Seite an die Wiese des Friduwin. Als Entgelt erhielt vorge-
nannter Lütfrid vom Herrn und Abt Gundeland den Betrag von zwei Schilling. Den
Mehrwert (der Wiese) schenkte Lütfrid zum Heile seiner Seele dem Hl. Nazarius. Wenn
jemand gegen diesen Verkauf beziehungsweise gegen diese Schenkung, die von beiden
Seiten gesetzlich einwandfrei durchgeführt wurde, Einwendungen machen sollte, so
soll er unter Beteiligung der königlichen Kammer vier Goldenare und ein halbes Pfund
Silber als Buße erlegen, und was er vorbringt, sei für eine gerichtliche Beurteilung gegen-
standslos. Vielmehr soll der in Rede stehende Verkauf fest und unanfechtbar verblei-
ben. Geschehen im Kloster Laurfesham = Lorsch) am 18. Juni (766—768) unter der
Regierung des rühmlichst bekannten Königs Pippin.

URKUNDE 198 (30. Juni 779 — Reg. 1538)

Schenkung der Gottgeweihten Uoda, durchgeführt in Dornheim, im 11. Jahre
Karls des Großen, unseres Gebieters, des Kaisers (richtig: Königs),

unter Abt Helmerich

In Christi Namen mache ich, Uoda, die Gottgeweihte, zum Heile meiner Seele, um
der ewigen Wiedervergeltung willen und damit ich es verdiene, Verzeihung meiner
Sünden zu erlangen, durch diese Schenkungsurkunde dem heiligen Märtyrer Nazarius,
dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz gelegenen
Kloster Lauresham (Lorsch) ruht, eine Stiftung. Zur Übergabe gelangt mein Besitz in
pago Rinahgowe (im Oberrheingau), in den Orten

Thornheim (Dornheim w. Darmstadt),

Elimaresbach (Elmersbach, Wüstung am Altrhein w. Erfelden w. Darmstadt) und
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