Siebmacher, Johann [Begr.]; Seyler, Gustav A. [Bearb.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 1,5,2): Klöster — Nürnberg, 1882

Seite: 40
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/siebmacher1_5_2/0052
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
40

BISTHÜMER UND KLÖSTER, n. reihe: klöster.

38) Adalbert II. f 1369.

39) Heinrich V. Wegmann j 1377.

40) Heinrich VI. von Pienzenau 1377—1400.

41) Ludwig I. Rieder f 1409.

42) Friedrich Weichinger 1409 — 1422.

43) Conrad II. Vetter 1422, resig. 1429.

44) Gregor, postulirter Abt, resig. 1439.

45) Thomas Schwalb, 1439, bald darauf seiner Würde
wieder entsetzt.

46) Wilhelm Diepolzkircher, Mönch in Tegernsee, postu-
lirter Abt 1440 — 1483.

47) Narcissus Paumann 1483 — 1504.

48) Balthasar Werlin 1504 — (resign ) 1521.

49) Matthias Reichel aus Wemding, postulirt aus Tegern-
see 1521; resignirt und stirbt 1538.

50) Caspar Zwinck aus Murnau 1538 — 1548.

51) Ludwig II. Pertzl 1548—1570.

52) Johann Benedict (Chrysostomus) März aus Weillieim
' 1570-1604.

53) Johannes Halbherr ausDiessen, Coadjutor 1597, Abt
1604-1628.

54) Waldramus II. Weiss aus Polling 1628 — 1638.

55) Philipp Feischel aus München 1638—1661.

56) Amandus Thomamiller 1661—1671.

57) Placidus Mayr aus Sachsenkam 1672 — 1690.

58) Eiilandus II. Oettl aus Steinbach geb. 9. Sept. 1653)
1690-1707.

59) Magnus Pachinger aus Erding 1707 — 1742.

(Geboren 1675 und in der Taufe Antonius genannt
zum Priester geweiht 1700; zum Abt erwählt 1707,
1718 Verordneter der Landschaft in Bayern +
1742).

60) Leonardns Hochenauer erwählt 20. Aug. 1742.

Bernried.

Propstei regulirter Chorherren Augustiner-Ordens in
Oberbayern, gestiftet von Graf Otto von Valley und des-
sen Gemahlin Adelheid. Papst Johann XII. bestätigte
die Stiftung im Jahre 1120.

Wappen: in B. ein s. Querbalken, der letztere ist
mit einer Reihe eisenhutartiger Figuren belegt (Taf. 59).

BHdhausen.

Hermann von Stahleck Pfalzgraf bei Rhein war vom
Reichstage zum Hundetragen verurtheilt worden, weil er
während des Aufenthalts des Kaisers in Italien in einer
Fehde mit Erzbischof Arnold von Mainz über das Bis-
thum Worms, das Land sehr verheert hatte. Hierauf trat
er als Laienbruder in das Kloster Ebrach und stiftete als
solcher 1156 das Cisterzienserstift Bildhausen. Kaiser
Friedrich I. bestätigte diese Stiftung d. d. Würzburg
12. Mai 1158. Anfangs dieses Jahrhunderts wurde das
Kloster säcularisirt.

Wappen.

Nivardus S ch lim b ach letzter Abt führte fol-
gendes Wappen. 3 Schilde: 1. quergetheilt; oben in R.
ein wachsender gekrönter s. Löwe; unten von B. und S.
gerautet. 2. in JJ; ein schräglinks gestellter Krummstab,
überlegt von einem in zwei Reihen von R. und S. geschachten
Schrägrechtsbalken. 3, (Privatwappen des Abtes): in G.
ein gewellter s. Schräglinksbalken. Auf den Schilden
ruht die Iuful, daneben steckt der Krummstab. (Taf. 55).

Buchau am Federsee.

Gefürstetes Damenstift, der gemeinen Annahme nach
gestiftet im Jahre 880 von Adelinde Gemahlin des Grafen
Ato von Erchgau, auch von Kesselburg genannt. Ueber
die Verfassung des Stifts sind folgende Angaben Iselin’s
von Interesse:

„Die Aebtissin ist krafft des privilegii vom Kayser
Carolo IV., Fürstlichen Standes, weslialben sie sich bei
der inauguration, zum Zeichen der hoheit, ein buch und
schwerdt vortragen lasset. Sie hat sitz und stimm auf
Reichs- und Kreis-tägen, wde denn ihrer in den Reichs-
abschieden zu Speyer an, 1529. 1542, zu Nürnberg an.
1542. 1543, zu Worms an. 1545, zu Augspurg an. 1559
etc. und zu Regensburg an. 1654 gedacht wird. Die
Fräulein dieses klosters müssen alle aus Freyherrlichen
oder Gräflichen stände seyn, und haben gleich denen za
Lindau, die freyheit, sich daraus wieder zu verheurathen,
ausgenommen die Aebtissin, welche wegen der Päpst-
lichen Benediction das votum der keuschheit halten
muss Die andern aber alle haben weder votum noch
einigen orden, sondern sind weltliche freye Canonissinnen,
davon das Stift acht in sich hat. Das Stift hat in welt-
lichen dingen zum unmittelbaren Ober-Herren den Kay-
ser, welcher über die cornellier-leuthe und güther des
Stifts zu Kayserl. Commissarien und Erhaltern den Bi-
schof? zu Constantz, den Prälaten zu Kempten, und den
Grafen zu Fürstenberg, jedoch mit diesem Vorbehalt ge-
setzt, dass sich dieselben keiner weitern gewaltsame über
dieses Stift anmassen sollen “

Der Titel war: „N. N. des Heil. Röm. Reichs Fürstin
und Aebtissin des kaiserlichen gefürsteten freiweltlichen
Stifts Buchau, Erbfrau zu Strassburg.“ Die Einkünfte
wurden auf 70,000 Gulden geschätzt. 1802 wurden Reichs-
stift und Reichsstadt Buchau dem Fürsten von Thum und
Taxis als Entschädigung zugetiieilt.

Wappen.

Maria Carolina Gräfin von Königseck-Rotenfels, ge-
fürstete Aebtissin von Buchau erw. 1742.

Halbgespalten und quergetheilt.

1. quadrirt 1. u. 4. drei r. Leoparden in S. 2. u. 3.
von S. u. qj: geweckt, das erkünstelte Wappen des He-
zogsthums Schwaben.

2. in Gr. ein r. breitendiges Kreuz, oben von So;
und Mond, beide „gebildet“, begleitet, — Wappen v
Kesselburg.

3. von G. und R. gerautet: Familienwappen der ge-
fürsteten Aebtissin.

Auf dem Schild ruht der Fürstenhut, daneben stecken
Krummstab und Schwert. Schildhalter: zwei Löwen.
(Taf. 60).

Castel.

Hervorragendste Benedictiner-Abtei der Oberpfalz.
Nach der historischen Legende wräre dieselbe von Graf
Friedrich von Castel und dessen Gattin Bertha, sowie
deren Söhnen Otto und Hermann Grafen von Habsberg,
endlich dem Grafen Berengar von Sulzbach und dessen
Schwester Irmgard von Vohburg im Jahre 1098 gestiftet.
Von Alledem ist eigentlich nur das unhistoriscb, das der
Stifter ein Graf von Castel genannt wird Die ange-
gebene Jahreszahl mag ungefähr richtig sein, denn Graf
Friedrich ist als Mönch von Castel im Jahre 1103 ge-
strorben. — Als sich die Oberpfalz vom katholischen
Glauben abwandte, wurde Castel von den Mönchen ver-
lassen und vom Jahre 1560 ab administrirt. Im J. 1636
wurde das Stift mit den herrlichen Gebäuden, und den
alten Gütern dem Jesuiteu-Orden und nach dessen Auf-
hebung dem Malteser-Orden übergeben.

Wappen

Das Wappen des Klosters sind 6 (3, 2. 1) g. oders.
Lilien in b. oder g. oder r. Feld. — das Wappen des
Stifters, welches uns auch in dem Wappen von Berchtes-
gaden, Ensdorf u. s. w. begegnet. (Taf. 59).

Das Jesuiten-Collegium Castel führte nachstehendes
loading ...