Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Page: 78
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URKUNDE 297 (28. Februar 767 — Reg. 115)

Schenkung von Olo und Bozulph in demselben Dorf, im 15. Jahre des
Königs Pippin, unter Abt Gundeland

In Christi Namen machen wir, Olo und Bozulph, gemeinsam infolge Eingebung Gottes,
zu unserem Seelenheil und um der ewigen Wiedervergeltung willen, damit wir würdig
werden, bei Gott Verzeihung unserer Sünden zu finden, eine fromme Spende. Durch diese
Schenkungsurkunde und Willensäußerung wenden wir unter dem heutigen Tage dem
hochheiligen Märtyrer Christi Nazarius eine Gabe zu. Sein Leib ruht im Oberrheingauer
Kloster Lorsch, dem der Abt Gundeland vorsteht. Es ist unser Wille, daß unsere Opfer-
gabe ewigen Bestand habe. Wir schenken von unserem Eigentum in pago lobodfonensi —
im Ladengau), in

Hantscuhesheim (Heidelberg-Handschuhsheim) ein Stück Ackerland mit einem Flä-
cheninhalt von etwa einem halben Tagewerk. Wir übergeben und übertragen dieses aus
unserem Inhaberrecht in das Besitz- und Herrenrecht des Hl. Nazarius als ewiges Eigen-
tum. Von diesem Tage an sollt ihr die Vollmacht haben, damit zu machen, was ihr
wollt. Wenn aber künftig einer, was ich zwar am allerwenigsten glaube — und das
übrige ... so entrichte er zur Strafe zehn Goldpfennige und drei Silberunzen. Jene
Schenkung aber soll jederzeit zuverlässig bestehen bleiben. In diesem Smne erfolgte fei-
erliches Handgelöbnis. Geschehen in der örtlichen Gemeinde, welche Lorsch genannt
wird, am 28. Februar (767), im 15. Regierungsjahr unseres Herrn, des Königs Pippin.
Handzeichen von Olo und Bozulf, welche gebeten haben, daß diese Schenkung aufge-
zeichnet und beglaubigt werde. In gleicher Weise schenke ich, Adala, in Gottes Namen
demselben Märtyrer Christi Nazarius in der schon genannten Ortschaft vom gleichen
Ackerland meinen Anteil, den wir bekanntlich gemeinsam innehaben. Handzeichen von
Adalana. Ich, Wiglar, war der Schreiber.

URKUNDE 298 (30. Mai 768 — Reg. 288)
Schenkung des Fricko im oben genannten Jahr

In Christi Namen bringe ich, Friccho, am 30. Mai im 16. Regierungsjahr unseres Herrn,
des Königs Pippin, auf Grund göttlicher Eingebung, zu meinem Seelenheil und um der
ewigen Wiedervergeltung willen, eine Opferspende dar. Durch diese Schenkungsurkunde
mache ich dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi
(im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster Lam( esham —
Lorsch) ruht, eine Zuwendung. Sie gelte ebenso jener gottgeweihten Schar von Mönchen,
welche ebendort unter dem ehrwürdigen Abt Gundeland dem Gottesdienst obliegen. Ich
wünsche, daß meine Gabe von ewiger Dauer sei. Ich schenke meinen Besitz in

Hantscuhesheim (Heidelberg-Handschuhsheim), nämlich einen kleinen Weinberg, der
einen Jahresertrag von etwa einem Krug Wein einbringt. Vom gegenwärtigen Tage an
übergebe und übertrage ich ihn aus meinem gesetzlichen Rechtsanspruch in das Eigentums-
recht und unter die Herrschaft des Hl. Nazarius. Von heute an und späterhin möget ihr
die Verfügungsgewalt haben, damit zu machen, was ihr wollt. Wenn aber künftig jemand,
was ich zwar durchaus nicht glaube — und das übrige (wie oben) — bis: er erleide seine
Strafe und entrichte unter Einschaltung der ordentlichen Gerichtsbarkeit zwei Unzen
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