Hildebrandt, Adolf Matthias [Oth.]; Siebmacher, Johann [Bibliogr. antecedent]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,2): Der Adel des Herzogthums Braunschweig — Nürnberg, 1869

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Braunschweiger Adel

Alten. (Tafel 1.)

Uradel des Fürstenthum’s Calenberg; in Braun-
schweig bedienstet.

Der Königl. Hannoverische General-Lieut. Curt v.
Alten wurde am 7. Aug. 1815 von Georg IV. als Prinz-
Regenten in den Grafenstand erhoben, welcher nach
seinem Tode (1840) auf seinen Neffen den Gen.-Lieut.
Victor Curd v. A. überging.

Wappen: Schild: sieben schrägbalkenförmig

aneinander gestellte r. Rauten oder Wecken, je in der
Mitte mit einer kleinen g. Kugel belegt, in w. —
Hel m: sieben je mittelst eines kleinen r. Schaftes auf
dem Helm befestigte sch. Hahnfedern. — Helmde-
cken: w.-r.

(NB. Die Zahl der Rauten variirt mehrfach, eben-
so die der Hahnfedern.)

Das gräfliche W. unverändert, nur als Schildhal-
ter ein Hannoverischer Garde-Jäger und ein Füsilier.

Arnsberg. (Tafel 1).

Im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts
wurde der Pastor Arnsberg im Meklenburgischen auf
Verwendung des Ministers Gr. Haugwitz, für welchen
er Geschäfte besorgt hatte, vom König Friedrich Wil-
helm III. von Preussen in den Adelstand erhoben. Des-
sen Sohn ist der Herzogi. Braunschweigische General-
Dirfector und Geh. Legat.-Rath Aug. Phil. Christian
Theodor v. Arnsberg, der Schöpfer der Braunschweigi-
schen Eisenbahnen.

Wappen: Schild: auf g. Berge eine w. Burg

mit offenem Thor und drei Thürmen, der mittlere mit
r. Dach, in gr. — Helm: wachsender g. Löwe. —
Helmdecken: w.-gr.

Banse. (Tafel 1.)

Der Oberst und Flügeladjutant, nachherige General-
lieut. Friedrich Ludwig August Bause ist am 18. Oc-
tober 1854 vom Herzoge Wilhelm v. Braunschweig in
den Adelstand erhoben.

Wappen: Schild: auf g. Dreiberg eine g. Klee-
staude mit drei Blättern in r., darüber im b. Schildes-
haupt ein fiinfstrahliger w. Stern unter zwei schräg-
gekreuzten w. Schwertern. — Helm: zwischen zwei
r. Flügeln ein aufgerichtetes Schwert; hinter demsel-
ben zwei Fahnen schräggekreuzt, rechts r., links b.,
mit g. Einfassungen. — Helm decken: g.-r., g.-b.

Var.: im g. Schildeshaupt ein b. gemeines Kreuz,
(es aig.) i).

Bernewitz, Fhr. (Tafel 1.)

Brandenburgischer Uradel; Stammsitz Barnewitz
bei Nauen.

Dem Generalmajor Wilhelm v. B. wurde für sich
sowie für seine und seines Bruders Descendenz vom
Herzoge Wilhelm v. Braunschweig unter dem 9. Febr.
1867 die Berechtigung zur Führung des freiherrlichen
Titels anerkannt.

1) Persönliches ßeizeichen : das b, Kreuz im g. Schil-
deshaupte zu führen, ist den Commandeuren I. Classe
des Braunschw. Ordens Heinrichs des Löwen zu führen
gestattet; vgl. unten „Koch“.

Stammwappen: Schild: gekr. r. Löwe in w.
— Helm: drei Straussfedern w. r. w. — Helm de-
cken: w.-r.

Freiherrliches Wappen. Schild: quadrirt; 1 und
4: St.-W. 2 und 3: drei g. Sparren in sch. — Zwei
Helme: 1) St.-W. 2) Büffelhörner, von sch. und g.

fünfmal getheilt. —Helmdecken: w.-r., g.-sch.

Bockelmanu. (Tafel 1.)

Der Königl. Preuss. Geh. Commerzienrath Carl
Bockeimann, 3. Sohn des Landrentenmeisters Bockel-
mann sen. zu Braunschweig, aus Ostfriesland stam-
mend , wurde durch Diplom des Königs Friedrich Wil-
helm III. von Preussen d. d. 8. März 1797 in den Adel-
stand erhoben. Dessen Nachkommenschaft ist in Braun-
schweig bedienstet.

Wappen: Schild: unter g. Schildeshaupt g.

Bocksrumpf in r. — Helm: Adlerflug, hochgetheilt
von g. über r. — Helmdecken: g.-r.

Bötticher. (Tafel 1.)

Die Vettern Siegfried Justus und Joachim Justus
Bötticher erhielten am 3. März 1717 von Kaiser Karl VI.
den Adelstand. In Braunschweig zu kl. Denckte (frü-
her auch zu Linden und Ampleben) rittersässig.

Wappen: durch eine aufsteigende Spitze dreige-
theilter Schild; vorn in w. eine r. Rose; in der
Mitte in b. auf <rr. Rasen ein natürlicher Eichenstamm
mit zwei Blättern; hinten in g. ein sch. Schrägrechts-
Balken. — Helm: Pfauenschweif. — Decken: w.-bl.

v. «1. Brincken, Fhr, (Tafel 1.)

Descendenz des s. Z. als Erfinder mathematischer
Instrumente bekannten Pastors Ernst Conrad v. Brin-
ken zu Gr. Twülpstedt im Braunschweigischen (f 1757),
welche die Stammverwandtschaft mit dem aus West-
phalen nach Kurland und Preussen gekommenen alt-
adligen Geschleci.te v. der Brincken geltend gemacht
und dessen Wappen (an Stelle des früher geführten —
vorn Arm mit Weinrebe in w., hinten sch. leer —)
angenommen hat. — Der K. Polnische Jägermeister
Carl Albrecht Julius v. d. B. (f 1846) Urenkel des
obengenannten Pfarrer’s, erhielt durch Attest der Adels-
deputation zu Warschau d. d. 5. Dez. 1823 die Aner-
kennung des Freiherrnstandes. Dessen jüngerem Bru-
der, dem Herzogi. Braunschweigischen Geh. Kammer-
rath und Probst zu Clus und Brunshausen Georg Lud-
wig Adolf Eduard v. d. B. auf Gebesee R. B. Erfurt
wurde vom König Friedrich Wilhelm IV. von Preus-
sen im Jahre 1858 die Freiherrnwürde verliehen.

Wappen: Schild: drei w. Rosen (2.1.) in b.—
Helm: offener b. Flug, dazwischen eine w. Rose. —
Helmdecken: w.-b.

Brocke. (Tafel 1.)

Braunschweigische Patrizier; daselbst nur noch im
Weiberstamm; mit den Gebrüdern Friedrich Curd Eber-
hard (f 5. April 1838) und August Carl v. B. (f 12.
April 1838) im Mannsstamm erloschen.

Dem Fürstl. Braunschweigischen Regierungsrath
Heinrich Christian v. B. (f 1778) wurde im Jahre 1743
der Reichsadelstand nebst Wappenvermehrung vom
Kaiser Carl VII. verliehen.
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