Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 3): Schenkungsurkunden Nr. 819 - 1999, Wormsgau — Lorsch, 1970

Page: 115
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URKUNDE 1098 (1. August 770 — Reg. 533)
Schenkung von Atha und Aba unter König Karl und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 1. August im 2. Regierungsjahr (770) unseres Herrn, des Königs
Karl, wollen wir, Atha und Abba, meine Tochter, zu unserem Seelenheil ein gutes Werk
vollbringen. Wir entrichten eine Spende an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen
Leib in dem am Flusse Wiscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster Lauressam (Lorsch) ruht. Sie
ist auch für jene Knechte Gottes bestimmt, welche ebendort dienen und denen der ehr-
würdige Herr Gundeland als Abt vorsteht. Wir wünschen, daß unsere Vergabung für alle
Zeiten hingegeben sei und bekräftigen, daß sie aus vollkommen freiem Willen erfolgt. Wir
schenken in pago wormatfz'ewse — im Wormsgau), und zwar in der Gemarkung

Spizishfeim — Spiesheim n. Alzey ISelz nw. Worms) eine Hof reite, fünf Joch Ackerland
und einen Weinberg. Wir schenken, übergeben und übertragen diese Güter vom gegen-
wärtigen Tag an in unverminderter Gesamtheit in der Absicht, daß sie von heute an und
künftig jener heiligen Stätte beziehungsweise ihren Geschäftsführern jederzeit zur Ver-
mögensmehrung dienen mögen. Vorliegende Schenkung soll auf Grund nachstehender Fer-
tigung beständig verbleiben. Geschehen im Kloster Lorsch. Tag und Zeit wie oben. Hand-
zeichen von Atha und Aba, welche gewünscht haben, daß diese Schenkungsurkunde ausge-
stellt werde.

URKUNDE 1099 (30. August 790 — Reg. 2238)
Schenkung des Hirminward im gleichen Weiler unter König Karl und Abt Richbod

Ich, Hirminwart, schenke im Namen Gottes das, was ihm (mir) Wenilo übergeben hat,
dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius. Der Leib des Heiligen ruht in dem in pago
rhenense (im Oberrheingau) gelegenen Kloster Lauressam (Lorsch). Die Opfergabe gilt
auch jener geweihten Mönchsvereinigung, welche ebendort unter dem ehrwürdigen Rich-
bodo Gott dient. Die Vergabung, der ich ewige Dauer wünsche, besteht in Gütern in pago
wormatiensi, und zwar in der Gemarkung

Spizesheim (Spiesheim n. Alzey/Selz nw. Worms/'R.), nämlich aus zehn Hofreiten,
zwei Morgen Land, einem Weinberg und Wiesen auf drei (verschiedenen) Fluren. Unter
dem heutigen Tag übergebe und übertrage ich alles als immerwährendes Besitztum in der
Weise, daß es, bekräftigt durch Handschlag und Brief, von heute an und in Zukunft jener
heiligen Stätte Mehrung ihres Einkommens bringe. Geschehen im Kloster Lorsch am
30. August im 22. Regierungsjahr (790) des Königs Karl. Handzeichen des Hirminward,
welcher gebeten hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt und gefertigt werde. Ich,
Ruodulf, habe sie geschrieben.

URKUNDE 1100 (3. Dezember 774 -- Reg. 1125)

Schenkung von Hadebert und Bernh(er) unter König Karl und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 3. Dezember im 7. Regierungsjahr (774) des Königs Karl
machen wir, Hadebert und Bernher, zum Seelenheil des Heribern eine Vergabung an den
heiligen Märtyrer Gottes Nazarius. Der Leib des Heiligen ruht in dem in pago renense
(im Oberrheingau) gelegenen Kloster Lauressam (Lorsch). Unsere Spende, der wir ewige
Beständigkeit wünschen, gilt auch jener heiligen Mönchsvereinigung, welche ebendort unter
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