Stintzing, Johann August Roderich von
Geschichte der populären Literatur des römisch-kanonischen Rechts in Deutschland am Ende des fünfzehnten und im Anfang des sechszehnten Jahrhunderts — Leipzig, 1867

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meiiicm Bucbe an Irrti'ümern und Lückcn nicbt fcklcn. Habe ich selbst
dcren doch schon während des Drucks manche gefunden, und in dcn Nach-
trägen zu verbessern gesuä't; und icb darf wohl bittcn, daß diese Nachträge
bei der Beurtheilung nicht übersehen werden möchten. Mehr und grvßere
Mängel wcrden Andere finden. Allein wer durch eigene Studien in diesen
Dingen zu einem Urtheile bcrecbtigt ist, dessen Urtheil wird auch cin nach-
sichtiges sein. Denn er kennt die große Schwierigkeit, ein Buch, wie das
vorliegcnde, aus dem Rohen herauszuarbeitcn; er weiß, wie oft selbst dem
rcdlick'sten Flcißc cinc Thatsache entgeht, wäbrend uns anderc der glückliche
Zufall zur .stcnnkniß bringt; wie übcrhaupt bci dem so sebr zerstreuten und
entlcgcnen Material, das hicr zusammcngetragcn wcrdcn mußte, die Boll-
ständigkeir dcm Uinzelncn zu-erreichcn kaum möglich ist.

Ich babe indeß mcincr Ausgabe nicht durch Iusainmenstellung dcs
Matcrials zu gcnügen gcglaubt, sondcrn ocrsucht, cs in Gcdankcn zu cincm
Ganzcn zu verbindcn. Biclleicht wird manchc Uonibinalion Widcrspruch und
Tadel erfabrcn; allcin ich habc das Wagniß nicht gcschcut, weil ich glaube,
taß cs für dic Wisscnschast förderlichcr ist, cinc vcrständige iävmbination,
selbst auf die Gefahr dcs Jrrthums hin, zu versuchen, als ihr schüchtern
auszuweichen in der Furcht vor unfreundlicher Anfechtung.

Wobl hätte manchc Spezialuntersuchung weitcr gefübrt wcrdcn könncn.
Allcin ich mußte dcs „sunt eerti <lciui«iue tines" mit Rücksicht auf das
Ganzc cingekcnk bleibcn, und mir sagen, daß es nützlichcr sci, diescs einmal
zum Abschluß zu bringen, als ibn ins Unbestimmtc zu vcrzögcrn, bis für
alle einzelnen Fragen das Matcrial erschöpfend zusammengebracht wäre.
Es soll mir gcnügcn, wcnn ich für manche Unlcrsuchung nur dcn Grund
gclegt, für andcrc eincm bessern Forscher die Anregung gcgebcn habe.

Man wirt vielleicht bei dcn eiiizclncn bcsprochenen Schristcn die Ber-
zeick'iiifse von Handschriflen vermissen. Warum ich sie für mcinen Hauptzwcck
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