Thorbecke, August [Oth.]
Statuten und Reformationen der Universität Heidelberg vom 16. bis 18. Jahrhundert — Leipzig, 1891

Page: XVI
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/thorbecke1891/0020
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
- XVI ------

Text auf dem zweiten Blatt, während die neue, welcher ich gefolgt bin, alle
leeren Blätter, also auch das Vorsatzblatt, mitzählt. Die Reformation ist nicht
unterschrieben, das Siegel bezeichnete sie als amtliches Aktenstück. Ihr Text
liegt dem Drucke zu Grunde.

B = Papierhandschrift (21 X 30 cm), im Besitz des Herrn Mays in Heidel-
berg (Hautz H, 14 Anm. 24), in dessen großer Sammlung sie die erste, schon
vor Jahren gemachte Erwerbung war. Er erstand dieselbe um 8 fl. von einem
Heidelberger Antiquar, an welchen sie in wahrscheinlich unrechtmäßiger Weise
verkauft worden war; sie stammt aus den Akten der geistlichen Administration
(Kirchenrat) und war der kirchlichen Behörde wohl von der kurfürstlichen Be-
gierung übergeben worden. Sie befindet sich noch in dem Originaleinband von
grünem Pergament64), in welchem sie F. P. Wund in seinen „Beiträgen zu der
Geschichte der Heidelberger Universität, Mannheim 1786", beschreibt; er trägt
auf einem weiß gebliebenen Teil des Umschlags die Aufschrift: Pfaltzgraue Otto
Henrici Reformation der Uniuersität zu Ilaydelbergk. Die Handschrift enthält
258 Blätter; nach einem leeren Vorsatzblatt folgen 4 Bl. Vorrede, dann 247 Bl.
Text, zuletzt 5 leere Bl. Die 247 Bl. sind mit fortlaufenden Zahlen auf beiden
Seiten versehen, einmal ist von 275 auf 278 gezählt, so daß die Endsumme (die
letzte Seite ist unbeschrieben) 497 (nicht 479, wie Wund a. a. 0. S. 47 angiebt)
beträgt. Zwischen S. 226 und 227 ist ein Blatt eingefügt, um ein vergessenes
iuramentum nachzutragen. Diese Handschrift ist von den Geschichtschreibern
der Universität im 18. Jahrhundert allein benützt worden: vgl. Büttinghausen,
Miscella historiae uniuersitatis Heidelbergensis inserventia Heid. 1785 I, 55 und
C. C. Wund, Programma memoralium ordinis philosophici Heidelbergensis. Heid.
1783 H, 25 Anm. 77, der wiederholt A 81, 82, 83 (s. unten S. 92, Alu. 103, A 2)
aus ihr citiert. Aus den geringen Abweichungen, die ich überall verzeichnet
habe, besonders aus f. 249 (s. S. 81 Anm. 1), wo ein Satz stehen geblieben ist, der
in A nicht aufgenommen wurde, ergiebt sich, daß wir es nicht mit einem Ent-
wurf (wie Winkelmann H, 118 Nr. 1049 vermutete), sondern mit einer amt-
lichen Abschrift zu thun haben, welche nur nicht aus A, sondern aus der ersten
offiziellen Redaktion genommen ist. Diese ist uns wenigstens teilweise erhalten in C.

C = Cod. Heid. 359, 67 d, jetzt Univers.-Archiv I, 10, 2, Papierhandschrift
in fol. (22 X 30 cm). Von den 265 Bl., aus welchen die Handschrift ursprünglich
bestand, sind noch 124 BL, worunter ein leeres Blatt, erhalten. Eingefügt sind
2 Bogen in folio (f. 74—6 u. 97 u. 98), 1 Folioblatt (f. 254b) und 6 kleinere
Blätter, die letzteren immer zur Aufnahme der iuramenta (nach f. 96, 103, 125,
128, 149, 150) bestimmt. Die Handschrift stellt den Entwurf zu den Statuten
Otto Heinrichs dar und ist mit den Ein- und Nachträgen und Veränderungen,
auf deren Annahme der Text beruht, nach vielfachen Beratungen in den Jahren
1556—8 entstanden. Leider ist sie in sehr lückenhaftem Zustande auf uns ge-
kommen. Aus dem Universitätsarchiv, in welchem sie am Ende des vorigen
Jahrhunderts weder Büttinghausen, noch Wund bemerkten, kam sie, wohl
nach der französischen Zerstörung, vielleicht in Frankfurt a. M., wo sich das

64) Unter den von Peter von Spina an die Universität zurückgegebenen Archivalicn (s. Univ.-
Arch. I, 1, 1 f. 27) ist unter Nr. 25 eine Ordinatio Ottonis Henr. auch in grünem Pergament an-
geführt Wäre sie identisch mit B, so müßte diese Handschrift viel später in den Besitz der kirch-
lichen Behörde gekommen sein, was nicht verständlich wäre. Ich halte die angeführte für die
Abschrift der ph. Fak. (s. D.).
loading ...