Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

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URKUNDE 242 (17. April 779 — Reg. 1530)

Verkauf der Massa in der Bensheimer Gemarkung im 11. Regierungsjahre Karls
des Großen, des ruhmreichsten Kaisers (richtig: Königs), unseres Herrn, unter

Abt Helmerich

Massa, die Gottgeweihte, als Verkäuferin, an den Abt Helmerich, den väterlichen
Herrn, als Käufer. Es ist bekannt und feststehend, daß ich mit euch einen Verkauf abge-
schlossen habe. Ich habe euch nämlich jenes Viertel der Insel (Halbinsel) verkauft, welche
zwischen den Flüssen Wisscoz (Weschnitz) und Suarzaha (Schwarzach, Schwarzbach,
später Moorbach, heute Meerbach; rechter Zufluß zur Weschnitz) liegt und alles das zur
Gänze, was dort bekanntermaßen mein Eigentum ist: Ländereien, Felder, Wiesen, Weiden,
Wege, Wälder, stehende und fließende Gewässer. Dafür erhielt ich von euch als verein-
barten Gegenwert insgesamt 30 Schilling. Ich übergab euch daraufhin am gleichen Tage
meinen Anteil an jener Insel als Eigentum in der Weise, daß ihr von diesem Tage an
— und alles übrige (wie oben) — bis: Geschehen im Kloster Lam(esham = Lorsch)
am 17. April (779). Handzeichen der Massa, welche diesen Verkauf getätigt hat. Hand-
zeichen des Stalo, ihres Sohnes. Ich, Samuel, bin gebeten worden, dies zu schreiben.

URKUNDE 243 (15. Mai 774 — Reg. 1004)

Schenkung des schon genannten Stahalo in demselben Dorf, im 6. Regierungsjahre
Karls des Großen, unseres Herrn, des seligsten Kaisers (richtig: Königs), unter

Abt Gundeland

In Christi Namen, am 15. Mai. Ich, Stal, mache eine Stiftung an den heiligen Mär-
tyrer Nazarius, dessen Leib in dem Kloster ruht, welches La.ur(esham =. Lorsch) genannt
wird und am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegen ist. Ich schenke in

Basinsheim (Bensheim a. d. Bergstr.) einen Weinberg, einen Pflanzgarten und Neuland,
das zur Anlage eines Weingutes geeignet ist. Ich übergebe und übertrage im Namen Got-
tes diese Liegenschaften mit Wirkung vom heutigen Tage als ewiges Besitztum in der
Absicht, daß sie von diesem Tage an und späterhin für alle Zeiten jener heiligen Stätte
beziehungsweise ihren Sachwaltern zur Mehrung ihres Nutzens gereichen sollen, gestützt
auf diese vertragliche Fertigung. Geschehen im Kloster Laur(esham = Lorsch), am Tage
und zu der Zeit, wie oben vermerkt. Handzeichen des Stalo, welcher gebeten hat, daß
diese Schenkungsurkunde ausgestellt und bestätigt werde. Ich, Samuel, habe auf Antrag
(die Urkunde) geschrieben.

URKUNDE 244 (22. Juni 789 — Reg. 2116)

Schenkung des Stahal und der Massa, seiner Mutter, im nämlichen Dorf, im 21.
Regierungsjahre Karls L, unseres Herrn, unter Abt Richbod

In Gottes Namen machen wir, Stahal und meine Mutter Massa, zu unserem Seelen-
heile eine Stiftung an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in
pago rinensi (im Oberrheingau) gelegenen Kloster Lauresham (Lorsch) ruht. Wir schen-
ken unser Besitztum in der

Basinsheimmer marcha (Bensheimer Gemarkung a. d. Bergstr.), nämlich jenes Ödland
an der Suarzaha (Schwarzach; siehe Urk. Nr. 242), in der Gegend, welche Foroenbibiloz
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