Stintzing, Johann August Roderich von
Geschichte der populären Literatur des römisch-kanonischen Rechts in Deutschland am Ende des fünfzehnten und im Anfang des sechszehnten Jahrhunderts — Leipzig, 1867

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Zu S. 47.

Z. 9. 14. 16 lics : Ivovllioü' stalt Livdlioü'.

Zu S. 71.

Anm. Jn dcm Saiiimclwcrke, wclchcs Ilnin idlo. 15601 beschrcibt,
sindct sich i Diübroiitio lo. et 6:i. ilo. 8:ilviniii äv I1oiioiii:i. Hicrans ist cs
zu erklärcn, dasi Panzer und Hain iiebeu dem Namcn Onluiiurm dcn erwähiitcn
Bcisatz macheii. Jch habc diescs Werk nicht gesehen.

Zu S. 72 ff.

Dvtri Dxooptionos. Der gütigcu Vermittlung Rutorffs kerdauke
ich folgeude höclist iuteressaiite Mittheiluug Zachariäs v o n L i n g e u t h a l:

„Der Ovclex Duris xr. 1392 cntbält eine gricchischc Uebcrsetzung dcr
Ooiistitutioiies KioiilLo. Am Scblnssc des Kapiteli'erzeichnisses von Buch III.
fiutct sich fvlgende Stclle eingeschaltet:

LIx r»l» / Trkol rarl rittl /IH

öc-iocliixrörroc.— T'rr ccsir^i- rroti-^r /of »crrhrc/.r o xc/rr^oocrr x«r

^??) «rrocfrr^rrcor, hi-rcko ?--ro<-rr!-«r cor/kr/.kr u xcrr^o^ur^rki-oc.

Diese Stclle ist nicht ans einem bvzaiitiniscben Recktsbuche entnomnien,
sic gehört auch nicht in kic Ooustitiitionos 8ieul:ie. Jhre Qncllc musi eiu
occircntaliscbcs Rcä'tsbuch scin, wclches minkestcns in drei Bücher eingethcilt
gewcsen sein mnsi. Jcb kann iiun nicbts Andcrcs anffiiidcn, als ?etri Dxeext.
I.. 1l. lid. III. e. 7, was als Quelle jeuer Stellc bezeichuet wcrdcn könnte."

Die Stelle bci Detrus 3, 7 lautet: I) e guuestioiio orimiu:iIi.
8i «inis ulieui eriminuleni upiicl ,jiiclievm inoverit «iiiaestioiiein, veluti «le
:i«lulterio, Iiomieiäio, sneiileAio, kulso juäieio, :iut kulso testimouio, et
probure non poterit, e:im pntiutur xovnum «puum (putsretnr) uoousutns,
si viotus koret.

Dic llebereinstimmung mit der grieäuscl'cn Stelle ist also unvcrkennbar;
sowohl kie Zahl des Buchcs, wic ter Jnhalt trcffcn zu. Abcr frcilich ist der
Wortlaut abwcicbcnd, uud bcachtenswerth ist namcntlich die Verschiedcnbcit dcr
Ueberschriftcu. Die Stellc bci Petrus gehört zu denjenigcn, welchc sich anch im
Tnbiuger Rccbtsbncb findcn (S. 84 e), und cs schcint mir angcnommcn wcrken
zu können, daß von dcm griechiscben kpitomator dieselbe O.ucllc bcnutzt worden
ist, aus wclchcr Petrus und kas Tübinger Rechtsbncb diese Gruppe vou Stellcn
gescböpft haben. Ist Diescs richtig, tann würde sicb ergcben, dasi jene O.uellc
in Bücher gethcilt war, und wahrschcinlich Uebcrschristen enthiclt, welchc vom
Tübinger Rechtsbucb gar niciit, von Pctrus nur mil Abwcichungcn aufgcnommen
si»d, glcicb wic es bci dcnjenigen Stcllcn geschehcn ist, welchc das Tübingcr
Rechtsbuch uud Petrus mit tem Gratzcr Rcchtsbuch gemcin haben. Vicllcicht
bietet die griecbische Stclle das Mittcl dar, um dicscr Quclle auf die Spur zu
komineu. Jndeß soll kcineswcgs bestrittcn werden, daß der Oirieäie den Petrus
selbst vor sich gchabt habcn kann.
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