Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Page: 61
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URKUNDE 266 (18. Oktober 784 — Reg. 1929)

Schenkung des Amanold am Bensheimer Hof im 17. Regierungsjahre Karls des
Großen, unseres Herrschers, des Kaisers (richtig: Königs), unter Abt Richbod

In Christi Namen weise ich, Amanold, zu meinem und meines Bruders Hadabald
Seelenheil dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius eine fromme Stiftung zu. Sein Leib
ruht in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz [Weschnitz) gelegenen
Kloster Lorsch. Meine Zuwendung gelte ebenso jenen Knechten Gottes, welche ebendort
dienen und denen, wie bekannt, der ehrwürdige Herr Rihbodo als Abt vorsteht. Es ist
mein Wille, daß meine Gabe ewigen Bestand habe, und ich erkläre, daß sie auf einem
vollkommen freiwilligen Entschluß beruht. Zur Vergabung gelangen im Oberrheingau, in
Buosinesheim (Bönsheim, abgegangene Ortschaft; Rest: Bensheimer Hof w. Darm-
stadt): Hof reiten, Äcker, Wälder und Wiesen an drei Orten, nämlich alles, was uns unser
Vater vererbt hat und wir dort besessen haben. Vom gegenwärtigen Tage an übergebe
und übertrage ich alles in der Absicht, daß es jener heiligen Stätte beziehungsweise deren
Verwaltern jederzeit als Vermögensmehrung diene. Geschlossen und gefertigt. Geschehen
im Kloster Lorsch am 18. Oktober (784). Handzeichen des Stifters Amanold. Hand-
zeichen der (Zeugen)

Roccholf, Binin,
Waldolf, Albert
Erpho, und
Rahcholf, Adelrad.

Ich, Rudolf, habe auf Bitten (diese Urkunde) geschrieben.

URKUNDE 267 (22. Oktober 789 — Reg. 2144)

Schenkung von Waltmund und Hugimund, Nachkommen des Ebermund, im 22.
Jahre unseres Herrschers, des Kaisers (richtig: Königs) Karl des Großen,

unter Abt Richbod

Wenn wir das Evangelium lesen, hören wir jene Stimme des wie Donnerschlag dröh-
nenden Spruches der Evangelisten, in welchem unser Herr Jesus Christ sagt: „Gebet
Almosen und, siehe, alles ist für euch rein geworden," und an einer anderen Stelle: „Wie
Wasser Feuer löscht, also löschet das Almosen die Sünde aus." Daher machen wir, Walt-
mund, Sohn des weiland Ebermund, und Hugimund, mein Sohn, eine Vergabung an den
heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem am Flusse Wisscoz (Weschnitz)
gelegenen Kloster Lorsch ruht. Sie gelte in gleicher Weise jener heiligen Mönchsgemein-
schaft, welche ebendort vereinigt ist, und welcher der ehrwürdige Herr Rihbodo als Abt
vorsteht. Ich wünsche meiner Stiftung ewige Dauer und bestätige ihre vollkommen frei-
willige Erstellung. Wir schenken unseren Güterbesitz in pago rinensi (im Oberrheingau),
und zwar im Dorfe

Buosinesheim (Bönsheim, heute Bensheimer Hof w. Darmstadt), und zwar drei Hof-
reiten und alles, was ich in jener Gemarkung besitze, nämlich Äcker, Felder, Wiesen,
Weiden, Wege, Wälder, Weinberge, Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten, drei Rodstücke,
Vieh beiderlei Geschlechtes, Großvieh und Kleinvieh. Ferner schenken wir in wormacinse
(im Wormsgau), in
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