Plenck, Joseph Jacob von; Rudolph Gräffer & Comp. [Editor]; Camesinaische Buchhandlung [Editor]; Geistinger'sche Buchhandlung [Editor]; Joseph [Oth.]; Blumauer, Alois [Oth.]; Degen, Joseph Vinzenz [Oth.]
Josephi Jacobi Plenck Consiliarii Cæsareo-Regii, Chirurgiæ Doctoris, Chemiæ Atque Botanices Professoris Publici ... Icones Plantarum Medicinalium Secundum Systema Linnæi Digestarum: Cum Enumeratione Virium Et Usus Medici, Chirurgici Atque Diætetici (Centuria IV.) — Viennæ: Apud Rudolphum Græffer Et Soc., 1791 [VD18 90825403]

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LOCUS. Frutex in sylvis praecipue Germaniae frequens,
primo vere ssoribus purpureis hyacinthini odoris ob-
lectans.
PHARMACEUTICA PARS. Cortex et Radix mezerei.
Semina coccognidii. grana cnidia seu cocci cnidii.
Germ. kellerhals. Seidelbast. Gall, bois-genti.
LA LAUREOLE FEMELLE.

VATERLAND. Ein. Staudengewächs in Waldungen, vor*
züglich in Deutschland häufig vor kommend, zu Anfiang
des Frühlings sind die purpurrothen Blumen wegen ihren
hyacinthenähnlichen Geruch ergötzend.
PHARMAZEUTISCHER THEIL. Die Rinde und Wur-
zel des kellerhals. Die Saamen der purgierkoer-
NER. Der kellerhals oder die purgierkoerner. La-
tein.C&rte* et Radix mezerei. Semina coccognidii.gra-
na cnidia, seu cocci cnidii» Deutsch, kellerhals.
SEIDELBAST. Franz. BOIS-GENTI. LA LAUREOLE FE-
MELLE.

ODOR corticis nullus. SAPOR tum recentis tum sicci
primum gustatus non pungit, sed paullo post sensus
ardoris oritur vix tolerandus, quo et lingua, totum os
et fauces afficiuntur. Postero die molesta, ut a cor- |
rosivis solet linguae sensilitas remanet. odor bac-
carum nullus, sapor primum lenis , dein acerrimus,
linguam et sauces deurens, inflammans,
VIS NOXIA BACCARUM. Ardor et inssammatio oris,
pharyngis, cesophagi. Sitis non restringenda, febris
ardens, vomitus pertinax , totius corporis excoriatio,
ventris ssuxus cruentus, mors.
ANTIDOTA obvolventia, antacria.
VIRTUS INTERNA CORTICIS e caule vel radice de-
sumpti, resolvens, deobstruens, antivenerea. Externe
cuti applicatus cortex recens vel siccus aqua macera-
tus eam epidermide sensim privat ac serum e loco nu-
dato copiose allicit atque evacuat.
USUS INTERNUS. Decoctum corticis et radicis Meze-
rei nodos venereos ex incrassato periosteo natos, con-
tra ipsum mercurium ad ptyalismum usque exhibitum
obstinatos, eximie discutit, si non jam caries subsit,
dolores nocturnos fugat, ulcera venerea sanat. Scir-
rhos recentes, tumores induratos tonsillarum , testicu-
lorum venereos, atque tumorem scirrhosum non Ve-
nereum musculi pectoralis dextri, et alium in cervi-
ce, denique mobilem super glandula thyroidea item
parotides tumidas resolvebat. In scrophulosis vero
tumoribus semel frustra tentabatur.

USUS EXTERNUS. In Russia radix ad dentes dolentes
applicatur, probe vero cavendum est, ne acris saliva
deglutiatur et guttur inssammet. In Suecia recenter de-
rasus cortex vulneri a serpente venenato inflicto im-
ponitur, quum in hocce vulnere pariter ac illo a cane
rabioso, dum virus nondum toti massae sanguineae se
admiscuerit, apertam servare plagam primarium sit. De-
nique pro Exutorio in Germanorum officinis pharma-
ceuticis adhibetur. In Wermlandia unguentum ex
cortice et baccis paratum in ulceribus cancrosis et ca-

GERUCH der Rinde keiner. GESCHMACK sowohl der
srischen als trocknen Rinde anfangs nicht stechend, bald
darauf entsteht ein Brennen, das kaum zu ertragen ist,
wodurch sowohl die Lunge, der ganze Mund und Hals an-
gegriffen werden. Den folgenden Tag bleibt eine beschwer-
liche Empfindung auf der Zunge zurück, so wie von denen
Ätzmitteln zu geschehen pflegt. Geruch der Beeren kei-
ner. geschmack zuerst gelind, dann äufserst scharf,
die Zunge und den Hals brennend, entzündend.
SCHÄDLICHE KRAFT DER BEEREN. Brennen und
Entzündung im Munde, Schlunde, und in der Speiseröhre.
Ein nicht zu löschender Durst, hitziges Fieber, hartnä-
ckiges Erbrechen, Wundwerden des ganzen Körpers, hef-
tiger blutiger Bauch-Flufs, der Tod.
GEGENMITTEL. Einhüllend, der Schärse widerstehend.
INNERLICHE ARZNEIKRAFT der vom Stengel oder die von
der Wurzel genommene Rinde auflösend, die Verstopsung
hebend, der Lustseuche widerstehend. Aeufserlich benimmt
die auf die Haut gelegte frische oder trockne im Wasser
eingeweichte Rinde derselben ihr Oberhäutchen, lockt den
wässerigten Theil häufig aus dem entblöfsten Orte an sich,
und leert ihn aus.
INNERLICHER GEBRAUCH. Die Abkochung von der
Rinde oder Wurzel des Kellerhals zertheilt die von dem
verdickten Beinhäutchen entstandnen und wider das bis
zum Spucken angewandtete Quecksilber so hartnäckige
venerische Beingeschwülste vortreflich , wenn nicht schon
der Beinsrafs zugegen ist, vertreibt die nächtlichen Schmer-
zen, und heilt venerische Geschwüre. Die frischen ver-
härteten Geschwülste der Mandeldrüsen , venerische Ge-
schwülste der Hoden, und eine nicht venerische skirrhöse
Geschwulst des rechten Brustmuskel, wie auch eine andere in
Nacken , endlich eine bewegliche über die Schlunddrüse,
eben so die geschwollene Ohrendrüsen löste sie auf. Bei
scrophulösen Geschwülsten aber wurde sie einmal verge-
bens versucht.
ÄUSSERLICHER GEBRAUCH. In Rufsland wird die
Wurzel wider Zahnschmerzen angewandt, man mufs sich
aber in Acht nehmen , dafs nicht der scharfe Speichel
hinunter geschluckt werde, und den Hals entzünde. In
Schweden wird die frisch zerschnittene Rinde aus die von
giftigen Schlangen gebissene Wunde gelegt , da sie
in dieser Wunde eben so als in der von den wüthenden
Hunde, wenn das Gift sich noch nicht mit der ganzen
Blutmafse vermischt hat, das vornehmste Mittel ist die
Wunde offen zu erhalten. Endlich wird sie auch in Deutsch-
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